Albert Weiler

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Albert Weiler
Video-Vorstellung (2014)

Albert Helmut Weiler (* 15. Oktober 1965 in Mayen) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Parlament vertritt er den Bundestagswahlkreis Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Holzland-Kreis – Saale-Orla-Kreis in Ostthüringen.

Familie und Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Weiler wurde 1965 im rheinland-pfälzischen Mayen als Sohn des Eisenbahners Ludwig Weiler und dessen Frau Maria geboren. Die Familie führte im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft, in der Weiler die Eltern neben der Schule regelmäßig unterstützte. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.[1][2][3]

Berufliche Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Mittleren Reife absolvierte Albert Weiler von 1982 bis 1986 in Trier erfolgreich zwei Ausbildungen zum Elektroanlageninstallateur und zum Energieanlagenelektroniker. Diese bildeten die Grundlage für seine anschließende Ausbildung zum Lokführer bei der Deutschen Bundesbahn in der Bahndirektion Saarbrücken. Er arbeitete danach mehrere Jahre als Lokführer für die Bundesbahn im Raum Köln und Nordrhein-Westfalen. Neben dem Beruf lernte er am Georg-Simon-Ohm-Berufskolleg in Köln-Deutz für das Abitur und bestand die Prüfungen 1990 mit Auszeichnung. Zwischen 1992 und 1995 studierte Albert Weiler Verwaltungswissenschaften an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln und Brühl. Nach seinem Hochschulabschluss als Diplomverwaltungswirt (FH) ging er zur Bundesvermögensverwaltung und anschließend an das Deutsche Patent- und Markenamt nach München. Danach wechselte er an die Außenstelle Jena, um dort das Sachgebiet Organisation umzugestalten und eine Personalabmessung durchzuführen. Zwischenzeitlich nahm er ein nebenberufliches Studium mit den Schwerpunkten Produktivitätssteigerung und Prozessoptimierung am REFA-Institut in Darmstadt/Dortmund war, das er 2002 als Betriebswirt abschloss. Parallel hierzu bildete er sich am Pädagogischen Institut für Wirtschaft in Bebra in den Bereichen Arbeits-, Tarif- und Eingruppierungsrecht weiter. Nach Ende der Personalabmessung im Deutschen Patent- und Markenamt in Jena wechselte er in die Kommunalverwaltung. Für fünf Jahre leitete er in der Funktion eines gewählten hauptamtlichen Verwaltungsgemeinschaftsvorsitzenden die Verwaltungsgemeinschaft Bergbahnregion/Schwarzatal in Oberweißbach in Thüringen.[1][4][5]

Anschließend arbeitete Albert Weiler zeitlich befristet als Geschäftsführer des kommunalen Softwareentwicklers CIP. Unter seiner Führung wurden unter anderem fünf Tochterunternehmen im gesamten Bundesgebiet neu gegründet. Er wurde daraufhin an das Thüringer Institut für Lehrplanentwicklung, Lehrerfortbildung und Medien (THILLM) berufen, wo er als Referent in der Führungskräfteentwicklung wirkte und die Immobilienverwaltung verantwortete. Nebenher studierte er ab 2007 an der Freien Universität Berlin das Fach Politikwissenschaften und erlangte im Jahr 2007 den Masterabschluss als Politologe. Albert Weiler wechselte auf Wunsch des Bürgermeisters und des Stadtrates abermals in die Kommunalverwaltung und arbeitete für drei Jahre als geschäftsführender Verwaltungsbeamter für die Stadt Kahla in Thüringen. Vor seinem Bundestagsmandat leitete Albert Weiler von 2010 bis 2013 erneut die Verwaltungsgemeinschaft „Bergbahnregion/Schwarzatal“ in Oberweißbach. Zu den Bundestagswahlen 2013 und 2017 erlangte er das direkte Bundestagsmandat für seinen Ostthüringer Wahlkreis.[1][6]

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über zwanzig Jahre lang war er Mitglied in der SPD. Dort gehörte er dem konservativen Parteiflügel an, der dem Seeheimer Kreis nahesteht. 1998 kandidierte er für die SPD für das Amt des Bürgermeisters von Geretsried.[4] Nach der Entscheidung der SPD, im Land Brandenburg mit der PDS zu koalieren, trat Weiler 2002 aus.[2][4] Er wurde Mitglied der Thüringer CDU und ist seit 2003 stellvertretender, seit 2010 erster Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes „Gebirge/Milda“. Seit 2004 ist er ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Milda, seit 2014 zudem Kreistagsmitglied im Saale-Holzland-Kreis.[1][7]

Bundespolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl 2013 kandidierte Weiler als Direktkandidat der CDU für den Wahlkreis Jena-Gera-Saale-Holzland und konnte sich gegenüber seinen Mitbewerbern durchsetzen.[8][9]

Im 18. Deutschen Bundestag war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und im Beirat für Nachhaltigkeit. Im Ausschuss für Arbeit und Soziales trat er gemeinsam mit Carsten Linnemann für die Umsetzung der Flexi-Rente ein. Zu seinen Sprecherthemen innerhalb der CDU-Bundestagsfraktion gehören seither das SGB III, das die Belange des Arbeitslosengeld I regelt. Er ist der einzige ostdeutsche Bundespolitiker, der im Bereich für Arbeit und Soziales auf Bundesebene verhandelt. Er setzte sich im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe vermehrt für eine umfassende Entwicklungshilfe in Afrika ein, die neben der Verbesserung der Trinkwasserversorgung auch den Zugang zu elektrischer Energie und die Stärkung des lokalen Arbeitsmarktes in Entwicklungsländern beinhaltete.[10][1][11]

Im September 2017 kandidierte er erneut als CDU-Direktkandidat für den durch die Wahlkreisreform neu entstandenen Wahlkreis 195 (Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Holzland-Kreis – Saale-Orla-Kreis) und konnte sein Mandat verteidigen.[12][13] Er nahm an der Ausarbeitung des Koalitionsvertrags zwischen der CDU/CSU und der SPD im Jahr 2018 teil.[14]

Nebenamtliche Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dozent bei der Thüringer Verwaltungsschule Weimar
  • Dozent bei der Kommunalen Dienstleistungsgesellschaft des Gemeinde und Städtebundes Thüringen in Erfurt
  • Dozent beim Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien Bad Berka

Ehrenamtliche Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er engagiert sich im Tierschutz und ist stellvertretender Vorsitzender der Gruppe Jena e.V. im Deutschen Teckelklub 1888 e.V. Es ist Mitglied im Vorstand des Ganztagsschulverbands Thüringen. Er ist Ehrenmitglied bei der privilegierten preußischen Schützengesellschaft Gera und war 2014 Schützenkönig. Weiterhin engagiert er sich als Mitglied im Beirat der Thüringer Energie AG und der Thüga. Weiler ist stellvertretender Vorsitzender beim Wasser- und Abwasserzweckverband „JenaWasser“.

Weiler initiierte 2015 die Gründung eines Deutsch-Armenischen Forums und wurde anschließend zu seinem Vorsitzenden gewählt.[15] In dieser Funktion kritisierte er 2016 die erneute Eskalation des Konflikts um die umstrittene Region Bergkarabach. Weiler stellte sich hierbei auf die Seite Armeniens, verurteilte aserbaidschanische Angriffe und unterstellte Aserbaidschan eine Missachtung des Friedensprozesses.[16] Völkerrechtlich gehört die Region hingegen weiterhin zu Aserbaidschan, auch wenn sie überwiegend von Armeniern bewohnt wird. Im August 2018 wurde Weiler, der als Teil der deutschen Delegation an einem Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Aserbaidschan teilnehmen wollte, im Vorfeld von aserbaidschanischer Seite die Einreise verweigert.[17]

Für sein Engagement im Bergkarabachkonflikt wurde Weiler 2016 die Ehrendoktorwürde der Nationalen Universität für Architektur und Bauwesen Armeniens verliehen, die er daraufhin zunächst als Dr. h. c. in seinem Namen führte.[18] 2017 entschied das Thüringer Wissenschaftsministerium nach einer Anfrage des Linken-Landtagsabgeordneten Christian Schaft, dass Weiler seine Ehrendoktorwürde in Deutschland nicht als Dr. h. c., sondern nur in armenischer oder (als Honorary Doctor) in englischer Sprache führen dürfe.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert Weiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Albert H. Weiler, CDU/CSU. Deutscher Bundestag, abgerufen am 6. Februar 2018.
  2. a b Mit dem Dackel in den Bundestag: Kandidaten des Wahlkreises 194 Jena-Gera-Saale-Holzland vorgestellt. Ostthüringer Zeitung, 14. September 2013, abgerufen am 6. Februar 2018.
  3. Jena: CDU-Bundestagskandidat Weiler ist kein Langweiler. Thüringische Landeszeitung, 24. September 2013, abgerufen am 6. Februar 2018.
  4. a b c Carl-Christian Eick: Die politische Karriere des Albert Weiler. Merkur, 24. Oktober 2017, abgerufen am 6. Februar 2018.
  5. Albert Weiler ab 2013 erneut Chef der Verwaltungsgemeinschaft Oberweißbach. Ostthüringer Zeitung, 27. November 2012, abgerufen am 6. Februar 2018.
  6. Weiler unterstreicht Ambitionen auf erfolgreiche Bundestagswahl. CDU Jena, 3. März 2013, abgerufen am 6. Februar 2018.
  7. Sitzungsteilnehmer – Albert Weiler. Bürgerinfo Saale-Holzland-Kreis, abgerufen am 8. Februar 2018.
  8. Angelika Munteanu; Frank Kalla: Wahlsieg für Albert Weiler. Ostthüringer Zeitung, 23. September 2013, abgerufen am 8. Februar 2018.
  9. Bundestagswahl 2013 in Thüringen – endgültiges Ergebnis: Wahlkreis 194 Gera – Jena – Saale-Holzland-Kreis. Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  10. Dr. h. c. Albert Weiler: „Ich will Bewegung in die Angelegenheit bringen“. CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1. Juni 2017, abgerufen am 8. Februar 2018.
  11. Abgeordneter Weiler über Windkraft und Straßenbau in Sa-Ru. Ostthüringer Zeitung, 30. Januar 2018, abgerufen am 8. Februar 2018.
  12. CDU-Kandidat Albert Weiler holt das Direktmandat für den Bundestag. Thüringer Allgemeine, 25. September 2017, abgerufen am 8. Februar 2018.
  13. Bundestagswahl 2017 in Thüringen – endgültiges Ergebnis: Wahlkreis 195 Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Holzland-Kreis – Saale-Orla-Kreis. Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  14. CDU-Mann Albert Weiler verhandelt ab Montag in Berlin die Große Koalition in einer Fachgruppe mit. Ostthüringer Zeitung, 29. Januar 2018, abgerufen am 8. Februar 2018.
  15. Albert Weiler gründet Deutsch-Armenisches Forum in Berlin. albert-weiler.de, 21. Mai 2015, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  16. Albert Weiler verurteilt die aserbaidschanischen Angriffe in Berg-Karabach auf das Schärfste. Deutsch-Armenisches Forum e. V., 4. April 2016, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  17. Aserbaidschan verweigert Bundestagsabgeordnetem die Einreise. Spiegel Online, 20. August 2018, abgerufen am 10. September 2018.
  18. Ehrendoktorwürde in Armenien für CDU-Politiker Weiler in Milda. Ostthüringer Zeitung, 9. Juni 2016, abgerufen am 10. September 2018.
  19. Tilo Zippel; Jörg Riebartsch: Weiler darf Doktor-Titel nur in Armenisch und Englisch tragen. Ostthüringer Zeitung, 23. Mai 2017, abgerufen am 10. September 2018.