Amtshauptmannschaft Marienberg

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Basisdaten[1]
Kreishauptmannschaft Chemnitz (bis 1900 Zwickau)
Verwaltungssitz Marienberg
Fläche 397 km² (1939)
Einwohner 68.583 (1939)
Bevölkerungsdichte 173 Einw./km² (1939)
Lage der Amtshauptmannschaft Marienberg
AHS Marienberg.jpg

Die Amtshauptmannschaft Marienberg war von 1874 bis 1952 ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen und im späteren Freistaat Sachsen. Ihr Gebiet gehört heute zum Erzgebirgskreis in Sachsen. Von 1939 bis 1952 hieß der Verwaltungsbezirk Landkreis Marienberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1874 wurden im Königreich Sachsen im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform neue Kreishauptmannschaften und Amtshauptmannschaften eingerichtet. Aus den Gerichtsamtsbezirken Lengefeld, Marienberg, Wolkenstein und Zöblitz, die zuvor zur Amtshauptmannschaft Annaberg gehört hatten, wurde die neue Amtshauptmannschaft Marienberg gebildet. Die sächsischen Amtshauptmannschaften waren hinsichtlich ihrer Funktion und Größe vergleichbar mit einem Landkreis.

Am 1. Oktober 1900 wurde aus dem östlichen Teil der Kreishauptmannschaft Zwickau als fünfte sächsische Kreishauptmannschaft die Kreishauptmannschaft Chemnitz gebildet, zu der fortan auch die Amtshauptmannschaft Marienberg gehörte. 1939 wurde die Amtshauptmannschaft Marienberg in Landkreis Marienberg umbenannt. Dieser Landkreis bestand noch bis zur Gebietsreform von 1952 in der DDR fort und wurde dann mit verändertem Zuschnitt in den neuen Kreis Marienberg überführt, der dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet wurde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1900 1910 1925 1939
Einwohner[2] 63.227 65.760 65.792 68.583

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinden der Amtshauptmannschaft Marienberg, Stand 1910[3]

Städte[2]

  1. Lengefeld
  2. Marienberg
  3. Olbernhau
  4. Wolkenstein
  5. Zöblitz

Gemeinden

  1. Ansprung
  2. Blumenau
  3. Boden
  4. Drebach
  5. Falkenbach
  6. Forchheim
  7. Gehringswalde
  8. Görsdorf
  9. Grießbach
  10. Großolbersdorf
  11. Großrückerswalde
  12. Grundau
  13. Haselbach
  14. Hilmersdorf
  15. Hopfgarten
  16. Kühnhaide
  17. Kupferhammer-Grünthal
  18. Lauta
  19. Lauterbach
  20. Lippersdorf
  21. Mauersberg
  22. Mittelsaida
  1. Neunzehnhain
  2. Niederlauterstein
  3. Niedersaida
  4. Niederschmiedeberg
  5. Obersaida
  6. Pobershau
  7. Pockau
  8. Reifland
  9. Reitzenhain
  10. Rittersberg
  11. Rothenthal
  12. Rübenau
  13. Rückerswalde
  14. Satzung
  15. Scharfenstein
  16. Schönbrunn
  17. Sorgau
  18. Streckewalde
  19. Venusberg
  20. Wernsdorf
  21. Wünschendorf

Gutsbezirke

  1. Rittergut Drebach
  2. Staatsforstrevier Großrückerswalde
  3. Rittergut Hilmersdorf
  4. Staatsforstrevier Kriegwald
  5. Erbzinslehngut Kühnhaide
  6. Staatsforstrevier Lengefeld
  7. Rittergut Lippersdorf
  8. Staatsforstrevier Marienberg
  9. Wüstes Gut Mauersberg
  10. Rittergut Mittelsaida
  11. Rittergut Niederforchheim
  12. Rittergut Oberforchheim
  13. Rittergut Olbernhau
  14. Staatsforstrevier Olbernhau
  15. Rittergut Rauenstein
  16. Staatsforstrevier Reitzenhain
  17. Rittergut Rückerswalde mit Lehngut Niederschmiedeberg
  18. Teil des Staatsforstreviers Sayda
  19. Rittergut Scharfenstein
  20. Allodialgut Schloßmühle
  21. Rittergut Venusberg
  22. Rittergut Wünschendorf
  23. Staatsforstrevier Zöblitz

Davon Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern (Stand 1939):[2]

Gemeinde Einwohner
Drebach 3.103
Großolbersdorf 2.977
Großrückerswalde 2.470
Lengefeld 3.406
Marienberg 7.982
Olbernhau 10.264
Pobershau 2.339
Pockau 3.282
Wolkenstein 2.021
Zöblitz 2.821

Gebietsveränderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1948 bis 1949 wurden die staatlichen Gutsbezirke (Forstreviere) den umliegenden Gemeinden zugeordnet, zum Teil infolge der Bodenreform.

Datum Ehemalige Gemeinde bzw. Gutsbezirk, Ortsteil Anmerkung
1895 [4] Jüdenhain, Ortsteil Umgliederung von Marienberg nach Lauta
1899/1900[4] Vorwerk Hirschstein (Sieh dich für), Gutsbezirk Eingliederung nach Marienberg
1. Januar 1902[5] Olbernhau Erhebung zur Stadt
1. Januar 1904[6] Grünthal (Anteil Olbernhau) mit "Hüttenmühle" und "Obere Stutte" Umgliederung von Olbernhau nach Kupferhammer Grünthal
1. Januar 1920 Erbzinslehngut Kühnhaide, Gutsbezirk Eingliederung nach Kühnhaide
1. Januar 1920 Rittergut Mittelsaida, Gutsbezirk Eingliederung nach Mittelsaida
1. Januar 1920 Rittergut Rückerswalde mit Lehngut Niederschmiedeberg, Gutsbezirk Eingliederung nach Rückerswalde
10. November 1920 Rittergut Lippersdorf, Gutsbezirk Eingliederung nach Lippersdorf
1920 Rittergut Olbernhau, Gutsbezirk Eingliederung nach Olbernhau
1. Januar 1921 Allodialgut Schloßmühle, Gutsbezirk Eingliederung nach Niederlauterstein
3. Februar 1921 Rittergut Rauenstein, Gutsbezirk Eingliederung nach Lengefeld
1921 Rittergut Wünschendorf, Gutsbezirk Eingliederung nach Wünschendorf
1921 Rittergut Venusberg, Gutsbezirk Eingliederung nach Venusberg
1921 Rittergut Hilmersdorf, Gutsbezirk Eingliederung nach Hilmersdorf
1. April 1922 Rittergut Drebach, Gutsbezirk Eingliederung nach Drebach
1922 Rittergut Scharfenstein, Gutsbezirk Eingliederung nach Scharfenstein
1923 Rittergut Niederforchheim, Gutsbezirk Eingliederung nach Forchheim
1923 Rittergut Oberforchheim, Gutsbezirk Eingliederung nach Forchheim
17. Dezember 1926 Wüstes Gut Mauersberg, Gutsbezirk Eingliederung nach Mauersberg
1. Oktober 1930[7] Rückerswalde Eingemeindung nach Großrückerswalde
1. September 1931[7] Grundau Eingemeindung nach Ansprung
1. April 1934[7] Görsdorf Eingemeindung nach Pockau
1. Mai 1936[7] Boden Eingemeindung nach Großrückerswalde
1. April 1937[7] Kupferhammer-Grünthal Eingemeindung nach Olbernhau
1. Oktober 1937[7] Kühnhaide Eingemeindung nach Reitzenhain
1. April 1948[8] Kühnhaide, Ortsteil Ausgemeindung von Reitzenhain
1. Juli 1948[8] Marterbüschel Umgliederung Lengefeld nach Pockau
1. Oktober 1948[8] Neunzehnhain Eingemeindung nach Wünschendorf
1. Juli 1950[8] Hallbach Zuordnung vom Landkreis Freiberg,
1. Juli 1950[8] Kleinneuschönberg Zuordnung vom Landkreis Freiberg, Eingemeindung nach Olbernhau
1. Juli 1950[8] Niederneuschönberg Zuordnung vom Landkreis Freiberg, Eingemeindung nach Olbernhau
1. Juli 1950[8] Obernauschönberg Zuordnung vom Landkreis Freiberg, Eingemeindung nach Olbernhau
1. Juli 1950[8] Mittelsaida Zuordnung zum Landkreis Freiberg
1. Juli 1950[8] Obersaida Zuordnung zum Landkreis Freiberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Oettel: Zur Verwaltungsgliederung Sachsens im 19. und 20. Jahrhundert. In: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Hrsg.): Statistik in Sachsen. 175 Jahre amtliche Statistik in Sachsen (Festschrift). Nr. 1, 2006, ISSN 0949-4480, S. 69–98 (Online [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 23. Dezember 2012]).
  2. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  3. www.gemeindeverzeichnis.de
  4. a b Akten im Archivbestand Amtshauptmannschaft Marienberg im sächsischen Staatsarchiv Sachsen in Chemnitz
  5. Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  6. Kreisarchiv Erzgebirgskreis, Bestand: Amtshauptmannschaft Marienberg
  7. a b c d e f Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  8. a b c d e f g h i Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber Ministerium des Innern des Landes Sachsen