Amtshauptmannschaft Zittau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Amtshauptmannschaft Zittau
Basisdaten[1]
Kreishauptmannschaft Bautzen
Verwaltungssitz Zittau
Fläche 406 km² (1939)
Einwohnerzahl 85.357 (1939)
Bevölkerungsdichte 210 Einw./km² (1939)
Lage der Amtshauptmannschaft Zittau 1895
Lage der Amtshauptmannschaft Zittau 1895

Die Amtshauptmannschaft Zittau war ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen und im späteren Freistaat Sachsen. Ihr Gebiet gehört heute zum Landkreis Görlitz in Sachsen und zum Powiat Zgorzelecki der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Von 1939 bis 1952 hieß der Verwaltungsbezirk Landkreis Zittau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1874 wurden im Königreich Sachsen im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform neue Kreishauptmannschaften und Amtshauptmannschaften eingerichtet. Aus den Gerichtsamtsbezirken Groß-Schönau, Ostritz, Reichenau und Zittau, die zuvor zur Amtshauptmannschaft Löbau in der Kreishauptmannschaft Bautzen gehört hatten, wurde die Amtshauptmannschaft Zittau gebildet. Die sächsischen Amtshauptmannschaften waren hinsichtlich ihrer Funktion und Größe vergleichbar mit einem Landkreis.

1915 wurde die Stadt Zittau als bezirksfreie Stadt aus der Amtshauptmannschaft ausgegliedert und 1939 wurde die Amtshauptmannschaft Zittau in Landkreis Zittau umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kreisgebiet östlich der Lausitzer Neiße im Juli 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Der verbleibende Landkreis Zittau bestand noch bis zur Gebietsreform von 1952 in der DDR fort und wurde dann in verändertem Zuschnitt in den neuen Kreis Zittau überführt, der dem Bezirk Dresden zugeordnet wurde. Bereits 1946 war die Stadt Zittau wieder in den Landkreis eingegliedert worden.

Amtshauptleute und Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1890 1900 1910 1925 1939
Einwohner[2] 102.290 113.455 123.299 88.582 85.357

Die kreisfreie Stadt Zittau hatte 1939 37.924 Einwohner.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinden der Amtshauptmannschaft Zittau mit mehr als 2.000 Einwohnern (Stand 1939):[2]

Gemeinde Einwohner
Großschönau 7.093
Hainewalde 2.744
Hirschfelde 3.033
Leutersdorf 3.489
Niederoderwitz 3.907
Olbersdorf 5.896
Ostritz 3.871
Reichenau 6.782
Seifhennersdorf 7.850
Seitendorf 2.637
Spitzkunnersdorf 2.167

Alle Städte und Gemeinden (1939) der Amtshauptmannschaft Zittau alphabetisch sortiert (* nach 1945 zu Polen gehörend)[2]:
Bertsdorf, Blumberg*, Burkersdorf, Dittelsdorf, Dornhennersdorf*, Drausendorf, Eckartsberg, Friedersdorf*, Gießmannsdorf*, Großschönau, Grunau*, Hainewalde, Hartau, Hirschfelde, Hörnitz, Jonsdorf, Kleinschönau*, Königshain*, Leuba, Leutersdorf, Lichtenberg*, Lückendorf, Marienthal, Markersdorf*, Mittelherwigsdorf, Niederoderwitz, Oberherwigsdorf, Oberseifersdorf, Oberullersdorf*, Olbersdorf, Oppelsdorf*, Ostritz, Oybin, Pethau, Radgendorf, Reibersdorf*, Reichenau*, Reutnitz*, Rohnau*, Rosenthal, Schlegel, Schönfeld*, Seifhennersdorf, Seitendorf*, Sommerau*, Spitzkunnersdorf, Trattlau*, Türchau*, Waltersdorf, Wanscha*, Weigsdorf*, Wittgendorf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe B: Mitteldeutschland. Band. 14: Sachsen. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1982, ISBN 3-87969-129-0, S. 285–286.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Oettel: Zur Verwaltungsgliederung Sachsens im 19. und 20. Jahrhundert. (PDF; 6,6 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 18. Dezember 2011.
  2. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. zittau.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).