Amtshauptmannschaft Kamenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten[1]
Kreishauptmannschaft Bautzen
Verwaltungssitz Kamenz
Fläche 690 km² (1939)
Einwohner 83.055 (1939)
Bevölkerungsdichte 120 Einw./km² (1939)
Lage der Amtshauptmannschaft Kamenz
Lagekarte

Die Amtshauptmannschaft Kamenz war ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen und im späteren Freistaat Sachsen. Ihr Gebiet gehört heute zum Landkreis Bautzen in Sachsen. Von 1939 bis 1952 hieß der Verwaltungsbezirk Landkreis Kamenz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1874 wurden im Königreich Sachsen im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform neue Kreishauptmannschaften und Amtshauptmannschaften eingerichtet. Aus den Gerichtsamtsbezirken Kamenz, Königsbrück und Pulsnitz, die zuvor zur Amtshauptmannschaft Bautzen gehört hatten, wurde die Amtshauptmannschaft Kamenz gebildet. Die sächsischen Amtshauptmannschaften waren hinsichtlich ihrer Funktion und Größe vergleichbar mit einem Landkreis.

1939 wurde die Amtshauptmannschaft Kamenz in Landkreis Kamenz umbenannt. Der Landkreis Kamenz bestand noch bis zur Gebietsreform von 1952 in der DDR fort und wurde dann in verändertem Zuschnitt in den neuen Kreis Kamenz überführt, der dem Bezirk Dresden zugeordnet wurde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1900 1910 1925 1939
Einwohner[2] 69.546 76.070 77.506 83.055

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinden der Amtshauptmannschaft Kamenz mit mehr als 2.000 Einwohnern (Stand 1939):[2]

Gemeinde Einwohner
Bretnig 2.952
Großröhrsdorf 8.844
Kamenz 13.202
Königsbrück 6.348
Ohorn 2.730
Pulsnitz Meißner Seite 2.301
Pulsnitz (Stadt) 4.406

Alle Städte und Gemeinden (1939) der Amtshauptmannschaft Kamenz alphabetisch sortiert[2]:
Auschkowitz, Bernbruch, Biehla, Bischheim, Bohra, Brauna, Bretnig, Bulleritz, Cannewitz, Caseritz, Cosel, Crostwitz, Cunnersdorf, Cunnewitz, Döbra, Dürrwicknitz, Elstra, Friedersdorf, Gelenau, Gersdorf, Glaubnitz, Gödlau, Gottschdorf, Gräfenhain, Gränze, Großbaselitz (früher Deutschbaselitz), Großgrabe, Großnaundorf, Großröhrsdorf, Grüngräbchen, Häslich, Hausdorf, Hauswalde, Hennersdorf, Höckendorf, Höflein, Horka, Jauer, Jiedlitz, Kamenz, Kaschwitz, Kindisch, Kleinbaselitz (früher Wendischbaselitz), Kleindittmannsdorf, Kleinhänchen, Königsbrück, Koitzsch, Krakau, Kriepitz, Kuckau, Ländchen Wohla, Laske, Laußnitz, Lehndorf, Lichtenberg, Liebenau, Lieske, Lückersdorf, Lüttichau, Milstrich, Miltitz, Mittelbach, Möhrsdorf, Naußlitz, Nebelschütz, Neukirch, Neustädtel, Niederlichtenau, Niedersteina, Nucknitz, Oberlichtenau, Obersteina, Ohorn, Oßling, Ostro, Panschwitz, Petershain, Piskowitz, Prietitz, Pulsnitz (Meißner Seite), Pulsnitz (Stadt), Räckelwitz, Ralbitz, Rauschwitz, Reichenau, Reichenbach, Röhrsdorf, Rohna, Rosenthal, Säuritz, Schiedel, Schmeckwitz, Schmerlitz, Schmorkau, Schönau, Schönbach, Schweinerden, Schwepnitz, Schwosdorf, Sella (1938 aufgelöst), Siebitz, Skaska, Steinborn, Straßgräbchen, Trado, Tschaschwitz, Weißbach b. Königsbrück, Weißbach b. Pulsnitz, Weißig, Wiesa, Zeisholz, Zerna, Zochau, Zschornau.

Ehemalige Gemeinden der Amtshauptmannschaft (vor 1939) alphabetisch sortiert:

  • Jesau, (1. November 1935 eingegliedert in die Stadt Kamenz)
  • Stenz, (1. Oktober 1939 eingegliedert in die Stadt Königsbrück)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Oettel: Zur Verwaltungsgliederung Sachsens im 19. und 20. Jahrhundert. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 18. Dezember 2011 (PDF; 6,6 MB).
  2. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. Mai 2009.