Anne-Marie Vogler

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Anne-Marie Vogler (* 7. Juni 1892 in Altona; † 30. Mai 1983 in Hamburg) war eine deutsche Bildhauerin und Grafikerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne-Marie Vogler wurde in eine renommierte großbürgerliche Kaufmannsfamilie geboren. Sie hatte einen Bruder namens Fritz, dessen Geigenspiel sie auf dem Klavier begleitet und mit dem sie eine gemeinsame Karriere als Musikerin plante. Als ihr Bruder während des Ersten Weltkriegs 1916 an der Somme starb, entschloss sie, bildende Künstlerin zu werden. Von 1916 bis 1918 studierte sie an der Kunstgewerbeschule Hamburg in der grafischen Klasse von Carl Otto Czeschka, der ihr nahelegte, mit Elfenbein zu arbeiten.

Nach Kriegsende kam es zu einer Inflation. Aus Elfenbein gefertigte Kunstwerke wurden somit nur schwer verkäuflich. Vogler besuchte daher von 1922 bis 1922 die Handwerker- und Kunstgewerbe in Altona und lernte bei Holzbildhauer August Henneberger. Zum Wintersemester 1925/26 wechselte sie an die Königliche Kunstgewerbeschule München und besuchte Kurse von Karl Killer. Im Wintersemester 1926/27 ging sie an die Akademie der Bildenden Künste München, wo sie ebenfalls unter der Leitung von Killer Architektur und Christliche Kunst studierte. 1929 eröffnete Vogler ein eigenes Atelier in Berlin und lernte bei Georg Kolbe, der sie stark beeinflusste. 1931 ging sie zurück nach Hamburg, reiste für einen längeren Zeitraum zu Studienzwecken nach Florenz und eröffnete anschließend ein Atelier am Mittelweg in ihrer Geburtsstadt. Hier hatte sie in den Folgejahren einen großen Freundeskreis von geistig interessierten Menschen. Dazu gehörten Maler wie Anita Rée, Gretchen Wohlwill, Fritz Kronenberg und Karl Kluth, die Bildhauer Hans Martin Ruwoldt und Karl August Ohrt und die Schauspielerin Maria Wimmer. Neben diesen Künstlern zählten Senatsdirektor Hans Stock und dessen Ehefrau Gabriele, der Verleger Henry Goverts, die Schriftsteller Horst Lange und Peter Gan, der Altphilologe Bruno Snell und der Chirurg Paul Sudeck zu den befreundeten Personen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus schloss sich Anne-Marie Vogler einer Widerstandsgruppe von Felix Jud an.

Anne-Marie Vogler starb 1983 in Hamburg, sie wurde im Bereich der Familiengrabstätte Vogler auf dem Ohlsdorfer Friedhof, Planquadrat M 24 (gegenüber dem Wasserturm, Cordesallee), beigesetzt.[1] Ihre Relief-Grabplatte befindet sich seit August 2019 im Garten der Frauen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne-Marie Vogler arbeitete mit vielfältigen Materialien und Techniken. Sie erstellte Zeichnungen, Schnitte aus Holz und Linoleum und Reliefs. Außerdem fertigte sie Plastiken aus Gips, Holz, Stein, Bronze und Metall. Auch Plaketten und Porträtbüsten gehören zu den von ihr erstellten Kunstwerken.

Das Kunsthaus Hamburg zeigte 1978 im Rahmen einer Einzelausstellung Werke Anne-Marie Voglers.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annemarie Vogler. In: Christian Otto Frenzel: Kunst am Bau in Hamburg 1947–1958. Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Baubehörde Hamburg. Verlagshaus Axel Springer in Hamburg. Hammerich & Lesser, Hamburg 1959, S. 122, 123.
  • Vogler, Anne Marie. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. 463.
  • Vogler, Annemarie. In: Heinz Spielmann: Bildhauer in Hamburg 1900–1972, Berufsverband bildender Künstler Hamburgs (Hrsg.), Hans Christians Verlag, Hamburg 1972, ISBN 978-3-7672-0194-1 (nicht paginiert).
  • Anne-Marie Vogler. In: Elisabeth Axmann (Red.): Künstler in Hamburg. Hrsg.: Kulturbehörde Hamburg, Christians Verlag, Hamburg 1982, ISBN 978-3-7672-0749-3 (nicht paginiert).
  • Vogler, Annemarie. In: Heinz Zabel: Plastische Kunst in Hamburg – Skulpturen und Plastiken im öffentlichen Raum, 2. Auflage, Dialog-Verlag, Reinbek 1987, ISBN 3-923707-15-0, S. 24, 48, 106.
  • Emma Vogler (Hrsg.), Brita Reimers: Anne-Marie Vogler. Leben und Werk, Dölling und Galitz, Hamburg 1996, ISBN 978-3-930802425.
  • Maike Bruhns: Kunst in der Krise. Bd. 1: Hamburger Kunst im „Dritten Reich“. Dölling und Galitz, München/Hamburg 2001, ISBN 3-933374-94-4.
  • Brita Reimers: Vogler, Anne-Marie. In: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Band 3. Wallstein, Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0081-4, S. 394–395.
  • SAGA GWG: Kunst im Quartier. Hamburgs großer Vermieter fördert Kultur in den Stadtteilen. Beispiele aus acht Jahrzehnten von Friederike Weimar und Ute Janssen, Hamburg 2008, S. 70, 71 (PDF-Datei)
  • Birgit Ahrens: Vogler, Anne-Marie. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump; ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 484.
  • Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: Kunstwerke im öffentlichen Raum, Hamburg, 14. August 2018, S. 4, 12, 19, 29 (PDF-Datei)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Anne-Marie Vogler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grab-Lage
  2. Abbildung Sommerruhe bei sh-kunst.de
  3. Flötenspieler Düppelstraße 2