Arborn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Arborn
Gemeinde Greifenstein
Koordinaten: 50° 35′ 6″ N, 8° 10′ 24″ O
Höhe: 411 m ü. NHN
Fläche: 5,46 km²[1]
Einwohner: 620 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35753
Vorwahl: 06477
Ortsansicht von Arborn
Ortsansicht von Arborn

Arborn ist seit 1977 ein Ortsteil der Gemeinde Greifenstein im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemarkung liegt der Knoten, mit 605 m ü. NHN[2] einer der höchsten Berge im hessischen Teil des Westerwaldes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arborn liegt am Südhang des Westerwaldes. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1391 unter dem Namen Alborn. Am 17. Juni des genannten Jahres belehnte Bischof Eckard von Worms den Ritter Conrad von Essershausen mit der Burg Essershausen, sowie Zehnt- und anderen Grundrechten Weilmünster, Mengerskirchen und Arborn. Damit lernen wir die Grundherren kennen, unter denen Arborn zwar nicht gegründet, wohl aber umbenannt wurde. Es sind die Bischöfe von Worms. Die Nassauer Grafen erwarben den Wormser Besitz in der Calenberger Zent, zu der auch Arborn gehörte und waren infolgedessen Rechtsnachfolger der Bischöfe geworden. Außerdem zeigen Verkäufe und Verpfändungen, dass die Beilsteiner Grafen nahezu die ganze Arborner Dorfmark als Eigentum in Anspruch nahmen.[3]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Arborn im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit den bis dahin ebenfalls selbstständigen Gemeinden Greifenstein, Beilstein, Nenderoth, Odersberg und Ulmtal kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Greifenstein zusammengeschlossen.[4] Für Arborn wurde, wie für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Greifenstein, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Beilstein.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Arborn lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Arborn 576 Einwohner. Darunter waren 6 (1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 99 Einwohner unter 18 Jahren, 246 waren zwischen 18 und 49, 114 zwischen 50 und 64 und 117 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 364 Haushalten. Davon waren 74 Singlehaushalte, 81 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 63 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 168 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[8]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arborn: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
411
1840
  
411
1846
  
447
1852
  
450
1858
  
452
1864
  
480
1871
  
410
1875
  
419
1885
  
435
1895
  
452
1905
  
452
1910
  
422
1925
  
464
1939
  
428
1946
  
577
1950
  
530
1956
  
475
1961
  
469
1967
  
493
1970
  
500
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
577
2015
  
598
2020
  
620
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[6]; Gemeinde Greifenstein[1]; Zensus 2011[8]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[6]

1885: 434 evangelische (= 99,77 %), ein katholischer (= 0,23 %) Einwohner
1961: 429 evangelische (= 91,47 %), 35 katholische (= 7,46 %) Einwohner

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Ortsteil Arborn gibt es einen fünfköpfigen Ortsbeirat mit Ortsvorsteher. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist der Ortsvorsteher Harald Macho.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arborn besitzt einen Ortskern aus mehreren Fachwerkhäusern, die zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammen. Dieser Ortskern wird von dem historischen Schulhaus geprägt, einer 1717 erbauten Kapellenschule mit Dachreiter, die vom örtlichen Heimatverein zu einem Museum ausgebaut wurde. Im Obergeschoss des Schulhauses befand sich ein Betsaal. Gemeinsam mit dem Backes aus dem Jahr 1800 begrenzt das Schulhaus einen kleinen Platz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Arborn wird alljährlich von den Jugendlichen, die in diesem Jahr ihren 13. Geburtstag feiern, der Pfingstbaum aufgestellt, ein Brauch, den es in dieser Form nur in diesem Ort im Westerwald gibt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Daten und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Greifenstein, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2021.
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. HHStAW Bestand 121 Nr. U von Essershausen, 1391 Juni 17 In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  4. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 19 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  5. Hauptsatzung der Gemeinde Greifenstein § 6. Abgerufen im Februar 2019.
  6. a b c Arborn, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 12 und 52;.
  9. Ortsbeiräte der Gemeinde Greifenstein, abgerufen im März 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]