Sydney-Trichternetzspinne

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Sydney-Trichternetzspinne
Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus)

Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus)

Systematik
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Teilordnung: Tuberculotae
Familie: Hexathelidae
Gattung: Atrax
Art: Sydney-Trichternetzspinne
Wissenschaftlicher Name
Atrax robustus
O. P.-Cambridge, 1877

Die Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus) ist die einzige Art der Gattung Atrax und gehört zur Familie Hexathelidae. Sie kommt sowohl im Stadtgebiet als auch in der Umgebung von Sydney vor und gehört zu den wenigen Spinnenarten, deren Biss auch für Menschen eine erhebliche Gefahr darstellt.

Die Sydney-Trichternetzspinne lebt in tunnelartig ausgebauten Erdlöchern in bevorzugt feucht-kühler Umgebung, die mit trichter- oder röhrenförmigen Netzen ausgekleidet werden und sich häufig in geschützter Lage unter Steinen oder Totholz finden. Die Weibchen verbringen hier die meiste Zeit ihres Lebens und verlassen den Bau nur selten. Ein Anlass dafür kann in den Bau eindringendes Regenwasser sein, weshalb die Spinnen dann häufiger in menschlichen Behausungen angetroffen werden, wo sie Schutz suchen. Die Männchen gelangen auch bei ihren nächtlichen Streifzügen auf Paarungssuche in Häuser.

Der Biss von A. robustus kann für Menschen tödlich sein. Seit 1981 steht ein Gegengift zur Verfügung und seither sind keine weiteren Todesfälle gemeldet worden – von 1927 bis 1981 sind 13 Menschen an den Folgen eines Bisses gestorben. Die Giftwirkung geht vor allem von einem Protein namens Delta-Atracotoxin aus, das Gegenstand zahlreicher Forschungen ist – ähnlich wie das Gift anderer gefährlicher Spinnen (wie etwa Phoneutria nigriventer, der sogenannten Bananenspinne) wirkt das Gift direkt auf das Nervensystem des Menschen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Gift vor allem für Menschen, Primaten und neugeborene Mäuse gefährlich ist, während es bei vielen anderen Säugetieren (wie Hund und Katze) kaum Wirkung entfaltet. Das Gegengift wird aus dem Blut von mit Gift der Trichternetzspinne immunisierten Tieren gewonnen. Für eine Dosis Gegengift muss eine Trichternetzspinne etwa 70 Mal gemolken werden.

Männchen und Weibchen der Sydney-Trichternetzspinne

Ferner ist bei dieser Spinnenart das Gift des nur bis zu etwa 2,5 Zentimeter großen Männchens vier bis sechs Mal stärker als das des mit bis zu etwa 4 Zentimeter (mit Beinen ca. 8 Zentimeter) deutlich größeren Weibchens. Es wird berichtet, dass die Kieferklauen kräftig genug seien, um weiches Schuhwerk oder den Fingernagel eines Kindes zu durchdringen. Aufgrund der Ausrichtung und Länge der Kieferklauen wird deren Einsatz durch die Drohgebärde des Aufrichtens der Spinne begünstigt.

Neben dieser Art gibt es in der Familie Hexathelidae weitere für den Menschen potenziell gefährliche Spinnen, wie Hadronyche formidabilis, die vom nördlichen New South Wales bis ins südliche Queensland vorkommt. Im Gegensatz zu A. robustus leben die Hadronyche-Spinnen in Bäumen oder in verrottenden Baumstämmen. Ihr Gift entfaltet im menschlichen Körper eine ähnlich starke Wirkung, zuweilen müssen auch Bisse dieser Arten mit dem Gegengift für Atrax robustus behandelt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard G. Habermehl: Gifttiere und ihre Waffen. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1994
  • Rainer F. Foelix: Biologie der Spinnen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1992

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trichternetzspinne – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien