Aufkirchen (Gerolfingen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Aufkirchen
Gemeinde Gerolfingen
Wappen von Aufkirchen
Koordinaten: 49° 2′ 56″ N, 10° 30′ 4″ O
Höhe: 441 (429–479) m ü. NHN
Fläche: 3,37 km²
Einwohner: 355 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91726
Vorwahl: 09854

Aufkirchen ist ein Ortsteil der Gemeinde Gerolfingen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt südlich der Wörnitz, die in Donauwörth links in die Donau mündet. Das Dorf liegt am südlichen Fuße des Hesselbergs. Umrahmt wird Aufkirchen von den beiden anderen Ortsteilen der Gemeinde Gerolfingen. Nördlich liegt der Ortsteil Gerolfingen und südlich der Ortsteil Irsingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufkirchen wird 1188 im Seligenstädter Vertrag als „Vfkirchin“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Zur hoch gelegenen Kirche“.[2] Zugleich wird der Ort als „burgus“ (= befestigter Ort) bezeichnet.[3] Vermutlich ist es um 1170 von Kaiser Friedrich Barbarossa als königliche Stadt gegründet worden. Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete die Stadt 1336 an die Grafen von Oettingen. Da das Pfand nicht mehr eingelöst wurde, sank Aufkirchen zu einem zweitrangigen Marktflecken herab, der Sitz eines Oberamtes war. 1634 und 1663 äscherten Brände den Ort größtenteils ein. Am Wiederaufbau beteiligten sich nicht zuletzt die Exulantenfamilien aus Österreich, die hier als Glaubensflüchtlinge eine neue Heimat fanden.[4]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Markt Aufkirchen zur Ruralgemeinde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Oettingen.[5] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 3,371 km².[6] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern (1. Januar 1972) wurde diese nach Gerolfingen eingemeindet und verlor ihren Marktstatus.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 498 554 507 485 485 466 443 450 442 436 425 402 404 384 413 412 386 383 371 560 553 514 383 363 355
Häuser[8] 105 105 106 102 97 90 91 100
Quelle [9] [10] [10] [10] [11] [10] [12] [10] [10] [13] [10] [10] [14] [10] [10] [10] [15] [10] [10] [10] [16] [10] [6] [17] [1]

Kultur und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 1: Ehemalige Mühle, zweigeschossiger massiver Satteldachbau, bez. 1854.
  • Haus Nr. 46: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiger giebelständiger Einfirsthof mit teilweise verputztem Fachwerkobergeschoss und -giebel, 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 48: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiges giebelständiges Wohnstallhaus mit Satteldach, Fachwerkobergeschoss und -giebel, 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 50: Rathaus, zweigeschossiger freistehender Satteldachbau mit unverputztem Fachwerkobergeschoss und -giebel, Dachreiter und Freitreppe, 1634; mit Ausstattung.
  • Haus Nr. 51: Ehem. Amtmannsgebäude, zweigeschossiger, massiver Putzbau mit steilem Satteldach, im Kern 1688, 1737 verändert; Hoftor mit Nebenpforte, 17./18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 53: Gasthaus, zweigeschossiger Putzbau mit Schopfwalmdach, bez. 1835.
  • Haus Nr. 64: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit Walmdach, bez. 1740, Anbau um 1910.
  • Haus Nr. 76: Evang-Luth. Pfarrkirche Johannes der Täufer, zweischiffige Basilikalkirche mit eingezogenem Polygonalchor und südlichem Chorwinkelturm, Langhaus im Kern 14. Jahrhundert, Turm 1514/15 mit barocker Zwiebelhaube, nach Brand Erneuerung 1662-1700; mit Ausstattung; Friedhofsmauer mit Torbogen, aus Bruchstein, im Kern wohl spätmittelalterlich.
  • Ehemaliger Schlossgarten mit Ummauerung, 18. Jahrhundert[18]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ort Aufkirchen ist geprägt von seiner markanten St. Johanniskirche, die berühmt ist für ihre Orgel und den zwiebelförmigen Kirchturm.[19]
  • In der Ortsmitte befindet sich das Rathaus der Gemeinde mit Fachwerk von 1688 und einem Dorfbrunnen.[20]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es gibt ein Land-Gasthaus, eine Dieseltankstelle und einen überregionalen Taxibetrieb.

Sport und Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FC-Bayern-Fanclub Aufkirchen/Hesselberg
  • Kellerclub Aufkirchen
  • Verein für Obst-, Gartenbau und Landespflege Aufkirchen/Irsingen
  • Sportclub Aufkirchen e.V.

Umgebung und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Limeseum & Römerpark Ruffenhofen
  • Wunibaldquelle
  • Hesselberg
  • Wörnitz
  • Dinkelsbühler Altstadt

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gerolfingen zur Staatsstraße 2218, nach Reichenbach, Irsingen, Fürnheim und nach Ruffenhofen zur Staatsstraße 2385.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).
  2. W.-A. v. Reitzenstein, S. 28.
  3. Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 9. April 2017.
  4. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Wassertrüdingen (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 28). GFF, Nürnberg 2014, ISBN 978-3-929865-61-5.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 75 (Digitalisat).
  6. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 759 (Digitalisat).
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 6 (Digitalisat).
  10. a b c d e f g h i j k l m n o Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 167, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  11. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1003, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1169, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1101 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1167 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1205 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1033 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).
  18. Baudenkmäler in Gerolfingen (PDF; 131 kB)
  19. GEROLFINGEN : Kultur - Geschichte Aufkirchen browse. In: www.gerolfingen.de. Abgerufen am 28. September 2016.
  20. GEROLFINGEN : Kultur - Geschichte Aufkirchen browse. In: www.gerolfingen.de. Abgerufen am 28. September 2016.