Aufkirchen (Gerolfingen)

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Aufkirchen
Gemeinde Gerolfingen
Wappen von Aufkirchen
Koordinaten: 49° 2′ 56″ N, 10° 30′ 4″ O
Höhe: 441 (429–479) m
Einwohner: 355 (1987)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91726
Vorwahl: 09854
Aufkirchen (Bayern)
Aufkirchen

Lage von Aufkirchen in Bayern

Aufkirchen ist ein Ortsteil der Gemeinde Gerolfingen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt südlich der Wörnitz, die in Donauwörth links in die Donau mündet. Das Dorf liegt am südlichen Fuße des Hesselbergs. Umrahmt wird Aufkirchen von den beiden anderen Ortsteilen der Gemeinde Gerolfingen. Nördlich liegt der Ortsteil Gerolfingen und südlich der Ortsteil Irsingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufkirchen wird 1188 im Seligenstädter Vertrag als burgus (= befestigter Ort) erstmals urkundlich erwähnt.[1] Vermutlich ist es um 1170 von Kaiser Friedrich Barbarossa als königliche Stadt gegründet worden. Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete die Stadt 1336 an die Grafen von Oettingen. Da das Pfand nicht mehr eingelöst wurde, sank Aufkirchen zu einem zweitrangigen Marktflecken herab, der Sitz eines Oberamtes war. 1634 und 1663 äscherten Brände den Ort größtenteils ein. Am Wiederaufbau beteiligten sich nicht zuletzt die Exulantenfamilien aus Österreich, die hier als Glaubensflüchtlinge eine neue Heimat fanden.[2]

Mit dem Gemeindeedikt wurde der Markt Aufkirchen zur politisch eigenständigen Gemeinde. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern (1. Januar 1972) wurde diese nach Gerolfingen eingemeindet und verlor ihren Marktstatus.

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Aufkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 413 Einwohner[3]
  • 1933: 338 Einwohner
  • 1939: 372 Einwohner[4]
  • 1987: 355 Einwohner[5]

Kultur und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 1: Ehemalige Mühle, zweigeschossiger massiver Satteldachbau, bez. 1854.
  • Haus Nr. 46: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiger giebelständiger Einfirsthof mit teilweise verputztem Fachwerkobergeschoss und -giebel, 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 48: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiges giebelständiges Wohnstallhaus mit Satteldach, Fachwerkobergeschoss und -giebel, 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 50: Rathaus, zweigeschossiger freistehender Satteldachbau mit unverputztem Fachwerkobergeschoss und -giebel, Dachreiter und Freitreppe, 1634; mit Ausstattung.
  • Haus Nr. 51: Ehem. Amtmannsgebäude, zweigeschossiger, massiver Putzbau mit steilem Satteldach, im Kern 1688, 1737 verändert; Hoftor mit Nebenpforte, 17./18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 53: Gasthaus, zweigeschossiger Putzbau mit Schopfwalmdach, bez. 1835.
  • Haus Nr. 64: Ehemaliger Bauernhof, zweigeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit Walmdach, bez. 1740, Anbau um 1910.
  • Haus Nr. 76: Evang-Luth. Pfarrkirche Johannes der Täufer, zweischiffige Basilikalkirche mit eingezogenem Polygonalchor und südlichem Chorwinkelturm, Langhaus im Kern 14. Jahrhundert, Turm 1514/15 mit barocker Zwiebelhaube, nach Brand Erneuerung 1662-1700; mit Ausstattung; Friedhofsmauer mit Torbogen, aus Bruchstein, im Kern wohl spätmittelalterlich.
  • Ehemaliger Schlossgarten mit Ummauerung, 18. Jahrhundert[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ort Aufkirchen ist geprägt von seiner markanten St. Johanniskirche, die berühmt ist für ihre Orgel und den zwiebelförmigen Kirchturm.[7]
  • In der Ortsmitte befindet sich das Rathaus der Gemeinde mit Fachwerk von 1688 und einem Dorfbrunnen.[8]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es gibt ein Land-Gasthaus, eine Dieseltankstelle und einen überregionalen Taxibetrieb.

Sport und Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FC-Bayern-Fanclub Aufkirchen/Hesselberg
  • Kellerclub Aufkirchen
  • Verein für Obst-, Gartenbau und Landespflege Aufkirchen/Irsingen
  • Sportclub Aufkirchen e.V.

Umgebung und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Limeseum & Römerpark Ruffenhofen
  • Wunibaldquelle
  • Hesselberg
  • Wörnitz
  • Dinkelsbühler Altstadt

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gerolfingen zur Staatsstraße 2218, nach Reichenbach, Irsingen, Fürnheim und nach Ruffenhofen zur Staatsstraße 2385.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 1. Stettinische Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, Sp. 198.
  • Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 12.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 9. April 2017.
  2. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Wassertrüdingen (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 28). GFF, Nürnberg 2014, ISBN 978-3-929865-61-5.
  3. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/dinkelsbuehl.htm
  4. http://geschichte-on-demand.de/bay_dinkelsbuehl.html
  5. http://wiki-de.genealogy.net/Aufkirchen_%28Gerolfingen%29
  6. Baudenkmäler in Gerolfingen (PDF; 131 kB)
  7. GEROLFINGEN : Kultur - Geschichte Aufkirchen browse. In: www.gerolfingen.de. Abgerufen am 28. September 2016.
  8. GEROLFINGEN : Kultur - Geschichte Aufkirchen browse. In: www.gerolfingen.de. Abgerufen am 28. September 2016.