Bahnbetriebswerk Rheine

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Das Bahnbetriebswerk Rheine ist ein ehemaliges Bahnbetriebswerk (Bw) in Rheine (Nordrhein-Westfalen). Es kann auf eine lange Geschichte und somit auch die Stadt Rheine auf eine lange Eisenbahntradition seit dem 19. Jahrhundert in der Region zurückblicken.

Bahnbetriebswerk Rheine

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bw teilt sich historisch in die Bereiche Bw Rheine Rangierbahnhof (Rbf) und Personenbahnhof (Pbf) auf. 1964 wurden beide zusammengelegt. Geographisch im Nordwesten Nordrhein-Westfalens zu Niedersachsen angrenzend befindlich, wurden mehrere sich kreuzende Strecken in alle Himmelsrichtungen bedient. Dadurch hatte Rheine den Status eines Knotenbahnhofs.

Ringlokschuppen des Bw Rheine, 2008

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor und während des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bw Rheine Pbf wurde mit dem Bau der Strecke Bahnstrecke Löhne–Rheine (Eröffnung 23. Juni 1856) in Betrieb genommen, zunächst mit Reparaturschuppen, dann 1890 erweitert mit 16 m – 18 m Drehscheibe inklusive 7–8 ständigen Schuppen, Kohlenlager und Bühne, allesamt gelegen an der Lindenstraße in Rheine. Der zweite Rundschuppen wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg gebaut mit einer 20 m, später jedoch 23 m Drehscheibe. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden nur Regionalzüge bespannt, nach dem Krieg zudem auch Schnellzüge auf der Tangente Holland-Hannover-Braunschweig.

Das Bw Rheine Rbf wurde zwischen 1911 und 1919 im Rheiner Stadtteil Hauenhorst gebaut und damit wurde das Bw Rheine Pbf ausschließlich für die Bespannung von Personenzügen zuständig. Bw Rheine Rbf stellte die Rangier- und Güterzuglokomotiven für den Bahnbetrieb bereit.

Um den Personenzugdienst zu gewährleisten, standen im Bw Rheine Pbf 1927 35 Lokomotiven zur Verfügung, von denen täglich 23 dienstbereit gehalten wurden (die Monatsleistungen beliefen sich auf 200.000 km). Es standen im Bw Rheine Pbf ein Kohlenbansen mit 2600 t Fassungsvermögen zur Verfügung (täglicher Bedarf damals 60 t), ebenso ein elektrischer Greiferkran für die täglichen Ladungsgeschäfte; eine Auswaschanlage für die Lokomotiven war ebenfalls vorhanden.

Der Bahnhof wurde 1927 hochgelegt und das Bw umgestaltet und umstrukturiert: Der alte Lokschuppen wurde zu einer Kraftwagenhalle mit Vorheizanlage umgebaut. Der neue Schuppen wurde vergrößert und eine Anlage mit Sumpf, Hoch- und Greiferbekohlung von 1923 bis 1925 neu erstellt. Sämtliche Anlagen des Personen-Bw wurden im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

Angaben aus dem Jahr 1927 besagen, dass im Bw Rheine Rbf von 58 Lokomotiven täglich 36 fahrbereit gehalten wurden, die Monatsleistungen beliefen sich auf 157.000 km. Nach Engpässen der Wasserversorgung zwischen 1923 und 1925 ließ die damalige Reichsbahndirektion eine eigene Verbindungsleitung nach Rheine Rbf mit Wasserspeisung aus der Ems bauen mit einer Leistung von bis zu 1000 Kubikmeter pro Tag. Diese Leitung wurde später nach Rheine Pbf verlängert. Das Bw Rheine Rbf erlitt im Zweiten Weltkrieg nur Schäden an der Pumpstation und leichtere Kriegsschäden. Der maschinentechnische Dienst musste 1945 allein vom Rbf-Teil übernommen werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde wegen schwerer Schäden vom Bw Rheine Pbf in den holländischen Schuppen in Salzbergen ausgewichen (dieser befand sich in der heutigen Gabelung der Bahnstrecke Almelo–Salzbergen und der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole).

Das Maschinenamt Rheine wurde 1919 eingerichtet, dem die Bahnbetriebswerke unterstanden, es wurde aber wegen Kriegsschäden nach Beesten ausgelagert.

Nach Kriegsende mussten auf den Rheiner Bahnhöfen Trümmer von 1000 Güterwagen, 100 Personenwagen und 50 Lokomotiven beseitigt werden, bevor nach Beseitigung aller Schäden und Ausbesserungsarbeiten an Gleisen und Anlagen im Jahr 1956 der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen Überlastung des Bw Rheine Pbf musste das Bw Rheine Rbf von 1949 bis 1952 den Betrieb für Personenzüge mit übernehmen, 1951 wurde der Triebwagenschuppen (Vt-Schuppen) wiederaufgebaut. 1977 wurden in diesem Schuppen noch 15 Kleinlokomotiven und 17 ETA (Elektrotriebwagen mit Akku) unterhalten. Das Bw Rheine Pbf verfügte über eigene Anlagen zur Unterhaltung von Kleinlokomotiven und Dieselloks, zudem gab es dort unter anderem eine Güterzugwerkstatt und ein Fernheizwerk.

Das Maschinenamt Rheine wurde 1954 aufgelöst, daraufhin wurde das Bw Rheine Rbf dem Maschinenamt Münster unterstellt, später jedoch Osnabrück.

1964 wurde das Bw Rheine Pbf dem Rbf-Teil angegliedert, damit gab es offiziell nur noch ein Betriebswerk am Standort Rheine.

Am 1. Juli 1967 wurde die Öltankanlage im Bw Rheine fertiggestellt, die aus einem Beobachtungsturm und einer Pumpe bestand, die Öl aus einem Tankwagen direkt in die Öltender förderte.

In den Jahren 1968/69 kamen aufgrund der Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der Rollbahn Münster–Osnabrück–Bremen–Hamburg elf Lokomotiven der DR-Baureihe 01.10 (012 nach neuem DB-Nummernschema ab 1968) mit Ölfeuerung in das Bw und acht Maschinen der DB-Baureihe 043 sowie sämtliche Baureihe 042-Maschinen der Bw Kirchweyhe und Bw Osnabrück Hbf. Maschinen der Baureihen 023 und 011 wurden im Zuge dessen durch weitere 01.10 Lokomotiven aus dem Bw Hamburg-Altona ersetzt.

Ehemaliger Rundschuppen, 2010

Anfang 1973 gab es nur noch ölgefeuerte Dampfloks im Bw Rheine. Die Ölkrise zwang die Bahndirektion Münster die Umläufe der 01.10-Lokomotiven einzusparen und mit drei Maschinen der Baureihe 216 und zwei Maschinen der Baureihe 050 zu ersetzen. Für die Baureihe 043 wurden kohlegefeuerte 044 als Ersatz herangezogen („die Kohleinvasion im Bw“), die Baureihe 042 stand während dieser Zeit jedoch nicht still. Dieser Zustand hielt bis zum 7. Januar 1974 an.

Zur Außerdienststellung der Dampflokomotiven 1977 standen im Bw Rheine noch 16 Dampflokomotiven (vier der Baureihe 042, zwölf der Baureihe 043) zur Verfügung, sowie sechs Diesellokomotiven der Baureihe 260. Die Personalmenge wurde mit 621 Angestellten, Beamten und Arbeitern angegeben, davon 300 Triebfahrzeugführer.

Nach dem Ausscheiden der Dampfloks werden im Bw Rheine noch zahlreiche Loks „kalt“ abgestellt, die entweder verkauft oder verschrottet werden sollten. Anstelle der Dampfloks übernehmen nun Dieselloks der Baureihe 216 und Baureihe 220/Baureihe 221 den Dienst auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole und den angrenzenden nichtelektrifizierten Strecken (vorher schon Dieselbetrieb: Rheine–Burgsteinfurt–Lutum, Ochtrup–Rheine–Quakenbrück und Rheine–Ochtrup).

Ab 1980 wurde der elektrische Betrieb auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole aufgenommen, seit 1983 sind Gleise und Drehscheibe entfernt. 1983 wurde auch die Selbstständigkeit des Bahnbetriebswerks aufgehoben. Damit wurde unter die Geschichte des Bw Rheine als eigenständige Betriebsstelle der Schlussstrich gezogen.

Der Abschied von der Dampflok 1977[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. und 11. September 1977 wurde in Rheine der Dampflokabschied mit einem großen, von der Deutschen Bundesbahn initiierten, Fest gefeiert. Dieses Fest wurde durch eine Leistungsschau der Eisenbahn begleitet, zahlreiche Sonderfahrten, Möglichkeit zur Werksbesichtigung und vielem mehr. Kuriosum waren Versteigerungen, bei der Bahnandenken erworben werden können.

Viele Eisenbahnfreunde aus Deutschland und ferner nutzten die Möglichkeit zur Mitfahrt in den Sonderzügen und bei den Fotogelegenheiten ausgiebig.

Erst Ende Oktober fuhren bei der Bundesbahn zum letzten Mal Dampflokomotiven. Danach waren alle Dampffahrten auf deutschen Gleisen der Bundesrepublik Deutschland bis 1985 zur 150-Jahr-Feier des deutschen Eisenbahnverkehrs durch das sogenannte „Dampflokverbot“ von zentraler Stelle untersagt.

Die letzte betriebsfähige Rheiner Dampflok (bis Oktober 1977) war die Lok 043 196-5, die heute am Bahnhof Salzbergen als Denkmalslok abgestellt ist.

Anlagenumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleis- und Lageplan des Bw in den 1970er Jahren

Aus der Luft betrachtet war der Anlagenumfang des Bw Rheine sehr lang gezogen, von Nord nach Süd zogen sich lang gestreckte Gleisanlagen samt Einfahrgruppe, Rangiergruppe und Ausfahrgruppe eingerahmt von den beiden Bw-Bereichen Pbf und Rbf über eine Gesamtlänge von circa 3,9 km durch das Stadtbild. An der breitesten Stelle sind die heute abgetragenen Gleisanlagen des ehemaligen Rangierbahnhofes circa 150 m breit. Zu den Anlagen des Rangierbahnhofes Rheine gehörte auch ein Portalkran, der jedoch seit den 1990er Jahren am Rheiner Industriegebiet Nord steht, mitsamt dem Containerterminal. Dies liegt an der Strecke Richtung Quakenbrück, von der nur noch der Abschnitt bis zum Bahnhof Spelle im Güterverkehr bedient wird.

Die Anlagen heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittlerweile sind alle Anlagen verfallen, das Gelände des Rangierbahnhofes ist eine einzige sich mittlerweile natürlich begrünende Schotter- und Sandfläche, alle Anlagen des Bw Rheine wurden bis auf die Gebäude abgebaut, die immer weiter verfallen. Die Stadt und auch die Deutsche Bundesbahn, beziehungsweise ihr Rechtsnachfolger Deutsche Bahn AG haben keine Maßnahmen zur Erhaltung der Anlagen in Angriff genommen. Zudem ist das Betreten des Geländes wegen freiliegender Kanalschächte und unabgesperrter Wasserbunker und Arbeitsgruben, den einsturzgefährdeten Gebäuden und deren Anbauten lebensgefährlich. Im Herbst 2008 ist mit Rodungsarbeiten und dem Abbruch der Gebäude begonnen worden, das Gelände soll zu einem Gewerbegebiet "Rheine R" umgebaut werden. [1]

Es gab eine Verbindungskurve ab Emsbrücke vor Einfädelung der Strecke von Richtung Osnabrück zum Rangierbahnhof, die unter der Bundesstraße 481 und der Bahnstrecke nach Münster kurz vor der Einfädelung in den Rangierbahnhof geführt wurde. Wie alle anderen Anlagen wurde auch diese Verbindungskurve zurückgebaut. Die Streckenführung erlaubte es, Güterzüge aus dem Ruhrgebiet aus Richtung Münster kommend ohne Umsetzen der Zuglok beziehungsweise erforderliches Wenden im Personenbahnhof in Richtung Osnabrück-Hannover und umgekehrt zu fahren. Auch wurden, im Falle einer Sperrung der KBS 385 im Abschnitt Münster-Osnabrück, Fernzüge über die Verbindungskurve geführt. Die genannte Verbindungskurve wurde sehr spät nach dem Abtragen der Gleise aus dem Rangierbahnhof abgebaut, daher sind bei der DB Buchfahrpläne bis in die 1990er Jahre hinein existent, die diese Verbindungskurve aufführen.

Ein weiterer möglicher Nebeneffekt war, dass Güterzüge aus Richtung Ruhrgebiet direkt auf die Strecke Osnabrück-Hannover geführt werden konnten. Als zusätzlicher Bypass aus Nord-Süd-Richtung der Verbindungskurve, vermutlich um die Rangier- und Ausfahrgruppe umfahren zu können, waren zusätzliche Verbindungsgleise vorhanden. Auch bei der Bahnstrecke von Rheine Richtung Coesfeld war eine Umfahrung des Rangierbahnhofs wie im Gleisplan zu sehen vorgesehen und gebaut worden.

Bediente Strecken und Einflussbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bw Rheine bediente die Streckenabschnitte in die Richtung Emden–Norddeich Mole (Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole), Richtung Münster, Richtung Almelo (NL), Richtung Osnabrück(–Hannover), Richtung Coesfeld und Quakenbrück und Richtung Ochtrup. Die angrenzenden Bahnbetriebswerke waren Emden, Münster, Osnabrück und Oldenburg (Oldb) (für Bereich ab Quakenbrück). Durch die Zusammenlegungen von Bundesbahndirektionsbereichen wurden die Verantwortlichkeiten zwischen diesen über die Jahre verschoben, so war bis Mitte der 1970er Jahre die Baureihe 216 von Oldenburg aus auch im Emsland im Einsatz. Ein weiteres Beispiel für diesen Umstand war nach der Auflösung des Bw Rheine als eigenständiges Bw der Anschluss an das Bw Osnabrück und damit verbunden die ausschließliche Unterhaltung von verbliebenen Triebwagen und Kleinlokomotiven (V60, Köf).

Beheimatete Fahrzeuge und Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden sind die im Bw Rheine eingesetzten Triebfahrzeuge genannt. Die Bilder zeigen einige in Rheine beheimatete Fahrzeuge im Bw und auf der Strecke.

Güterzuglokomotiven (Dampf)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

preußische Bezeichnung[2] neue Bezeichnung DB* ab Jahr bis Jahr
T14.1 93.5 (093) 1919 (?) 1967[3][4]
T16.1 94.5 (094) 1919 (?) 1962[3][2]
T16.1 94.5 (094) 1968[2] 1969[2]
G7.2 55.7 1919
G9.1 55.23 1919
- 50 (050, 051, 052, 053) 1945 1964[2]
- 52 1945
- 41 Kohle (041) 1949 1969[3]
- 44 Kohle (044) 1958 1974[3]
- 41 Öl (042) 1968[2] 1977[3]
- 44 Öl (043) 1968[2] 1977[3]

Personenzuglokomotiven (Dampf)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preußische Bezeichnung Neue Bezeichnung DB* ab Jahr bis Jahr
S10.2 17.2 1919 1948[2][5]
P8 38.10 (038) 1919 1960[2]
- 03 (003) 1935
- 01 (001) 1962
- 01.10 (011/012) 1965–66
- 23 (023, DB-Neubaulok) n.n

Diverse preußische Tenderlokomotiven wurden zusätzlich zum Rangierdienst im Personenbahnhof genutzt.

Diesellokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor und nach dem Ende der Dampfbespannung auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole und den an Rheine angebundenen Nebenstrecken gab es Beheimatungen von Diesellokomotiven im Bw Rheine, welche am Personen- und Güterbahnhof bereitgehalten wurden.

Alte Bezeichnung DB Neue Bezeichnung DB* Ab Jahr
V 20 270 -
V 60 260, 261, 360 1960
V 200.0 220 1977
V 200.1 221 1977
Köf II/Köf III 323, 333 1977

Triebwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Personenbahnhof wurden in der Triebwagenhalle die Dieseltriebwagen unterhalten, mit welchen Personenverkehr ins Umland und auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole erfolgte.

Alte Bezeichnung DB Neue Bezeichnung DB* Ab Jahr
ETA 150 515/815 -
VT 60 660 -
VT 24 624, 634 -

Bespannte Züge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baureihen der Gattung T14.1 und T16.1 wurden im schweren Verschubdienst vor verschiedensten Güterzügen eingesetzt, ebenso wurden Loks der Baureihen 260 für den leichten Verschub genutzt. Für den schweren Erzverkehr vom Nordseehafen Emden ins Saarland mit teils aus 50 Wagen bestehenden Zügen aus Wagen der Bauart Fad wurden zunächst die Baureihen 044 eingesetzt. Diese überlangen und oft mit Vorspannlok gefahrenen Züge haben den Spitznamen „der lange Heinrich“ erhalten. Später wurden die langen Heinriche mit Baureihe-043-Lokomotiven bespannt, oft auch mit Baureihe 042 als Vorspannlok, welche wiederum vor nahezu allen Güterzügen auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole zu beobachten waren. Nach dem Ende der Dampflokzeit übernahmen Loks der Baureihe 220 den Erzverkehr, dem diese starken Maschinen gewachsen waren. Die Baureihe 216 wurde von Oldenburg aus ab den 1970er Jahren im Güter- und Personenverkehr auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole eingesetzt.

Die Baureihe 042 wurde zudem als Nahverkehrslok und bis zuletzt im Personenverkehr/Güterverkehr Bad Bentheim–Rheine–Osnabrück–Löhne eingesetzt, womit diese Maschinen universell genutzt wurden. Sie wies eine für eine Güterzuglok gute Zugleistung und eine hohe Endgeschwindigkeit von 90 km/h sowie gute Beschleunigungswerte auf.

Die Baureihe 023 war im Nahverkehr eingesetzt, die Baureihe 03 im Schnellzugdienst, dann auch im Nahverkehr und wurde durch die Reihe 01.10 verdrängt. Diese Lokomotiven liefen vor Eilzügen, Schnellzügen und den City-Schnellzügen (kurz: DC), welche im Laufe der Jahre durch Interregio- und heute durch Intercityverbindungen ersetzt wurden. Für die 176 km lange Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole brauchten diese Schnellzüge zirka zwei Stunden Fahrzeit, 2008 waren es 2:25 Std. mit einem Intercity.

Zugnummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die langen Schnellzüge und Ganzgüterzuge auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole gelangten unter Eisenbahnfreunden lange vor der Einstellung des Dampfbetriebes zur Berühmtheit. Aus der Epoche IV (etwa 1965 – 1990) und davor liegen aus verschiedenen Printquellen Zugnummern aus der Zeit vor. Fahrpläne können dadurch verständlicherweise nur rekonstruiert werden, da die Originale dem Urheberrecht der Deutschen Bundesbahn unterliegen. Es folgt nach Kategorien eine Aufstellung von Zugnummern aus den 1970er und 1980er Jahren, welche beispielhaft die Nummernbereiche der Züge zeigen soll.

Schnellzug Güterzug Nahverkehrszug Eilzug
D714 Dg54411 P2257 E1631
D715 Ng65680 N7418 E1806
D730 Ng62116 E1809
D734 Gdg57553 E1937
D735 Gdg52918 E1938
D817 Gdg52902 E2730
D915 Gdg52904 E2733
DC910 Gdg52912 E3260
DC912 Gdg52918 E3265
DC913 Gdg52924 E14105 (Post)
DC914 Gag57510
DC917 Gag57542
D1731 Üg69970
D1734 Dg56466
D1736
D1737
D438

1975 wurde ein Sonderzugpaar mit der Nummer 28185/28186 mit Dampflokomotiven bespannt und auf der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole gefahren, da der Dampflokabschied bereits absehbar war.

Literatur/Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnbetriebswerk Rheine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite "Rheine R" der Entwicklungs- und Wirtschafts-förderungsgesellschaft für Rheine
  2. a b c d Hansjürgen Wenzel: Die Baureihe 94. Arbeitsgemeinschaft Eisenbahn-Kurier e.V., Solingen 1973, S. 98.
  3. a b c d e f Deutsche Bundesbahn, Zentralstelle für den Werkstättendienst: Beiblatt zum Statistischen Nachweis St 10. Deutsche Bundesbahn, Frankfurt (Main) – (Nur im Verkehrsmuseum Nürnberg auf Anfrage einsehbar. Seit Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre auch in verschiedenen Zeitschriften für Eisenbahnfreunde veröffentlicht, z. B. im Eisenbahn-Kurier oder im Lok-Report).
  4. Gerhard Moll; Hansjürgen Wenzel: Die Baureihe 93. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1979, ISBN 3-88255-193-3, S. 128.
  5. Interne Aufzeichnungen in der Bundesbahndirektion Münster

Koordinaten: 52° 14′ 58,2″ N, 7° 27′ 34,1″ O