Bahnhof Dieringhausen

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Dieringhausen
Bahnhof Dieringhausen.jpg
Bahnhofsgebäude von Dieringhausen
Daten
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung KDI
IBNR 8000363
Kategorie 5
Eröffnung 1887
Lage
Stadt/Gemeinde Gummersbach
Ort/Ortsteil Dieringhausen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 59′ 6,6″ N, 7° 32′ 33,4″ OKoordinaten: 50° 59′ 6,6″ N, 7° 32′ 33,4″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
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Der Bahnhof Dieringhausen existiert seit dem Jahr 1887 und hat aus dem ehemals unbedeutenden Dorf Dieringhausen (Stadtteil von Gummersbach) von 1887 bis in die 1980er-Jahre einen regional bedeutsamen Ort gemacht, dessen ehemalige Gleisanlagen inklusive Bahnbetriebswerk ebenso wie die Eisenbahnersiedlungen noch heute das Ortsbild prägen.

Lange Zeit war der Bahnhof Dieringhausen ein bedeutender Eisenbahnknoten im oberbergischen Eisenbahnnetz und, obwohl er nicht der Innenstadtbahnhof Gummersbachs war, der wichtigste Bahnhof der Kreisstadt Gummersbach.

Der Bahnhof wird als Denkmal bewertet. Beide Empfangsgebäude und das ehemalige Bahnbetriebswerk stehen seit 1989 unter Denkmalschutz.[1] Allerdings fehlt noch der Eintrag für das gesamte Gelände in die Denkmalliste der Stadt Gummersbach, um alle Anlagen zu erhalten.

Noch heute ist der Bahnhof betrieblich der wichtigste Bahnhof entlang der Aggertalbahn, da im Bahnhof Züge betankt werden und er nachts als Abstellbahnhof dient.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Bahnhof Dieringhausen mit Güterabfertigung

Der erste Bahnhof wurde parallel zur Provinzialstraße im Jahr 1887 gebaut und später als Güterbahnhof genutzt, er liegt auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks. 1902 wurde der Wasserturm durch einen Neubau ersetzt. In den Jahren 1905/1906 wurde der neue Lokschuppen mit elf Ständen gebaut. Während der Entwicklung des Bahnhofs wurde auch eine Eisenbahnersiedlung gebaut.

Ab 1913 wurden die Bahnanlagen mit danach 14 Gleisen auf eine höhere Ebene verlegt. Aus den alten Bahnanlagen (alter Bahnhof und dem anfangs nur zweiständigen Lokschuppen im Bahnbetriebswerk) wurde 1916 ein reines Bahnbetriebswerk.

Der heute noch genutzte Bahnhof wurde erst 1920 in Betrieb genommen.

Zeitweise war das Bahnbetriebswerk um eine Werkstatt am Bahnhof in Osberghausen erweitert, der dem Dieringhausener Bahnhof auch als Zugbildungsbahnhof für die Wiehltalbahn diente.

Das Bahnbetriebswerk wurde 1982 durch die Bundesbahn aufgelöst und beherbergt seit 1985 das Eisenbahnmuseum Dieringhausen.

Das ehemalige Bahnbetriebswerk und heutige Eisenbahnmuseum Dieringhausen

Eisenbahnknotenpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof war nicht nur Endbahnhof vieler Eisenbahnlinien, sondern auch Halt von Eilzügen, zum Beispiel der Eilzüge von Köln nach Olpe oder Hagen, von Wuppertal nach Waldbröl oder zeitweilig sogar von Köln über Olpe bis nach Paderborn.

Folgende Eisenbahnstrecken führten hier zusammen:

  • die Bahnstrecke Siegburg–Olpe, 1979 wurde der Personenverkehr nach Olpe stillgelegt, 1997 der Gesamtverkehr. Die Weiche des alten Streckenzweigs ist seit 2003 ausgebaut. Für diese Strecke war Dieringhausen im Personenverkehr kein wirklicher Standortvorteil, da die Verbindungen aus Olpe in Dieringhausen endeten und man somit für Verbindungen beispielsweise zwischen Bergneustadt und Gummersbach meistens umständlich hier umsteigen musste. Zudem hätten Züge direkter Verbindungen im Bahnhof wenden müssen,
  • die Volmetalbahn Richtung Hagen, auf der ab Mitte der 1980er-Jahre nur noch Betrieb bis Gummersbach stattfand, der 2003 wieder bis Marienheide und Anfang 2014 bis Meinerzhagen verlängert wurde, ab Dezember 2017 ist eine Reativierung bis Brügge vorgesehen, die Züge sollen dann bis Lüdenscheid verlängert werden.
  • die Wiehltalbahn, auf der bis 1965 Personenverkehr stattfand. Sie begann zwar streckentechnisch in Osberghausen, allerdings endeten die meisten Züge in Dieringhausen oder fuhren noch weiter. Seit 1999 führt der Förderkreis zur Rettung der Wiehltalbahn e. V. Tourismusverkehr auf der Wiehltalbahn durch. Die Züge beginnen im Eisenbahnmuseum Dieringhausen, der Bahnhof ist eine weitere Einstiegsmöglichkeit. Seit 2005 wird auch wieder Güterverkehr in Form von Holztransportzügen durchgeführt.

Weiter verzweigten sich diese Strecken in der Umgebung in die Gummersbacher Kleinbahnen, die Leppetalbahn, die Wissertalbahn und die Wippertalbahn von Marienheide über Wipperfürth nach Lennep.

Das neuere Empfangsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das große Empfangsgebäude des heutigen Bahnhofs wurde in seinem Baustil an den Bahnhof Köln-Deutz angelehnt, laut einer denkmalgeschichtlichen Untersuchung sollte damit die regionale Bedeutung des Bahnhofs Dieringhausen hervorgehoben werden.[2] Diese Untersuchung bezieht sich in der denkmalgeschichtlichen Bewertung auch auf eine Studie von 2001, die das gesamte Gelände als denkmalwürdig bewertet.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1930er-Jahre stießen eine Dampflokomotive der Baureihe 74 und eine der Baureihe 57 an einer Weiche im Bahnhof Dieringhausen seitlich zusammen (Flankenfahrt). Beide Lokomotiven entgleisten dabei.

Heutiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Empfangsgebäude, Perspektive vom Bahnsteig
Ehemalige Fahrkartenausgabe
Stillgelegter Bahnsteig 2
Eingestürztes Bahnsteiggebäude, ehem. Bahnsteig 2
Blick nach Osten, im Hintergrund die Tank- und Abstellanlage der Talent-Triebwagen

Am Empfangsgebäude und den noch vorhandenen sehr umfangreichen Gleisanlagen ist die ehemalige Bedeutung dieses heutigen Regionalbahnhofes erkennbar.

Die Fahrkartenausgabe im Empfangsgebäude und der Kiosk sind seit mehreren Jahren geschlossen, heute beherbergt das Gebäude eine Bank und ein chinesisches Restaurant.

Früher gab es zwei Bahnsteige, dabei aber keinen Hausbahnsteig, da die Gleise auf Dachhöhe des Empfangsgebäudes liegen. Die Nummerierung der Bahnsteige war (entgegen der Norm) entgegengesetzt zu der Nummerierung der Gleise, denn das nördlichste Gleis war das Gleis 1, der nördliche Bahnsteig trug aber die Nummer 2.[3] Der vorhandene Aufgang zum heute noch genutzten Bahnsteig 1 ist bis heute nicht barrierefrei ausgebaut worden. Der weiterführende Zugang zum hinteren, heute recht verfallenen und gleislosen Bahnsteig 2 ist zugemauert. Das Dach des ehemaligen Gebäudes der Bahnsteigsaufsicht auf Bahnsteig 2 ist zudem eingestürzt. Die Gepäckaufzüge sind seit langem stillgelegt.

Heute fahren am Bahnhof Dieringhausen nur noch die zum Kölner Dieselnetz „Vareo“ gehörende Regionalbahn RB 25 mit Triebwagen des Typs Alstom Coradia LINT 54 oder LINT 81 auf den zwei verbliebenen Bahnsteiggleisen sowie die Museumszüge der Wiehltalbahn (Gleis 2). Die Zugkreuzung der RB 25 findet in Dieringhausen statt. Die anderen Gleisanlagen dienen nur noch teilweise als Abstellgleise für die LINT-Triebwagen (im östlichen Bahnhofsbereich, inklusive Tankstelle) und Fahrzeuge des Eisenbahnmuseums (im westlichen Bereich), die weiteren Gleise werden nicht mehr genutzt, sind zugewachsen und teilweise bereits abgebaut.

Die ehemalige Güterabfertigung am ersten Bahnhof am Eisenbahnmuseum wird seit 1997 nicht mehr genutzt, die Ladegleise sind aber noch vorhanden. Vor der Güterabfertigung parkten früher die LKW, nun existiert dort ein Parkplatz für Autos.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Empfangsgebäude gibt es mehrere Planungen für eine Nutzung zu kulturellen Zwecken wie in Overath.[4] Zudem ist seit längerem angedacht, den Zugang zu den Bahnsteigen barrierefrei umzubauen, um Menschen mit Einschränkungen den bisher geradezu unmöglichen Zugang über die steile Treppe zu ermöglichen. Dazu äußerte sich auch die Lokalpolitik[5][6], die Verantwortung für den Umbau wird aber bislang hin- und hergeschoben.[7]

Bahnlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Verlauf Takt Fahrzeuge
RB 25 Köln – Overath – Engelskirchen – Gummersbach – Meinerzhagen – Lüdenscheid 60 Minuten LINT 54 oder LINT 81
Bergischer Löwe Dieringhausen – Wiehl – Waldbröl (Museumsbahn) einzelne Züge (sonn- und feiertags) Dampflok „Waldbröl“ + Donnerbüchsen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verkehr im Bahnhof Dieringhausen, auf dem östlichen Teil der Aggertalbahn und den daran anschließenden Strecken Biggetalbahn und Asdorftalbahn wird in einer Erweiterung für den Microsoft Train Simulator simuliert, die den Zustand in den 1960er-/1970er-Jahren abbildet. In Bahnhof und Bahnbetriebswerk waren zu dieser Zeit noch alle Gleise befahrbar, inklusive des Bahnsteigs 2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.gummersbach.de/de/393/ Denkmalliste Gummersbach
  2. http://www.ig-bw-dieringhausen.de/Text_Bahnhof_100104.pdf Nutzung und Präsentation eines Denkmals – Eine Standortbeschreibung
  3. http://www.bahnen-wuppertal.de/html/bahnhof-dieringhausen.html
  4. http://www.musikberg.de/downloads/KuBa-Konzept.pdf
  5. http://www.gummersbach.de/index.php?id=347&xml_id=727965&archiv=1&seite=24&jahr=2009
  6. http://www.news-on-tour.de/?p=13459
  7. http://www.dieringhausen.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=137&Itemid=39

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sascha Koch, Horst Kowalski u. a.: Eisenbahnen im Oberbergischen und die Geschichte des Bahnbetriebswerkes Dieringhausen. Galunder Verlag Nümbrecht 2005. ISBN 3-89909-050-0.