Bahnhof Hamburg-Wilhelmsburg

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Der alte Bahnhof Wilhelmsburg um 1906
Bahnsteig der S-Bahn vor der Sanierung 2009, im Vordergrund ein Teil der Ferngleise
Bahnsteig und Dach vor der Sanierung 2010

Der Bahnhof Hamburg-Wilhelmsburg ist ein ehemaliger Rangierbahnhof und heutzutage ein S-Bahn-Bahnhof im Hamburger Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg. Er hat einen überdachten Mittelbahnsteig und ein Empfangsgebäude. Der Bahnsteig ist mit einem Fahrstuhl zu erreichen. Der Rangierbahnhof wurde nach der Betriebseröffnung des Rangierbahnhofes in Maschen aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnstrecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bahnhof führen vier zweigleisige Bahnstrecken:

Die S-Bahn ist mit der parallel verlaufenden Güterumgehungsbahn durch eine Überleitstelle verbunden. Am Abzweig Süderelbbrücken ist der Hafenbahnhof Hamburg Hohe Schaar mittels eines Gleisdreiecks an die Güterstrecke Maschen–Hamburg Süd angebunden. Im Bahnhof zweigen mehrere Anschlüsse der Hamburger Hafenbahn ab, unter anderem zur Peute.[2]

Rangierbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rangierbahnhof wurde von der Preußischen Staatsbahn nach der Eröffnung des Hamburger Freihafens im Oktober 1888[3] in den folgenden zwei Jahren gebaut. Er verband die Hamburger Hafenbahnhöfe mit den Bahnstrecken ins Ruhrgebiet sowie nach Mittel- und Süddeutschland. In zwei Zugbildungssystemen für den Import und den Export wurden die Güterzüge aufgelöst oder neu gebildet. Der Bahnhof fertigte bis zu 4000 Güterwagen täglich ab und beschäftigte etwa 2000 Eisenbahner.[1] Im Rangierbahnhof befand sich das Bahnbetriebswerk Hamburg-Wilhelmsburg. Mit der Inbetriebnahme des Rangierbahnhofes Maschen in den Jahren 1977 bis 1980 verlor der Rangierbahnhof Wilhelmsburg seine Aufgabe.[4]

Neugestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station wurde anlässlich der IBA Hamburg und der IGS 2013 umfangreichen Neugestaltungsmaßnahmen unterzogen. Dabei wurden unter anderem die Zugangsanlage und die Fußgängerbrücke komplett neu errichtet.[5] Die Haltestelle diente während der IGS als deren wichtigster Zugang und erschließt das Ausstellungsgelände für den ÖPNV. Der Geschäftsführer der IBA, Uli Hellweg, rechnete mit mehreren Millionen Besuchern, die die neuen Gebäude nutzen sollten und sprach ihnen eine „tragende Rolle für ein vielfältiges Wilhelmsburg“ zu.[6]

Im März 2013 wurde die fertiggestellte Muharrem-Acar-Brücke, die den S-Bahnhof und den Behördenamtssitz auf der Westseite der Bahngleise verbindet, eingeweiht. Muharrem Acar (* 1957, † 2009) war 1971 als türkischer Einwanderer nach Hamburg gekommen.[7] Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz gab bei der Einweihung an, der Senat ehre mit der Namenswidmung Acar, „der stellvertretend und beispielhaft für eine ganze Generation türkischer Einwanderer steht, die sich in Deutschland integriert und engagiert haben“.[8]

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Verlauf
S 3 Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook (City Süd) – (geplant: Elbbrücken –) Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade
S 31 Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof | – Hammerbrook (City Süd) – (geplant: Elbbrücken –) Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben | – Berliner Tor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Niels Focken, Reinhard Höfer, Manfred Schulz, Hermann Westphal: Die Wilhelmsburger Industriebahn. Hamburger Hefte zur Eisenbahngeschichte, Folge 4. Freunde der Eisenbahn e. V., Hamburg 1992, S. 10.
  2. DB Netz AG (Hrsg.): Hamburg-Wilhelmsburg. Gleise in Serviceeinrichtungen, Stand 1. juli 2012, S. 6.
  3. Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (Hrsg.): Geschichte des Hamburger Freihafens. Abgerufen am 6. August 2012.
  4. Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Hamburg (Hrsg.): Der Rangierbahnhof Maschen. Gerhard Stalling AG, Druck- und Verlagshaus, Oldenburg (Oldb) 1975, S. 16, 17.
  5. Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Hamburgs Süden blüht auf. URL: http://www.hamburg.de/buergerinfo-buergerservice/wohnen/1380276/2009-04-17-igs-hamburgs-sueden.html Abgerufen am 10. Mai 2009
  6. http://www.deutschebahn.com/de/presse/pi_regional/2597142/hsh20120611.html
  7. Informationen zum Berta-Kröger-Platz und zur Muharrem-Acar-Brücke auf den Seiten der Behörde für Umwelt und Energie, abgerufen am 27. Januar 2016
  8. Claudia Pittelkow: Eingeweiht: Fünf auf einen Streich. elbe wochenblatt. 12. März 2013. Abgerufen am 27. Januar 2016.

Koordinaten: 53° 29′ 56″ N, 10° 0′ 25″ O