Internationale Gartenbauausstellung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
IGA 2003 in Rostock
Postkarte von der Allgemeinen Gartenbau-Ausstellung 1897 in Hamburg
Plakat der Internationalen Kunst-Ausstellung und Großen Gartenbau-Ausstellung Düsseldorf 1904

Eine internationale Gartenbauausstellung (abgekürzt IGA) ist eine internationale Leistungsschau des Garten- und Landschaftsbaus und seiner Fachverbände. Auf den Ausstellungen werden Garten, Landschaftsarchitektur, Landschaftsbau, Pflanzenzucht und Gartengeräte/-Möbel gezeigt.

Internationale Gartenbauausstellungen in Deutschland[Bearbeiten]

Die Wasserlichtorgel war eine der Hauptattraktionen der IGA 1953 im Park Planten un Blomen in Hamburg.
Garten Sansibar oder der letzte Grund der IGS 2013

Neben Bundesbehörden und den ausrichtenden Städten ist heute stets die 1993 gegründete Deutsche Bundesgartenschau GmbH (DBG) beteiligt, hinter ihr stehen der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG), der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und der Bund deutscher Baumschulen (BdB). Die Schirmherrschaft einer Internationalen Gartenschau wird wie bei einer Bundesgartenschau vom jeweiligen Bundespräsidenten übernommen.

In Deutschland findet alle zehn Jahre die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) statt. Sie ersetzt im jeweiligen (ungeraden) Jahr zugleich die biennale Bundesgartenschau (BUGA). Interessierte Städte müssen sich nach einem bestimmten Reglement um die Austragung der IGA bewerben. Internationale Gartenbauausstellungen werden von der Bundesrepublik Deutschland beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris beantragt und müssen zudem von der Association Internationale des Producteurs de l’Horticulture (AIPH) genehmigt werden. Die endgültige Entscheidung zur Durchführung trifft das BIE. Die Floriade (Niederlande) durchläuft das gleiche internationale Genehmigungsverfahren. Nach dem 2. Weltkrieg fanden in Deutschland IGAs traditionell in den Jahren statt, die auf 3 endeten. Die Systematik wurde nach 2003 durchbrochen, um einen größeren Abstand von den in den Niederlanden in den Jahren mit 2 stattfindenden internationalen Gartenschauen zu erreichen. Deshalb wurde die nächste IGA in Deutschland auf 2017 festgelegt und das Schema künftig auf die 7'er-Jahre geändert. Nachdem Hamburg bereits mit Vorbereitungen für die Ausstellung 2013 begonnen hatte, wurde für diese Veranstaltung der einmalige Titel einer Internationalen Gartenschau (IGS) erfunden.[1]

Kritik an Gartenschauen in Deutschland[Bearbeiten]

Gartenschauen sind mit Steuermitteln kofinanzierte Leistungsschauen der Gartenbau-Industrie und ihrer Verbände. Städte und Kommunen versprechen sich davon touristische Anziehungspunkte. Zunehmend kritisch werden Wirtschaftlichkeit und Zielsetzung der Gartenschauen diskutiert. Bereits 1980 veröffentlichte der Deutsche Werkbund angesichts der Bundesgartenschau in Kassel 1981 die Broschüre Durch Pflege zerstört, die in Bild und Text aufzeigte, wie die historische Karlsaue in Kassel für die Schau beschädigt und entstellt wurde. Der Soziologe und Nationalökonom Lucius Burckhardt forderte bereits damals zum Umdenken auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten Gartenschauen dazu beigetragen, den Städten ihre Parks wiederzugeben oder sie instand zu setzen. Inzwischen gebe es aber kaum noch „stadtnahe Freiflächen, die in Parks verwandelt werden können“; stattdessen würden „einstmals brauchbare Parks zu reich instrumentiert und in deshalb nur mehr beschaubare Parks verwandelt“.[6]

Internationale Gartenbauausstellungen in Europa[Bearbeiten]

Floriade in der niederländischen Gemeinde Haarlemmermeer (2002)
  • Internationale Gartenschau (unvollständig)
    • 1964: Wien-Donaupark – Wiener Internationale Gartenschau (WIG 64)
    • 1974: Wien-Favoriten – Wiener Internationale Gartenschau (WIG 74)
    • 2000: Graz – Internationale Gartenschau 2000 (IGS)
  • Die Internationale Gartenbauausstellung 2017 findet nach Absage an den Bewerber nun doch nicht trinational rund um den Bodensee statt.[7] Den Zuschlag erhielt am 17. November 2009 Berlin für sein Areal auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof, was aber zwischenzeitlich seitens Berlins für diesen Standort wieder abgesagt wurde. Neben Berlin hatte sich auch Aachen um die Ausrichtung beworben.

Internationale Gartenschauen außerhalb Europas[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft: Unterschied: BUGA - IGA- IGS, abgerufen am 25. Januar 2016
  2. Jürgen Zerrull: Entwicklung der Erfurter Gartenschauen. Ein Abriss. In: Martin Baumann, Steffen Raßloff (Hrsg.): Blumenstadt Erfurt. Waid - Gartenbau - iga/egapark. Erfurt 2011, S. 208–222.
  3. Illustrirter Führer durch die Internationale Gartenbau-Ausstellung zu Hamburg 1869, Verlag Meissner, Hamburg, 1869, (online, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg)
  4. Website im Portal schaffendesvolk.sellerie.de mit Zusammenfassungen und einer Chronologie der Düsseldorfer Ausstellungsgeschichte auf der Basis des Buchs von Stefanie Schäfers: Vom Werkbund zum Vierjahresplan. Die Ausstellung Schaffendes Volk, Düsseldorf 1937. Droste Verlag, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7700-3045-1 (= Quellen und Forschungen zur Geschichte des Niederrheins, hrsg. v. Düsseldorfer Geschichtsverein, Bd. 4)
  5. IGA Berlin 2017. Gartenausstellung 2017 wird in Marzahn stattfinden. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 18. September 2012, abgerufen am 5. November 2012.
  6. "Kassels Karlsaue – durch Pflege zerstört" in: Lotus International, Nr. 31, 1981
  7. Müller: "Harter Schlag für die Bodenseeregion"
  8. History of International exhibitions recognized by AIPH (International Organization of Horticultural Producers)
  9. en:Royal Flora Ratchaphruek englischsprachige Wikipedia
  10. Brennpunkt Taipeh: Deutsche Taiwan-News aus Taipei
  11. a b Programme of Exhibitions, recognized by AIPH
  12. Internationale Gartenbauausstellung Xi'an 2011 china-entdecken.com