Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder)

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Cottbus–Frankfurt (Oder)
Streckennummer (DB):6253
Kursbuchstrecke (DB):209.36 (Frankfurt–Grunow)
211 (Willmersdorf–Cottbus)
Streckenlänge:73,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:Willmersdorf–Cottbus: 15 kV 16,7 Hz ~
von Großenhain Cottb Bf (km 0)
von Berlin und von Halle (Saale) Hbf
79,730 Cottbus Hbf
nach Żary und nach Görlitz
Spree
Cottbus-Sandow
nach Guben (bis 2002)
Cottbus-Merzdorf
nach Peitz Ost (seit 2002)
88,300 Willmersdorf (Kr Cottbus)
94,400 Peitz
von Jänschwalde
97,400 Abzw Preilack
102,600 Tauer
109,800 Jamlitz (früher Lieberose)
Schmalspurbahn nach Byhlen
114,800 Ullersdorf (Schwansee)
120,900 Weichensdorf
123,900 Groß Briesen
Verbindungskurve nach Schneeberg
von Königs Wusterhausen
129,318 Grunow (Niederlausitz)
133,110 Mixdorf
Schlaube
138,964 Müllrose
Oder-Spree-Kanal
144,216 Helenesee
144,500 Anst Markendorf
148,484 Frankfurt (Oder) Fauler See
nach Frankfurt (Oder) Güldendorf
151,025 Frankfurt (Oder)-Neuberesinchen
151,163 Abzw Frankfurt (Oder) Afs
von Eisenhüttenstadt und von Poznań
152,167 Frankfurt (Oder) Pbf
nach Berlin
nach Eberswalde und nach Küstrin-Kietz

Die Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder) war eine eingleisige Hauptbahn in Brandenburg, welche ursprünglich von der Cottbus-Großenhainer Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und betrieben wurde und die beiden Städte direkt miteinander verband. Sie verläuft von Cottbus über Peitz nach Frankfurt (Oder). In Betrieb sind nur noch das Teilstück zwischen Grunow und Frankfurt und ein kurzer Abschnitt bei Cottbus. Für die heutige Verbindung zwischen Cottbus und Frankfurt wird die Strecke über Guben und von dort über die der ehemaligen Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regio-Shuttle der ODEG bei der Einfahrt in den Bahnhof Mixdorf
Bahnübergang am Rundweg Großer Müllroser See

Bereits um 1840 sahen Planungen einen Anschluss des Gebiets um die Stadt Müllrose an die Eisenbahn vor. 1843 stellte August Crelle einen Entwurf für eine Bahnstrecke von Berlin nach Breslau vor, der in Briesen von der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn abzweigen sollte.[1] Diese Verbindung wurde jedoch über Frankfurt (Oder) gebaut. Spätere Planungen untersuchten eine Strecke zwischen Frankfurt und Leipzig. Nachdem 1870 die Cottbus-Großenhainer Eisenbahn-Gesellschaft eine Strecke zwischen diesen beiden Orten in Betrieb genommen hatte, plante sie eine Verlängerung nach Frankfurt. Ursprüngliche Planungen sahen einen Verlauf über Friedland und Beeskow vor.[1] Schließlich entschied man sich über eine Trassenführung etwas weiter östlich.

Die Strecke wurde am 31. Dezember 1876 dem Verkehr übergeben. Zwischenstationen entstanden in Peitz, Jamlitz (zunächst nach der benachbarten Stadt Lieberose benannt), Weichensdorf, Grunow und Müllrose. Die Bahn fungierte zunächst als Fernverkehrsverbindung zwischen der sächsischen Hauptstadt Dresden, Cottbus und Frankfurt (Oder) sowie mit den darüber hinaus befindlichen Städten östlich der Oder.

Da die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn 1871 und ’72 bereits die Verbindung von Leipzig und Halle nach Cottbus und weiter nach Guben und Sorau gebaut hatte, war auch der Anschluss an die Bahnverbindung von Berlin nach Breslau und auch Frankfurt (Oder) gegeben. Der Schnell- und Eilzugverkehr zwischen Cottbus und Frankfurt wurde daher nach 1945 kaum noch über diese Strecke geführt, sondern nahm wie heute den etwas längeren und besser ausgebauten Weg über Guben und Eisenhüttenstadt, um diese beiden wichtigen Orte mit anzubinden. Auf der Strecke über Grunow verblieben einige Nahverkehrsverbindungen.

Die Strecke verblieb damit in ihrem eingleisigen und nicht elektrifizierten Zustand. Wegen mangelnder Auslastung der Verbindung stellte die Deutsche Bahn den Verkehr zwischen Grunow und Peitz zum 1. Juni 1996 ein. Einige Jahre pendelten noch Triebwagen im Stundentakt zwischen Cottbus und Peitz, bis auch dieser Verkehr zum 30. Mai 2000 eingestellt wurde. Der Güterverkehr endete am 1. Juli 1996 zwischen Grunow und Jamlitz und am 5. November 2000 zwischen Peitz und Jamlitz. Im August 2002 wurde der Abschnitt zwischen Cottbus und Willmersdorf reaktiviert, da in diesem Bereich die Bahnstrecke Cottbus–Guben dem Tagebau Cottbus-Nord weichen musste. Bis Willmersdorf verläuft die verlegte Strecke neben der alten Trasse in Richtung Peitz. Damit verbunden war auch der Neubau mehrerer Haltepunkte.

Mit Verfügung vom 12. August 2014 veröffentlichte das Eisenbahn-Bundesamt den Hinweis auf den Antrag der DB Netz AG auf Freistellung der Strecke von Bahnbetriebszwecken (Entwidmung) von km 93,935 bis km 119,150. Hiervon betroffen sind 138 Flurstücke in Peitz, Turnow-Preilack, Jamlitz, Lieberose und Friedland.[2]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Abschnitt zwischen Grunow und Frankfurt (Oder) verkehren stündlich Züge der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) auf der Strecke Königs Wusterhausen–Beeskow–Frankfurt (Oder) als RB 36.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chronik der Eisenbahnstrecke Frankfurt (Oder) – Müllrose – Grunow – Cottbus, Vorgeschichte, abgerufen am 5. September 2011
  2. Bekanntmachung vom 12. August 2014, veröffentlicht am 20. August 2014 im Bundesanzeiger, BAnz AT 20.08.2014 B6