Briesen (Mark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Briesen (Mark)
Briesen (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Briesen (Mark) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 20′ N, 14° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Odervorland
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 111,66 km²
Einwohner: 2806 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15518
Vorwahlen: 033607, 033635 (Wilmersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 072
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 3
15518 Briesen (Mark)
Webpräsenz: www.briesen-mark.de
Bürgermeister: Gerd Schindler (Wählergruppe Bauern)
Lage der Gemeinde Briesen (Mark) im Landkreis Oder-Spree
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Über dieses Bild

Briesen (Mark) ist eine amtsangehörige Gemeinde südöstlich von Berlin im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Sie wird vom Amt Odervorland verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Briesen" ist in etwa die slawisch-sprachliche Entsprechung von "Birkendorf".

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briesen liegt innerhalb des Berliner Urstromtales, welches im Gebiet der Gemeinde von einer glazialen Rinne gequert wird. Innerhalb der Rinne gab es zahlreiche Seen, die aber weitgehend verlandet sind. Nur einige Restseen sind erhalten. Heute befinden sich in der Rinne vor allem Moore. Die etwas höheren Urstromtalflächen werden von Sanden aufgebaut.

Am nördlichen Ortsausgang erstreckt sich das 10 Kilometer lange Landschaftsschutzgebiet Madlitz-Falkenhagener Seengebiet.

Der Ort liegt an der alten Handelsstraße zwischen Berlin und Frankfurt (Oder), was die Entwicklung von Handwerk und Industrie begünstigte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Briesen (Mark) gehören die Ortsteile Alt Madlitz, Biegen, Briesen, Falkenberg und Wilmersdorf. Sonstige Wohnplätze sind[2]:

  • Bunterschütz
  • Buschhaus
  • Dorismühle
  • Emilienhof
  • Fischerhaus
  • Freiheitsloose
  • Karolinenhof
  • Kersdorf
  • Kersdorfer Schleuse[3]
  • Madlitzer Mühle
  • Neu Madlitz
  • Vorwerk Briesen
  • Vorwerk Madlitz
  • Vorwerk Wilmersdorf
  • Waldhof
  • Waldschlößchen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1809 erste nachweisliche Dorfschule
  • 1838 Einweihung der Kirche auf dem Dorfanger
  • 1842 Fertigstellung der Eisenbahnlinie Berlin-Frankfurt
  • 1880 Dampfsägewerk Jeske entsteht
  • 1887 Oder-Spree-Kanal mit Kersdorfer Schleuse
  • 1908 Feuerwehrhaus wird eingeweiht
  • 1982 Braunkohleschutzgebiet (Umsiedlung bis 1994 geplant, später aufgehoben)
  • 1994 umfangreiche Orts- und Straßensanierungen

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Jahre 600 sollen Slawen das Gebiet um Briesen besiedelt haben – beim Bau der heutigen Bundesautobahn A 12 wurde eine Dorfanlage aus dieser Zeit entdeckt. Mehrere Fundstätten im umliegenden Waldgebiet sind als Bodendenkmale registriert.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Erwähnung von Briesen stammt von 1403. 1495 verkauften die ansässigen Ritter das Dorf mitsamt seinen Bewohnern an das wohlhabende Kartäuserkloster Frankfurt (Oder). Kurfürst Joachim II. von Brandenburg nutzte die Einkünfte des Dorfes für den Unterhalt seiner 1506 gegründeten Universität von Frankfurt, nachdem er dem Kloster eine Reihe von Ländereien abgenommen hatte.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnstation Briesen (Mark)

1842 wurde die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) eröffnet, Briesen war fortan für die umliegenden Orte ein wichtiger Mittelpunkt. Hier ereignete sich am 1. November 1918 ein schwerer Eisenbahnunfall, als ein Militärzug in die stehen gebliebenen Wagen eines Güterzugs fuhr.

Hauptartikel: Eisenbahnunfall von Briesen

Nach 1945 prägte sich die ländliche Atmosphäre wieder stärker aus, besannen sich die Einwohner ihrer landschaftlichen Umgebung.

Unweit der Kersdorfer Schleuse, im heutigen "Forsthaus an der Spree", betrieb ab 1969 das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in dem damaligen "Forsthaus An der Flut" eine Immobilie, das "Objekt 74". Nach der Recherche von Tobias Wunschik von der Gauck-Behörde sollen Stasi-Offiziere im Forsthaus die Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) Henning Beer und Christian Klar an Panzerfäusten trainiert haben. Zudem sollen zehn Aussteiger der RAF und der Bewegung 2. Juni, die sich mit Hilfe des MfS von 1980 an in die DDR absetzten, wie die RAF-Mitglieder Silke Maier-Witt und Susanne Albrecht, im Forsthaus auf ihr Leben in der DDR vorbereitet worden sein.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biegen wurde am 31. Dezember 2002 eingemeindet,[5] Madlitz-Wilmersdorf am 1. Januar 2014.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 738
1890 1 215
1910 1 322
1925 1 511
1933 1 558
1939 1 596
1946 1 762
1950 2 497
1964 2 164
1971 2 195
Jahr Einwohner
1981 2 099
1985 2 032
1989 1 984
1990 1 953
1991 1 945
1992 1 918
1993 1 894
1994 1 854
1995 1 856
1996 1 846
Jahr Einwohner
1997 1 857
1998 1 868
1999 1 880
2000 1 930
2001 1 906
2002 2 333
2003 2 354
2004 2 341
2005 2 334
2006 2 303
Jahr Einwohner
2007 2 301
2008 2 256
2009 2 212
2010 2 206
2011 2 181
2012 2 192
2013 2 150
2014 2 827
2015 2 806

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Die deutliche Zunahme der Einwohnerzahl in den Jahren 2002 und 2014 ist Folge der Eingemeindung von Biegen bzw. Madlitz-Wilmersdorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Briesen besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

  • Wählergruppe Bauern: 9 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • Bürgerbündnis Briesen: 3 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerd Schindler (WG Bauern) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 52,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Januar 2000 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt durch einen Winkel zum Schildfuß; oben in Silber ein roter hersehender Hirschkopf, dessen Geweih ein grünes Birkenblatt umschließt; unten blau gewellt.“[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Briesen (Mark) und in der Liste der Bodendenkmale in Briesen (Mark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briesen liegt an der Landesstraße L 38 von Fürstenwalde nach Treplin (Bundesstraße 5). Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Briesen an der A 12.

Der Haltepunkt Briesen (Mark) an der Bahnlinie Berlin–Frankfurt (Oder) wird von der Regional-Expresslinie RE 1 MagdeburgFrankfurt (Oder) bedient.

Südöstlich von Briesen, etwa 4 Kilometer vom Ortsausgang entfernt, liegt die Schleuse Kersdorf. 1888 erbaut, verbindet sie die Spree in Richtung Berlin mit dem Oder-Spree-Kanal, einer wichtigen Ader zu den Binnenwasserstraßen Osteuropas. Sie besteht aus zwei Schleusenkammern von 57 und 67 Metern Länge. Die Nordkammer wird seit dem 22. April 2010 für ca. 14 Millionen Euro auf 115 Meter verlängert. [12]

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[13] 1 295 1 270 1 275 1 287 1 309 1 317 1 288
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 563 563 576 583 600 601 599

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Martin-Andersen-Nexö-Schule wurde am 21. Oktober 1956 eingeweiht, der Unterricht hatte aber bereits im Monat zuvor begonnen. An der Stelle der Schule befand sich zuvor eine Kleingartenanlage.[14] Benannt ist die Schule nach dem dänischen Dichter Martin Andersen Nexø.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Briesen (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Briesen (Mark)
  3. R. Kramarczyk: Die Kersdorfer Schleuse und Umgebung
  4. Susanne Rost: Wo RAF-Aussteiger zu DDR-Bürgern wurden. Berliner Zeitung vom 21. September 2013
  5. Eingliederung der Gemeinde Biegen in die Gemeinde Briesen (Mark). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 15. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 22, Potsdam, 29. Mai 2002, S.562 PDF
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Märkische Oderzeitung Ebbe in der Kersdorfer Schleuse vom 16. Juli 2010
  13. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  14. Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 13. Okt. 2006, S. 16