Tauer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tauer
Tauer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tauer hervorgehoben
Koordinaten: 51° 54′ N, 14° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Peitz
Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 42,22 km2
Einwohner: 695 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03185
Vorwahl: 035601
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 384
Adresse der Amtsverwaltung: Schulstraße 6
03185 Peitz
Bürgermeisterin: Karin Kallauke
Lage der Gemeinde Tauer im Landkreis Spree-Neiße
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Über dieses Bild

Tauer, niedersorbisch Turjej, ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße im Süden des Landes Brandenburg. Sie ist Teil des Amtes Peitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden am Übergang zum Vorspreewald. Auf dem Gebiet der Gemeinde liegt der aus einer eiszeitlichen Senke entstandene Großsee inmitten eines Landschaftsschutzgebietes und mit zahlreichen Wäldern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Tauer gehören der Ortsteil Schönhöhe (sorbisch Šejnejda) und die Wohnplätze Försterei Großsee (Gólnikaŕnja pśi Maznikojskem Jazorje) und Teerofen (Mazniki).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fund eines Urnengräberfeldes aus der Bronzezeit im 19. Jahrhundert lässt auf eine sehr frühe Besiedlung des Ortes schließen. 1632 wurde die Gemeinde erstmals nachweislich als "Tawern" erwähnt. Bereits 1652 wurde der Ort "Taurow" genannt. Der Ortsteil Schönhöhe bestand seit 1742 als Ackervorwerk. Im Rahmen der Siedlungspolitik Friedrichs II. wurde ab 1752 hier ein zweireihiges Straßendorf angelegt, in dem seinerzeit Familien überwiegend aus Sachsen angesiedelt wurden. Die Kolonie Teerofen (heute Wohnplatz Teerofen) am Großsee, die seit 1665 bestand, wurde durch Teer- und Pechgewinnung bekannt. 1852 wurde die Teerbrennerei eingestellt. Viele Ortsbewohner wanderten Mitte des 19. Jahrhunderts nach Australien und Nordamerika aus.

Tauer gehörte seit 1816 zum Kreis Cottbus in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Guben im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße.

1993 wurde Schönhöhe nach Tauer eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 788
1890 822
1910 881
1925 873
1933 830
1939 811
1946 1 142
1950 1 090
Jahr Einwohner
1964 843
1971 806
1981 737
1985 708
1989 690
1990 699
1991 690
1992 682
1993 734
1994 742
Jahr Einwohner
1995 758
1996 764
1997 787
1998 816
1999 830
2000 818
2001 820
2002 809
2003 797
2004 804
Jahr Einwohner
2005 805
2006 804
2007 792
2008 787
2009 762
2010 751
2011 745
2012 739
2013 728
2014 719
Jahr Einwohner
2015 709
2016 698
2017 694
2018 695

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[3][4][5]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Tauer besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

Partei / Wählergruppe Sitze
SV 1920 Tauer 3
Bürgergemeinschaft Tauer/Schönhöhe 1
Wir für Tauer 1
Grillverein GSG Tauer 1
Freiwillige Feuerwehr Tauer 1
FDP 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Monika Riese[7]
  • 2003–2014: Dieter Sommer (FDP)[8]
  • seit 2014: Karin Kallauke (Wir für Tauer)[9]

Kallauke wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 63,8 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 9. Mai 2012 genehmigt.

Blasonierung: „In Grün über goldenem Schildfuß, belegt mit einem liegenden grünen Eschenzweig, ein schreitender, widersehender goldener Auerochse.“[12]

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Grün - Gelb - Grün (1:5:1) gestreift und im Mittelstreifen mit dem Gemeindewappen belegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerwehrhaus in Tauer

In der Liste der Baudenkmale in Tauer stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Bauwerke
  • Kirche, erbaut 1790
  • Feuerwehrhaus mit Uhrenturm, erbaut 1896
  • Heimatmuseum in einer ehemaligen Bäckerei

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr

Tauer liegt an der Landesstraße L 50 zwischen Peitz und Guben.

Der Haltepunkt Tauer lag an der eingleisigen Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder), auf der der Personenverkehr 1996 eingestellt wurde.

Sport

SV 1920 Tauer (Fußball, Kegeln, Billard, Tischtennis, Volleyball)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Tauer
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 26–29
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  7. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Spree-Neiße (Memento des Originals vom 17. April 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  8. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 33
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]