Bahnstrecke Mühldorf–Burghausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mühldorf–Burghausen
Bahnhof Altötting
Bahnhof Altötting
Strecke der Bahnstrecke Mühldorf–Burghausen
Streckennummer: 5723, 5725
Kursbuchstrecke (DB): 942
Streckenlänge: 32,280 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Höchstgeschwindigkeit: (5725) 80 km/h
BSicon .svgBSicon STR.svg
nach München und nach Rosenheim
BSicon .svgBSicon BHF.svg
0,0 Mühldorf (Oberbay) 411 m
BSicon .svgBSicon ABZgl.svg
nach Neumarkt-St.Veit
BSicon .svgBSicon ABZgl.svg
nach Simbach
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE.svg
Inn
BSicon .svgBSicon eHST.svg
3,6 Mühldorf-Ehring
BSicon STR+l.svgBSicon xABZgr.svg
BSicon BHF.svgBSicon exSTR.svg
7,0 Tüßling 401 m
BSicon ABZgr.svgBSicon exSTR.svg
nach Freilassing
BSicon HST.svgBSicon exSTR.svg
9,0 Heiligenstatt (Obb)
BSicon STRl.svgBSicon xABZg+r.svg
BSicon .svgBSicon BHF.svg
14,0 Altötting ab hier ca. 600 Meter Fußweg zur 405 m
BSicon .svgBSicon STR.svg
ehemaligen Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting
BSicon .svgBSicon BHF.svg
19,0 Kastl (Oberbay) 425 m
BSicon .svgBSicon ABZgl.svg
zum Chemiepark Gendorf
BSicon .svgBSicon HST.svg
20,2 Gendorf
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE.svg
Alz
BSicon .svgBSicon HST.svg
22,0 Burgkirchen (ehem. Bf.) 419 m
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE.svg
Alzkanal
BSicon .svgBSicon DST.svg
25,4 Pirach 458 m
BSicon exSTR+l.svgBSicon eABZgr.svg
BSicon exHST.svgBSicon STR.svg
27,7 Raitenhaslach bis 1940
BSicon exSTR.svgBSicon eHST.svg
29,4 Lindach (Oberbay)
BSicon exSTR.svgBSicon ABZgl.svg
zur Wacker Chemie, Raffinerie Burghausen und KombiTerminal
BSicon exSTR.svgBSicon KBHFe.svg
32,2 Burghausen (Oberbay) 420 m
BSicon exKBHFe.svgBSicon .svg
30,4 Burghausen (Oberbay) bis 1940

Die Bahnstrecke Mühldorf–Burghausen ist eine 30 Kilometer lange, eingleisige Nebenbahnstrecke der Südostbayernbahn, einer Tochter der Deutschen Bahn AG, zwischen Mühldorf am Inn und Burghausen. Alle Personenzüge werden heute aus Triebwagen der DB-Baureihe 628 gebildet, die Fahrzeit beträgt meist, je nach Richtung, 35–39 Minuten. In Kastl findet bei fast allen Fahrten etwa zur vollen Stunde eine Zugkreuzung statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stichbahn Mühldorf-Burghausen wurde durch die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen (K.Bay.Sts.B) am 1. Mai 1897 von Mühldorf bis Altötting und am 9. August 1897 bis Burghausen eröffnet. Am 24. April 1920 wurde sie mit der K.Bay.Sts.B in die Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahn überführt.

Im Bereich Tüßling wurde die Streckenführung 1908 geändert, indem die den Ort bislang nördlich tangierende Bahn im Zuge des Baus der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing westlich und südlich um den Markt herumgeführt und ein neuer Abzweigbahnhof errichtet wurde.

Am 26. März 1940 kam es zu einem Erdrutsch, der große Schäden auf dem Steigungsabschnitt der bisherigen Trasse hinterließ. Diese führte von Pirach über den Haltepunkt Raitenhaslach (km 27,7) zum alten Bahnhof Burghausen (km 30,4), der im Süden der Stadt auf der Napoleonshöhe an der Tittmoninger Straße nahe an der Salzach lag. Nachdem zunächst ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet wurde, benutzte man ab Dezember 1940 die seit 1916 bestehende, 8,2 km lange Industriebahn der Firma Wacker, die am Bahnhof Pirach abzweigte und weiter nördlich über Lindach das Wackerwerk erreichte, auch für den Personenverkehr. An ihr wurde ein zunächst provisorischer neuer Bahnhof Burghausen eingerichtet. Lindach war für die Anschlussbahn eine Station, die nur Betriebszwecken diente, dann aber auch im Personenverkehr bedient wurde.

Die Strecke erlangte nach der Entstehung des Chemiedreiecks um Burghausen große wirtschaftliche Bedeutung im Güterverkehr. Über diese Strecke läuft laut Pro Bahn rund 1 % des bundesweiten Güteraufkommens auf der Schiene. Im Personenverkehr werden Regionalbahnen eingesetzt. Der Haltepunkt Gendorf wurde am 14. Dezember 2003 kurzfristig wieder eröffnet, darf aber laut Kursbuchangabe nur von Werksangehörigen benutzt werden. Der seit 1988 geschlossene Haltepunkt Heiligenstatt (Oberbay) wurde am 9. Dezember 2005 in der neuen Kursbuchschreibweise Heiligenstatt (Obb) wieder eröffnet.

Im Rahmen des Masterplans Schiene Chemiedreieck Bayern wurden Ende April 2011 die achtzehnmonatigen Modernisierungsarbeiten an der Bahnstrecke Mühldorf–Burghausen abgeschlossen. Insbesondere durch den Neubau elektronischer Stellwerke und die technische Sicherung der Bahnübergänge konnte die Fahrzeit der Regionalzüge und die Streckenkapazität für den Güterverkehr verbessert werden.[1]

Im Frühsommer 2014 wurden in Burghausen aus Mitteln des Infrastrukturbeschleunigungsprogramms II auf einer Länge von 1,6 Kilometern Niedrigschallschutzwände errichtet.[2][3]

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem Ausbau der Bahnverbindung München–Mühldorf–Freilassing soll auch der Abzweig nach Burghausen elektrifiziert werden.[4][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer nimmt elektronisches Stellwerk (ESTW) in Betrieb. Modernisierung der Bahnstrecke Mühldorf - Burghausen abgeschlossen / neue Stellwerkstechnik, Bahnübergangsicherungen, zusätzliche Gleise und Bahnsteige. DB Mobility Logistics AG, 23. April 2011, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  2. Meldung: 8. Bahn-Fachtagung des Deutschen Verbands für Lärmschutz e. V. In: Eisenbahntechnische Rundschau 9/2014, S. 192.
  3. Rieder 360° – die niedrige Lärmschutzwand. In: Eisenbahntechnische Rundschau 9/2014, S. 138.
  4. Projektvorstellung „ABS München – Mühldorf – Freilassing“ im „Bericht zum Ausbau der Schienenwege 2007“ des BMVBS
  5. Bundesverkehrswegeplan 2030 PRINS Projektdossier

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Hauptbahn München–Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4, S. 197–206.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]