Tüßling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Tüßling
Tüßling
Deutschlandkarte, Position des Marktes Tüßling hervorgehoben

Koordinaten: 48° 13′ N, 12° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 19,56 km2
Einwohner: 3309 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84577
Vorwahl: 08633
Kfz-Kennzeichen: AÖ, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 133
Marktgliederung: 33 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 2
84577 Tüßling
Website: www.tuessling.de
Erster Bürgermeister: Helmuth Wittich (Freie Wähler)
Lage des Marktes Tüßling im Landkreis Altötting
BurghausenEmmertingBurgkirchen an der AlzKastl (Landkreis Altötting)Haiming (Oberbayern)Mehring (Oberbayern)MarktlNeuöttingAltöttingFeichten an der AlzWinhöringTüßlingTöging am InnTeisingPleiskirchenGarching an der AlzUnterneukirchenTyrlachingStammham (am Inn)ReischachPerachKirchweidachHalsbachErlbach (Oberbayern)Landkreis Rottal-InnLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Tüßling (bairisch: Dißling[2]) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Altötting.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tüßling liegt etwa sechs Kilometer westsüdwestlich der Stadtmitte von Altötting am Südrand der weiten Talebene des Inns, der etwa drei Kilometer weiter im Norden ostwärts zieht. Durch den Ort fließt der Mörnbach, auch Mörn genannt, der sich im Hauptort Tüßling von nördlichen auf östlichen Lauf wendet. Das südliche Gemeindegebiet ist hügelig und spärlich besiedelt, aus ihm laufen kurze Bäche nordwärts zur der Mörn und dem Inn gemeinsamen Talebene, während die großen Siedlungsplätze sich im Tiefland im Nahbereich der Mörnknies drängen. Der mit etwa 398 m ü. NHN niedrigste Punkt des Gemeindegebietes liegt im Nordosten am Ausfluss des Mörnbachs, Tüßling nahe am Nordwesteck auf etwa 407 m ü. NHN, die größten Höhen am Südrand erreichen bis etwa 452 m ü. NHN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tüßling grenzt im Norden an die Gemeinde Teising, im Nordosten und Osten an die Stadt Altötting, im Südosten kurz an die Gemeinde Kastl, im Süden an die Gemeinde Unterneukirchen, die zum Landkreis Altötting gehören. Im Westen liegt jenseits der Kreisgrenze die Gemeinde Polling im Landkreis Mühldorf am Inn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 33 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Es gibt die Gemarkungen Mörmoosen, Tüßling und Unterburgkirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 711 und 728 wurde Tüßling als „Tuzzlingen“ zum ersten Mal in einem Salzburger Güterverzeichnis genannt. 1377 bzw. 1379 wurde der Ort zum Markt erhoben. Der Markt gehörte den Grafen von Haslang-Hohenkammer. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern (Landgerichtsbezirk Mörmoosen) und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Tüßling war. Tüßling besaß zwar das Marktrecht, konnte jedoch wegen der Hofmarksherrschaft nur geringe Teile davon durchsetzen. 1804 wurde das Landgericht Mörmoosen aufgelöst. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1900 wurde die Gemeinde Tüßling (Vormarkt) nach Tüßling eingemeindet.[4] Am 1. Oktober 1970 kam die Gemeinde Mörmoosen hinzu. Am 1. Oktober 1971 folgten Teile der ehemaligen Gemeinde Unterburgkirchen.[5] 1978 wurden die Verwaltungen der Gemeinde Tüßling und der Gemeinde Teising zur Verwaltungsgemeinschaft Tüßling zusammengelegt. Diese Verwaltungsgemeinschaft wurde auf Bestreben der Gemeinde Teising mit Wirkung ab 1. Januar 1998 wieder aufgelöst.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 2421 auf 3300 um 879 Einwohner bzw. um 36,3 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Tüßling
Sitzverteilung im Gemeinderat Tüßling seit 2020
    
Insgesamt 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Helmuth Wittich (Freie Wähler).[7] Dessen Vorgängerin von Mai 2014 bis April 2020 war Stephanie von Pfuel (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit dem 1. Mai 2020 wie folgt zusammen:

Partei/Liste 2020[8] 2014[9]
% Sitze % Sitze
CSU  44,0 7 58,2 9
Freie Wähler 23,0 4 18,8 3
Grüne 18,0 3
SPD 15,0 2 23,0 4
Gesamt 100 16 100 16
Wahlbeteiligung 63,9 % 57,6 %

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2018 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3288 T€, davon waren 852 T€ Gewerbesteuereinnahmen (netto).[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Marktes Tüßling
Blasonierung: „In Silber eine rote heraldische Rose an beblättertem grünen Zweig.“[11]

Das Wappen wird seit dem 16. Jahrhundert geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktkirche St. Georg
Marktplatz

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Tüßling: Das Schloss wurde 1581 bis 1583 im Auftrag von Johann Veit Graf von Törring erbaut, trotz Brandschäden 1712 und barocker Einbauten hat es im Äußeren seinen Charakter unverändert. Es ist heute im Besitz der Familie von Pfuel.
  • Die Marktkirche St. Georg wurde 1724 erbaut und im 19. und 20. Jahrhundert verändert.
  • Das ehemalige Hofmarksrichterhaus stammt teilweise noch aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1978 wird es als Rathaus genutzt.
  • Die spätgotische Pfarrkirche St. Rupertus in Burgkirchen am Wald stammt aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts und hat eine Barockausstattung sowie einen romanischen Taufstein.
  • In Heiligenstatt befindet sich die spätgotische und später barockisierte Wallfahrtskirche Unschuldige Kinder.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weithin bekannt ist der Tüßlinger Georgiritt. Auch der Tüsslinger Fasching mit seinem jährlichen Faschingsumzug am Faschingsdienstag ist ein Publikumsmagnet.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrei im Gemeindegebiet hat ihren Sitz in Burgkirchen am Wald.

Tüßling liegt an der Strecke des Radpilgerweges Benediktweg, der im August 2005 eröffnet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2012 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 14, im Produzierenden Gewerbe 195 und im Bereich Handel und Verkehr 49 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 276 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1183. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 904 ha. Davon waren 721 ha Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Tüßling

Im Bahnhof Tüßling zweigt die Bahnstrecke Tüßling–Burghausen von der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing ab.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 gab es folgende Einrichtungen:

  • Zwei Kindergärten mit insgesamt 115 Kindergartenplätzen und 109 Kindern
  • Drei Volksschulen, davon eine in privater Trägerschaft, in denen 25 Lehrkräfte 338 Schüler unterrichteten (Schuljahr 2011/12)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tüßling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsnamenssuche - Geschichte - Landkreis - Landratsamt Altötting. Abgerufen am 6. Mai 2020.
  3. Markt Tüßling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 39, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 17).
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 416.
  6. Fünftes Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 26. Juli 1997 (GVBl S. 309)
  7. Bürgermeister. Gemeinde Tüßling, abgerufen am 13. November 2020.
  8. Kommunalwahlen in Bayern. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  9. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  10. Markt Tüßling 09 171 133 Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  11. Eintrag zum Wappen von Tüßling in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 31. August 2020.