Bavans

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Bavans
Wappen von Bavans
Bavans (Frankreich)
Bavans
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Montbéliard
Kanton Bavans (Hauptort)
Koordinaten 47° 29′ N, 6° 44′ OKoordinaten: 47° 29′ N, 6° 44′ O
Höhe 300–487 m
Fläche 8,83 km2
Einwohner 3.701 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 419 Einw./km2
Postleitzahl 25550
INSEE-Code
Website www.agglo-montbeliard.fr/bavans/

Mairie Bavans

Bavans ist eine Gemeinde im französischen Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bavans liegt auf 330 m, etwa sechs Kilometer südwestlich der Stadt Montbéliard (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Terrasse nördlich des Doubstals gegenüber von Dampierre-sur-le-Doubs, südwestlich des Mont Bart und am Nordrand der äußersten Höhenzüge des Juras.

Die Fläche des 8,83 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Doubstals. Die südliche Grenze verläuft entlang dem Doubs, der hier mit mehreren Windungen in einer ungefähr ein Kilometer breiten flachen Talniederung nach Westen fließt und von der Wasserstraße des Rhein-Rhône-Kanals begleitet wird. Nach Osten reicht der Gemeindeboden bis zur Mündung des Allaine in den Doubs. Vom Flusslauf erstreckt sich das Gemeindeareal nordwärts über die Talaue und eine rund 10 bis 20 m hohe Geländestufe auf die Terrasse von Bavans (320 bis 340 m). Nach Norden steigt die Terrasse leicht an, bevor ein bewaldeter Hang zum langgezogenen Höhenrücken des Mont Bart überleitet. Mit 487 m wird im Bereich des Fort du Mont Bart die höchste Erhebung von Bavans erreicht. Dieser bewaldete Höhenzug bildet die nördliche Gemeindegrenze. Nur in einem schmalen Streifen erstreckt sich das Gebiet bis in die nördlich daran anschließende Talmulde von Présentevillers hinunter.

Nachbargemeinden von Bavans sind Sainte-Marie und Présentevillers im Norden, Bart im Osten, Voujeaucourt, Berche, Dampierre-sur-le-Doubs und Étouvans im Süden sowie Lougres im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Bavans war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, was anhand von verschiedenen Funden, darunter eines Gräberfeldes aus der Bronzezeit, nachgewiesen werden konnte. Der Ort wurde vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert von den Burgundern gegründet. Seit dem Mittelalter gehörte Bavans zur Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard). Durch Pestepidemien und den Überfall der Guisen Ende des 16. Jahrhunderts weitgehend entvölkert, siedelten sich in Bavans protestantische Auswanderer aus der Schweiz an. Mit der Besetzung der Grafschaft Württemberg-Mömpelgard (Montbéliard) gelangte das Dorf 1793 endgültig in französische Hand. Zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kam es Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau der Nationalstraße N463 von Montbéliard nach Besançon. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde von 1873 bis 1877 auf dem Mont Bart das gleichnamige Fort als Teil des Festungssystems Belfort-Montbéliard erbaut. Heute gehört Bavans zum Gemeindeverband Communauté d’Agglomération du Pays de Montbéliard.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lutherische Kirche von Bavans (Temple luthérien) wurde im 18. Jahrhundert im klassischen Stil neu erbaut und 1843/44 sowie 1920 restauriert. Ihr Vorgängerbau stammte aus der Zeit um 1050.[1] Auf dem Mont Bart befindet sich das Fort du Mont Bart, das in seinem ursprünglichen Zustand (1873-77) erhalten ist und das einen schönen Ausblick auf die Region Montbéliard bietet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 1.914
1968 2.594
1975 3.754
1982 4.148
1990 4.144
1999 3.917
2005 3.675

Mit 3701 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) gehört Bavans zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stets im Bereich zwischen 970 und 1090 Personen gelegen hatte, wurde von 1950 bis 1980 ein markantes Bevölkerungswachstum verzeichnet. In dieser Zeit hat sich die Einwohnerzahl vervierfacht. Mitte der 1980er Jahre wurde mit rund 4200 Einwohnern der bisherige Höchststand erreicht. Seither wurde ein Rückgang um etwas mehr als 10 % registriert. Heute ist das Siedlungsgebiet von Bavans mit denjenigen von Bart und Voujeaucourt zusammengewachsen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bavans war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft (Ackerbau, Obstbau und Viehzucht) und die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Seit den 1970er Jahren wurden im Doubstal entlang der Hauptstraße mehrere Industrie- und Gewerbezonen geschaffen. Hier ließen sich Unternehmen der Branchen Logistik, Forschung und Entwicklung, Transport und Baugewerbe nieder. Daneben gibt es zahlreiche Geschäfte des Einzelhandels. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die in der Agglomeration Montbéliard ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstraße N463, die von Montbéliard nach L’Isle-sur-le-Doubs und weiter nach Besançon führt. Der nächste Anschluss an die Autobahn A36 befindet sich in einer Entfernung von ungefähr 6 km. Eine weitere Straßenverbindung besteht mit Présentevillers.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. „Bavans : le temple luthérien“, auf: Les temples ou églises luthériennes de France, abgerufen am 23. Januar 2016.