Beeck (Duisburg)

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Duisburger Stadtwappen
Beeck
Stadtteil von Duisburg
Wappen von Beeck
Karte
Karte von Beeck
Basisdaten
Koordinaten: 51° 28′ 43″ N, 6° 44′ 3″ OKoordinaten: 51° 28′ 43″ N, 6° 44′ 3″ O
Fläche: km²
Postleitzahl: 47139
Vorwahl: 0203
Bevölkerung [1]
Einwohner: 11.551 (31. Dez. 2019)
Bevölkerungsdichte: 3850 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 35,2 % (4065)
Gliederung
Stadtbezirk: Meiderich/Beeck
Ortsteilnummer: 302
Eingemeindung: 1. Oktober 1905

Beeck ([beːk]) ist ein Stadtteil des Stadtbezirks Meiderich/Beeck in Duisburg mit 11.551 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2019). Am 1. April 1904 wurde Beeck zusammen mit Laar und Beeckerwerth nach Ruhrort eingemeindet. Am 1. Oktober 1905 erfolgte die Eingemeindung Ruhrorts zusammen mit Meiderich nach Duisburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das Stahlwerk Thyssen-Krupp von der Friedrich-Ebert-Straße in Beeck. (Foto: Maxi Platz) Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

Der älteste Nachweis einer größeren Ansiedlung in Beeck sind zwei frühmittelalterliche Gräberfelder. Von dem einen fränkischen Friedhof, heute im Bereich der Straße Lange Kamp gelegen, sind zwei Körpergräber bekannt, die aus der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts stammen. Das zweite Gräberfeld, bekanntgeworden als Gräberfeld Pothmannstraße, ist indirekt durch Lesefunde in einer Sandgrube nachgewiesen. Diese Funde können nur von zerstörten Bestattungen stammen und datieren in die zweite Hälfte des 7. und der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts.[2][3][4][5] Das Gräberfeld könnte mit einer Gruppe von vier Höfen zusammenhängen, die im Mittelalter „Bodenbom“ genannt wurden.[6][7]

Der Hof Beeck, heute Oberhof genannt, wird erstmals in den Schriftquellen am 15. Januar 947 in einer Urkunde König Otto I. erwähnt, mit der er bezeugt, dass sein Großvater, Herzog Otto der Erlauchte von Sachsen (880–912), den Hof Beki dem Stift in Essen geschenkt habe.[8]

Der heutige Oberhof und die danebenliegende Pfarrkirche St. Laurentius wird allgemein als Keimzelle Beecks angesehen. Die dreischiffige Kirche steht auf einer kleinen Anhöhe. Sie hat einen Westturm und eine polygonalen Chor im Osten. Chor und Seitenschiffe weisen Strebepfeiler auf. Im Inneren präsentiert sie sich mit rundbogigen Arkadenpfeilern und Kreuzrippengewölbe. Im Turmuntergeschoss ist ein Kreuzgratgewölbe erhalten geblieben. Während der Reformation ging die liturgische Inneneinrichtung verloren. Die Innenwände sind protestantisch weiß verputzt. Die Kirche wurde nach neuesten Untersuchungen wohl zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert errichtet.[9][10] Das Patronatsrecht hatte das Stift Essen, 1306 wurde sie dem Stift inkorporiert. Zum Sprengel der Pfarrei gehörten die Honschaften: Beeck, Laar, Stockum, Alsum, Bruckhausen, und Marxloh.Neben der Laurentiuskirche gab es noch ein zweites Gotteshaus in Beeck, die Markuskapelle, deren Errichtung mit der Abtei Werden, südlich von Essen, in Verbindung zu bringen ist.[11]

Das mittelalterliche Dorf Beeck lag auf dem rechten Flussufer der Emscher, die bei Stockum scharf nach Norden umbog und bei Alsum (das deshalb Hafenort war) in den Rhein mündete. Das Zentrum lag an der Straße von Duisburg nach Norden.

1338 anerkannte Beeck zwar die Hoheit Kleves, schien hierin aber eine problematische Lösung zu erblicken. Bereits 1405 wurde ein Versuch unternommen, das Gericht dem Herzogtum Jülich-Geldern zu übertragen, was Kleve aber 1412 wieder unterbunden hatte.

Ab dem 15. Jahrhundert waren in Beeck drei Gerichte ansässig, ein Vogteigericht, das landesherrliche Gericht und das Hofgericht.

Erst 1612 wurde das Beecker Richteramt dann dem Drosten von Dinslaken unterstellt, bis an dessen Gebiet heran sich das so genannte Amt Beeck bereits ausgedehnt hatte: Zu Beeck zählten nicht nur Beeckerwerth und Laar (1904) – hinzu kamen auch noch die Höfe Alsum und Schwelgern, Bruckhausen, Marxloh, Buschhausen, Sterkrade, Hamborn, Neumühl und dem eng an Laar gebundenen Stockum.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ist dann die Herrlichkeit Meiderich dem Amt Beeck zugeordnet worden, das mit der napoleonischen Besatzung und Neuordnung 1806 mit dem Amt Holten zusammengelegt wurde – weiterhin (dem Kanton) Dinslaken im Arrondissement Essen zugeordnet. Der Sitz der Bürgermeisterei Holten war nun abwechselnd in Holten (von 1806 bis 1811 und von 1831 bis 1858) und Beeck (von 1811 bis 1830 und von 1859 bis 1886) zu finden.

1881 fand sich die erste Überlegung, das mittlerweile stärker industrialisierte Laar, das bereits die Hälfte der Steuereinnahmen aufbrachte, abzutrennen. Zum 1. April 1886 trat eine weitergehende Neuordnung in Kraft: Holten wurde ebenso wie Buschhausen, das hierzu von Hamborn abgetrennt worden war, zur neuen Bürgermeisterei Sterkrade geschlagen. Beeck wurde eine eigene Bürgermeisterei, die seit 1887 zum aus dem Kreis Mülheim an der Ruhr herausgelösten Kreis Ruhrort gehörte und die beiden Gemeinden Beeck und Hamborn umfasste.[12]

Das Baudenkmal "Alte Brotfabrik" Duisburg-Beeck in der Arnold-Overbeck-Straße 58. Das Atelier des Künstlers Cyrus Overbeck ist heute Ort für Wissenschaft und Kunst im Duisburger Norden.

Im Jahre 1900 wurde dann Hamborn infolge der Industrialisierung nicht nur zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben, sondern zog auch die zuvor zur Gemeinde Beeck gehörenden Ortschaften Bruckhausen, Alsum, Schwelgern und Marxloh an sich.[13] Beeck verblieb nun nebst dem Beecker Kern noch Beeckerwerth, Laar und Stockum. 1904 erfolgte die Eingemeindung von Beeck nach Ruhrort, das wiederum am 1. Oktober 1905 in die Stadt Duisburg eingemeindet wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wohl bekannteste Wirtschaftsbetrieb in Beeck ist die König-Brauerei mitten im Ort. Ferner förderten hier die Zeche Rönsberghof am Ostrand von Beeck sowie die Zeche Beeckerwerth im gleichnamigen Ortsteil.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ehemaligen Brotfabrik Arnold-Overbeck-Straße 58 befindet sich das Atelier des Künstlers Cyrus Overbeck. Das Industriedenkmal, gebaut 1904, ist Spielort für Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Lesungen und Theateraufführungen von nationalem bis internationalem Rang.[14][15][16]

Der denkmalgeschützte Oberhof in Duisburg-Beeck. Heute kulturelles Zentrum für die Beecker Bevölkerung.

Kulturelles Zentrum für die Beecker Bevölkerung ist der zentral gelegene Oberhof, in dem ein Cafe betrieben wird und regelmäßig Ausstellungen örtlicher Künstlerinnen und Künstler sowie Lesungen und Events stattfinden.[17]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beeck liegt verkehrsgeografisch besonders günstig südlich der Autobahn A42 und hat eine eigene Autobahnabfahrt- bzw. auffahrt. Innerhalb der Stadt ist Beeck an das kommunale ÖPNV-Netz angeschlossen. Die Straßenbahnlinie 901 verkehrt hier, wie auch mehrere Buslinien. Der Bahnhof Duisburg-Beeck liegt an der Bahnstrecke Duisburg-Meiderich Nord–Hohenbudberg. Er wird aber nicht genutzt, weil die Strecke vorläufig nur für den Güterverkehr freigegeben ist.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Beeck

Das Beecker Wappen weist eine Dreiteilung auf; vorn im ersten Feld das Klever Wappen, über einem silbernen (weißen) Herzschildchen, eine achtstrahlige goldene (gelbe) Lilienhaspel auf rotem Grund. Hinten geteilt von Gold (Gelb) und Grün gespalten, im goldenen Felde oben in drei Reihen zu je sieben Feldern einen silbern und rot geschachten Balken, oben links mit einem silbernen Feld beginnend, das Wappen der Grafschaft Mark und unten in Grün drei silberne (weiße) Wellenbänder, die die Emscher symbolisieren, welche früher durch Beeck floss. Das Oberwappen zeigt eine rote Mauerkrone mit drei Türmen.

Bürgermeister Beecks (1805–1904)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch die unter dem Stichwort Duisburg und Laar angegebene Literatur

  • 50 Jahre Landeskirchliche Gemeinschaft Duisburg-Beeck. Festfeier am 19. Oktober 1969. Duisburg 1969.
  • Beeck. Hrsg. vom Beecker Bürger- und Heimatverein, Duisburg 1969.
  • Evangelische Gemeinde Duisburg-Beeck. Duisburg 1928.
  • Evangelischer Kirchenchor Duisburg-Beeck. Hrsg.: Karl Wenzel, Duisburg (ca.) 1968.
  • Gesang und Gott, Kultur und Kirche. Festschrift zum fünfundsiebzigjährigen Bestehen des Evangelischen Kirchenchores Beeck. Hrsg.: Stephan Kiepe-Fahrenholz, Duisburg 1995.
  • Wilhelm Hoffmann: Liebe Sippe Nienhaus …. unveröffentl. Brief v. Sep. 1960 (zum Boejeboom).
  • Franz Rommel: Duisburg-Beeck. Geschichte einer Siedlung (=DuF, Beih. 2). Duisburg 1958.
  • Bernhard Röttgen: Geschichtliche Nachrichten über Beeck. FS zur Einweihung der kath. Laurentiuskirche in Beeck. Duisburg 1906.
  • Holger Lambrecht: Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Beeck. In: Unser Beeck, Band 3. Duisburg 2004.
  • Heiner Feldhoff: Die Sonntage von Duisburg-Beeck. Eine Jugend. Zell/Mosel 2018
  • Kai Thomas Platz: Beeck vom Frühmittelalter bis zur Neuzeit, In: Emscher. Beiträge zur Archäologie einer Flusslandschaft im Ruhrgebiet. Münster 2014. S. 139–152
  • Franz Rommel: Duisburg-Beeck. Geschichte einer Siedlung von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert. In: Duisburger Forschungen Beiheft 2. Duisburg 1958.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik Stadt Duisburg zum 31.Dezember 2019 (xslx_datei 140 kB)
  2. Fritz Tischler: Handwerk und Kunst am Niederrhein von der Vorzeit bis ins Mittelalter. Duisburg 1943, Taf. XLIXb.
  3. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 207 und S. 275 f.
  4. Rudolf Stampfuss: Duisburg-Hamborn. Grabungen und Untersuchungen. In: Nachrichten-Blatt für rheinische Heimatpflege. Band 2, 1931, S. 177–180.
  5. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 276.
  6. Fritz Tischer: Eine spätfränkische Eisenschale aus Duisburg-Beeck. Germania 24, 1940, S. 233.
  7. Rudolf Stampfuß: Der spätfränkische Sippenfriedhof von Walsum. Quellenschriften zur Westdeutschen Vor- und Frühgeschichte 1. Leipzig 1939, S. 64 ff., Taf. 18,1; 19,1-2; 20,2 und 4; 21,1 und 3.
  8. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins Band I. Düsseldorf 1840, S. 54f. Nr. 97, und S. 71f. Nr. 117.
  9. Kai Thomas Platz: Beeck vom Frühmittelalter bis zur Neuzeit. In: Emscher. Beiträge zur Archäologie einer Flusslandschaft im Ruhrgebiet. Münster 2014, S. 141–143.
  10. Brigide Schwarz, Die Pfarrei Mintard im Spätmittelalter (mit einem Seitenblick auf Beeck, Meiderich, Mülheim und Kettwig), in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere das alte Erzbistum Köln 220 (2017) S. 77–126; Ludger Horstkötter, Die mittelalterlichen Pfarreien im heutigen Duisburg nördlich der Ruhr (Walsum, Hamborn, Beeck, Meiderich), in: Pro cura animarum: Mittelalterliche Pfarreien und Pfarrkirchen an Rhein und Ruhr, hrsg. von Stefan Pätzold und Reimund Haas (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte 43), Siegburg 2016, S. 61–76, hier: 69–71.
  11. Franz Rommel: Duisburg-Beeck. Geschichte einer Siedlung von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert. In: Duisburger Forschungen Beiheft. Band 2. Duisburg 1958, S. 23, 36 f.
  12. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  13. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1900, S. 4
  14. Sebastian Nitz: Brücke zur Gegenwart. In: Der Weg. 20. September 1998.
  15. Peter Klucken: Wieder Leben in der Alten Brotfabrik. In: Rheinische Post. 20. September 2018, abgerufen am 26. Mai 2020.
  16. Ingo Plascke: Cyrus Overbeck. Der Künstler als streitbarer Demokrat. In: Neue Ruhrzeitung. 2. Oktober 2019, abgerufen am 26. Mai 2020.
  17. Netzwerk Oberhof: Webauftritt. Abgerufen am 26. Mai 2020.