Bekir Bozdağ

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Bekir Bozdağ

Bekir Bozdağ (* 1. April 1965 in Akdağmadeni, Provinz Yozgat, Mittelanatolien) ist ein türkischer Theologe, Jurist und Politiker kurdischer Abstammung.[1] Er war vom 25. Dezember 2013 bis 6. März 2015 und ist seit 24. November 2015 erneut Justizminister der Türkei.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn von Mehmet und Nuriye Duran studierte zunächst an der Theologischen Fakultät der Universität Uludağ in Bursa, wo er einen Master in Geschichte der Religionen erwarb, und dann Rechtswissenschaft an der Selçuk Üniversitesi.

Nach einiger Zeit in öffentlichen Ämtern arbeitete er als selbständiger Rechtsanwalt. Im April 1999 war er in seiner Heimatstadt Kandidat bei der Bürgermeister-Wahl. Seit der Gründung der AKP (2001) war er deren Mitglied. Er wurde 2002, 2007 und 2011 ins Parlament gewählt.

Er war einer der vier Vize-Premierminister der Türkei im Kabinett Erdoğan III (6. Juli 2011 bis zum 28. August 2014). Der damalige Ministerpräsident Erdoğan berief ihn zum 25. Dezember 2013 als Nachfolger von Sadullah Ergin zum Justizminister der Türkei. Im Kabinett Davutoğlu I hatte er dieses Amt bis zum 7. März 2015 inne; dann ersetzte Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu ihn durch Kenan İpek (parteilos).[2] Am 24. November 2015 wurde er im Kabinett Davutoğlu II wieder in sein Amt berufen. Im Kabinett Yıldırım (amtierend seit 24. Mai 2016) ist er erneut Justizminister.[3]

Ein türkischer Verein buchte für Anfang März 2017 eine Veranstaltungshalle in Gaggenau für ein Vereinstreffen, verschwieg dem Vermieter aber, dass Bozdag in der Halle reden sollte, offenbar um für das am 16. April 2017 terminierte Verfassungsreferendum zu werben. Als die Stadt kurz vor dem Termin erfuhr, dass in der relativ kleinen Halle ein so prominenter Redner auftreten sollte, sagte sie die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen ab. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu machte Deutschland danach massive Vorwürfe und äußerte, Deutschland müsse „lernen, sich zu benehmen“. Bozdag brandmarkte die Absage seines Auftritts als „faschistisches Vorgehen“.[4][5]

Er spricht neben Türkisch auch Englisch und Arabisch, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkiye'de yeni kabine: 3 Kürt bakan Rûdaw.net, 24. November 2015, abgerufen am 28. Februar 2016
  2. www.justice.gov.tr: Lebenslauf Kenan İpek
  3. FAZ.net 2. Juni 2016: Türkischer Justizminister spricht Deutschland Recht auf Kritik ab
  4. FAZ.net 3. März 2017: Bundesregierung will mit Absage nichts zu tun haben
  5. spiegel.de 3. März 2017: Merkel weist Kritik der Türkei zurück