Berat Albayrak

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Berat Albayrak (* 1. Januar 1978 in Istanbul) ist ein türkischer Geschäftsmann und Politiker der Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP). Er ist der ehemalige Geschäftsführer der Çalık Holding, seit Juni 2015 ist er Mitglied im türkischen Parlament und seit November 2015 Minister für Energie und Bodenschätze im Kabinett Davutoğlu III. Er ist verheiratet mit Esra Albayrak, geborene Erdoğan, und damit der Schwiegersohn von Recep Tayyip Erdoğan.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berat Albayrak wurde am 1. Januar 1978 als Sohn des türkischen Journalisten und Politikers Sadık Albayrak geboren. Er hat einen älteren Bruder. Albayrak besuchte ein privates Gymnasium und studierte an der School of Business Administration der Universität Istanbul. Im Juli 2004 heiratete Albayrak Esra Erdoğan, die Tochter des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatspräsidenten der Türkei.[1] Gemeinsam haben sie drei Kinder: Ahmet Akif (* 2006), Emine Mahinur (* 2009) und Sadık (* 2015).[2]

Wirtschaftliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 begann er seine Arbeit bei der regierungsnahen Çalık Holding und wurde 2002 zum Finanzdirektor der amerikanischen Niederlassung des Unternehmens. Zu dieser Zeit studierte er zudem im Master-Studiengang an der Lubin School of Business der Pace University in New York City. 2004 wurde Albayrak zum amerikanischen Landeschef des Unternehmens. Nach seiner Rückkehr in die Türkei im Jahr 2006 arbeitete er als Assistent des Managers für Finanzfragen von Çalık. 2007 wurde er, mit gerade einmal 29 Jahren, Geschäftsführer (CEO) der Çalık Holding, der u.a. die Mediengruppe Turkuvaz gehört und mithin die einflussreiche Tageszeitung Sabah und der Nachrichtensender A Haber.[3][4] Er blieb CEO des Unternehmens bis 2013.[1]

2015 übernahm sein älterer Bruder Serhat Albayrak die Führung der Mediengruppe Turkuvaz.[5]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Parlamentswahlen am 7. Juni 2015 wurde Albayrak als Vertreter der AKP Mitglied der Großen Nationalversammlung der Türkei. Seit September 2015 ist Albayrak Mitglied im erweiterten AKP-Vorstand. Am 24. November wurde er als Nachfolger von Ali Rıza Alaboyun Minister für Energie und Bodenschätze im Kabinett von Ahmet Davutoğlu.[6] Nachdem Davutoğlu im Mai 2016 seinen Rücktritt als Vorsitzender der regierenden AKP und damit auch als Ministerpräsident ankündigte, wurde Albayrak gemeinsam mit dem Verkehrsminister Binali Yildirim als potenzieller Nachfolger für das Amt des Ministerpräsidenten diskutiert.[7]

Ende September 2016 drohte die linke, regierungskritische Hackergruppe „RedHack“ 57.623 E-Mails der Korrespondenz von Albayrak aus dem Zeitraum April 2000 bis Ende September 2016 öffentlich zu machen, wenn inhaftierte „linken Oppositionellen“ nicht freigelassen würden.[8] Der Leak sollte belegen, wie die türkische Regierung und insbesondere Albayrak Einfluss auf die Medien genommen hatten und angebliche Kontakte der türkischen Regierung zur Terrormiliz Islamischer Staat nachweisen.[9] Das regierungskritische Onlinemagazin Diken und die Tageszeitung Cumhuriyet berichteten über die geleakten E-Mails Albayraks in Bezug zur Erdöltransportgesellschaft Powertrans, denen zufolge der Energieminister der „heimliche Chef“ von Powertrans sei.[5][10][11] Am 5. Dezember 2016 veröffentlichte WikiLeaks ein durchsuchbares Archiv der E-mails aus der Korrespondenzen von Albayrak (Berat's Box), die RedHack an die Enthüllungsplattform weitergeleitet hatte.[12][13][14][15]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erdogan son-in-law wins key post in new Turkey cabinet. In: Yahoo, 24. November 2015. Abgerufen am 5. Mai 2016. 
  2. Enerji Bakanı Albayrak'ın mutlu günü. Sabah. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  3. Berat Albayrak, Çalık Holding Genel Müdürü oldu. Milliyet, 30. März 2007; abgerufen am 5. Mai 2016.
  4. Artikel zum Skandal um die CEO-Tätigkeit Albayraks, internetajans.com, 8. November 2007 (türkisch)
  5. a b Deniz Yücel: 20 Gigabyte E-Mails, die Erdogan in Bedrängnis bringen können. Hacker haben Korrespondenzen des türkischen Energieministers Berat Albayrak geknackt. Darin geht es um türkische Verbindungen zum IS und die Kontrolle der Medien. In: Die Welt. 8.10.2016, abgerufen am 7.12.2016.
  6. Turkish PM Davutoğlu forms 64th government of Turkey, Hürriyet Daily News, 24. November 2015; abgerufen am 5. Mai 2016.
  7. Davutoglu verliert Machtkampf mit Erdogan. n-tv, 5. Mai 2016; abgerufen am 5. Mai 2016.
  8. Efe Kerem Sozeri: RedHack Leaks Reveal the Rise of Turkey's Pro-Government Twitter Trolls. In: The Daily Dot. 30.9.2016, abgerufen am 8.12.2016.
  9. Türkei sperrt Cloud-Dienste wegen brisanter E-Mails. In: DiePresse.com. 10.10.2016, abgerufen am 8.12.2016.
  10. Tunica Öğreten: RedHack sızdırdı: Kürt petrolünü taşıyan şirkette 'söz sahibi' Albayrak. In: Diken. 30.9.2016, abgerufen am 9.12.2016.
  11. Schwere Vorwürfe gegen Erdogans Schwiegersohn. In: Wiener Zeitung. 8.12.2016, abgerufen am 8.12.2016.
  12. Berat's Box. In: WikiLeaks. 6.12.2016, abgerufen am 7.12.2016.
  13. Thanos Kamilalis: Exclusive: WikiLeaks documents highlight sinister relations between Erdogan and ISIS. In: thepressproject.gr. 5.12.2016, abgerufen am 7.12.2016.
  14. Bethan McKernan: Email cache proves Turkish oil minister’s links to Isis oil trade, WikiLeaks claims. In: The Independent. 7.12.2016, abgerufen am 7.12.2016.
  15. Robbie Gramer: Latest Wikileaks Dump Sheds New Light on Erdogan’s Power In Turkey. In: Foreign Policy. 7.12.2016, abgerufen am 7.12.2016.