Berlin-Friedrichsfelde

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Friedrichsfelde
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Wartenberg Falkenberg Malchow Neu-Hohenschönhausen Alt-Hohenschönhausen Fennpfuhl Lichtenberg Rummelsburg Friedrichsfelde KarlshorstFriedrichsfelde auf der Karte von Lichtenberg
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 30′ 21″ N, 13° 31′ 9″ OKoordinaten: 52° 30′ 21″ N, 13° 31′ 9″ O
Fläche 5,55 km²
Einwohner 51.371 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte 9256 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 10315, 10319
Ortsteilnummer 1101
Gliederung
Verwaltungsbezirk Lichtenberg
Ortslagen
Wappen des Ortsteils Friedrichsfelde

Friedrichsfelde ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Lichtenberg. Bei der Verwaltungsreform im Jahr 2001 wurde er neu zugeschnitten. Der bis dahin nördlich der Preußischen Ostbahn (Bahnstrecke Berlin–Kostrzyn) an der Rhinstraße befindliche Abschnitt gehört seitdem zum Ortsteil (Alt-)Lichtenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Rosenfelde wurde von niederdeutschen Siedlern um 1230 gegründet. Die urkundliche Erwähnung des Pfarrers Ludwig zu Rosenfelde ist 1265 der erste Nachweis des Dorfes. Die heute nicht mehr vorhandene erste Steinkirche entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1375 wies das Landbuch für Rosenfelde 104 Hufen aus, davon sechs Pfarrhufen. Diese ganz ungewöhnliche Größe umfasst etwa die doppelte Zahl von Hufen, wie sie auf dem Barnim für planmäßig angelegte deutsche Dörfer durchschnittlich üblich waren.

Rosenfelde wurde 1699 nach dem Kurfürsten Friedrich III. in Friedrichsfelde umbenannt.

Das Quartier Alt-Friedrichsfelde bildet mit dem Bereich um den ehemaligen Anger den historischen Dorfkern.

Die Colonie Friedrichsfelde an der Frankfurter Chaussee (heute: Straße Alt-Friedrichsfelde) wurde bevorzugter Wohnort für Handwerker.

Im Schloss Friedrichsfelde, an der Straße nach Köpenick errichtet, wohnte zunächst Benjamin Raule. Im Jahr 1717 wurde der Besitz an den Markgrafen Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt, einen Onkel des „Soldatenkönigs“ übereignet, der das ursprüngliche Schloss erweitern ließ. Nach seinem Tod 1731 erbte sein Sohn Carl das Schloss. Schließlich ging das Anwesen auf seinen Vetter Prinz Ferdinand von Preußen, den jüngsten Bruder des „Alten Fritz“ über. Vier seiner Kinder, unter anderem sein Sohn Louis Ferdinand Prinz von Preußen im Jahr 1772, wurden dort geboren. 1896 wurde die Kolonie Karlshorst (damals: Carlshorst) aus dem Gutsbezirk Friedrichsfelde des Sigismund von Treskow herausgelöst[1] und Teil der Gemeinde Friedrichsfelde. Karlshorst entwickelte sich danach zu einer Landhauskolonie.

Im Jahr 1920 wurde die Gemeinde Friedrichsfelde aus dem brandenburgischen Kreis Niederbarnim in Groß-Berlin eingegliedert. Im Jahr 1945 war Friedrichsfelde zeitweilig Sitz der Berliner Kommandantur der Roten Armee (Alt-Friedrichsfelde/Rosenfelder Straße). Politische Geschichte schrieb der seit 1984 in der Kirchgemeinde Friedrichsfelde arbeitende Friedenskreis. Er gehörte zu den aktivsten Ost-Berliner Widerstandsgruppen gegen die SED-Herrschaft.[2]

Im Jahr 2001 wurde der 1881 eingerichtete Zentralfriedhof Friedrichsfelde dem Ortsteil Lichtenberg zugeordnet. Auf ihm befindet sich die Gedenkstätte der Sozialisten.

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Friedrichsfelde
Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gedenkstätte der Sozialisten

Der Ortsteil ist geprägt von vielgeschossigen Neubauten. Die nördliche Begrenzung wird von der Bahntrasse mit dem S-Bahnhof Berlin-Friedrichsfelde Ost gebildet, im Osten (in Richtung Biesdorf) und Süden (in Richtung Karlshorst) begrenzen ebenfalls Bahndämme den Ortsteil. Im Westen schließt sich der Ortsteil Rummelsburg an.

Historische Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Straße Alt-Friedrichsfelde, aber vor allem im historischen Dorfkern Alt-Friedrichsfelde sind einige historische Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert erhalten, die inzwischen unter Denkmalschutz stehen. Hierzu zählt auch die Dorfkirche Friedrichsfelde. Im südöstlichen Teil liegt der im früheren Schlosspark eingerichtete und 1955 eröffnete Tierpark Berlin mit dem Schloss Friedrichsfelde.

Wohnhochhäuser und Geschäftsbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überwiegende Anzahl der Wohngebäude bilden sechs- bis etwa zwanziggeschossige Plattenbauten, für die zwischen den 1960er und 1990er Jahren neue Flächen erschlossen wurden und ein gänzlich neues Straßennetz entstand.

Unmittelbar nördlich des Tierparks befindet sich das Gelände des Bildungs- und Verwaltungszentrums, ein großer Verwaltungskomplex, in dem Standorte des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin untergebracht sind. Es entstand aus einem in der DDR-Zeit 1984 bebauten und abgeschotteten Gelände, auf dem die Bezirksverwaltung Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit ihren Sitz hatte.

Splanemann-Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Splanemann-Siedlung, Deutschlands erste Siedlung in Plattenbauweise

Am südöstlichen Ende der Sewanstraße, fast schon am Tierpark, befindet sich die Splanemann-Siedlung. Sie wurde zwischen 1926 und 1930 als erste deutsche Plattenbausiedlung nach Plänen des damaligen Berliner Stadtbaurats Martin Wagner nach einer Idee von Wilhelm Primke errichtet. In den zwei- und dreigeschossigen Häusern entstanden ursprünglich 138 Wohnungen, von denen im Zweiten Weltkrieg ein Teil zerstört wurde.

Ihren heutigen Namen trägt die Siedlung erst seit 1951, nachdem die frühere Kriegerheimstraße in Splanemannstraße umbenannt wurde. Namensgeber ist der Widerstandskämpfer Herbert Splanemann (1912–1945).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrichsfelde befindet sich an einer der meistbefahrenen Kreuzungen Berlins. Zum einen führt in Ost-West-Richtung die Straße Alt-Friedrichsfelde (1976–1992 Straße der Befreiung) als Teil der – auf gemeinsamer Trasse geführten – Bundesstraßen B 1 und B 5 vom östlichen Berliner Umland direkt ins Stadtzentrum. In Nord-Süd-Richtung verläuft die breite Trasse der Rhinstraße und als Fortsetzung die Straße Am Tierpark.

Dieser Straßenzug ist ein Teilabschnitt der Tangentialverbindung, die mehrere östliche Berliner Ortsteile untereinander verbindet. Daneben existieren weitere Verkehrswege, die zum Teil noch auf den ehemaligen Verbindungen der damals selbstständigen Landgemeinden beruhen. Die Hauptverkehrsachse des Neubaugebietes in Friedrichsfelde ist die Sewanstraße (1961–1992: Hans-Loch-Straße). Sie ist gleichzeitig die Verbindung zum benachbarten Ortsteil Rummelsburg.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsportal des U-Bahnhofs Friedrichsfelde

Der Ortsteil ist über zwei Bahnhöfe der S-Bahn (Friedrichsfelde Ost an den Linien S5, S7 und S75 und Betriebsbahnhof Rummelsburg an der S3) sowie zwei Bahnhöfe der U-Bahn (Friedrichsfelde und Tierpark an der U5) an das Berliner Schnellbahnnetz angeschlossen. Die Bahnhöfe dienen gleichzeitig als Umsteigepunkte zu mehreren Straßenbahn- und Buslinien, die den Ortsteil erschließen.

Seit Dezember 1900 ist Friedrichsfelde an das Berliner Straßenbahnnetz angeschlossen.[3]

Von 1930 bis 1973 war Friedrichsfelde Endstation der jetzigen U-Bahn-Linie U5 (damals Linie E). Die Betriebswerkstatt Friedrichsfelde wartet die Fahrzeuge der Großprofil-Linien U5, U8 und U9 der Berliner U-Bahn.[4]

Entlang der Rhinstraße und der Straße Am Tierpark führt die Straßenbahnstrecke zwischen Neu-Hohenschönhausen und Niederschöneweide. Sie wird von den Linien M17, 27 und 37 befahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter von Friedrichsfelde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Friedrichsfelde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein am Agnes-Kraus-Weg

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berlin-Friedrichsfelde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlshorster Landstraße auf www.luise-berlin.de
  2. Friedenskreis Friedrichsfelde auf www.www.jugendopposition.de
  3. Große Berliner Straßenbahn auf www.berliner-bahnen.de
  4. Kurzmeldungen – U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 12, 2015, S. 237.
  5. Straße erinnert an Schauspielerin Agnes Kraus. In: Der Tagesspiegel, 14. Februar 2011.
  6. Gedenktafel auf www.gedenktafeln-in-berlin.de