Der Graf (Sänger)

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Der Graf beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest im März 2014

Der Graf (* 1970er Jahre[1] in Aachen[2][3] oder Würselen[4]) ist der Künstlername eines deutschen Sängers. Der Graf ist der Frontmann und Songschreiber der Band Unheilig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Graf gibt nur wenige Informationen über sein Privatleben preis. Sein Geburtsname und -datum sind nicht öffentlich bekannt. In Presseberichten wird gelegentlich als bürgerlicher Name Bernd Heinrich Graf angegeben,[5] seit dieser Name von der Boulevardzeitung Bild ins Spiel gebracht worden war.[6] Im Markenregister ist die Marke Unheilig u. a. auf Bernd Graf eingetragen.[7] Daneben kursieren auch weitere Vermutungen.

Vor seiner Schulzeit besuchte der Graf einen katholischen Kindergarten und sang im Kirchenchor.[4] In seiner Kindheit stotterte er stark und wurde von den anderen Kindern gehänselt.[8] Vor dem Beginn seiner Musikkarriere absolvierte der Graf eine Ausbildung zum Zahntechniker, die er jedoch abbrach, um sich vier Jahre als Zeitsoldat zu verpflichten.[8] Danach machte er eine Ausbildung zum Hörgeräteakustiker.[4] Zusammen mit Grant Stevens und dem Produzenten Jose Alvarez-Brill gründete er 1999 die Band Unheilig.[9] Die erste Single der Band mit dem Titel Sage Ja! erschien 2000, wurde sofort zu einem Szenehit und stieg in die Alternative-Rock-Charts ein. 2001 kam das Debütalbum Phosphor auf den Markt, das den eingeschlagenen Weg zwischen elektronischen Klängen und dunkler Rockmusik weiter ausbaute, im April 2003 folgte Das 2. Gebot.

Allerdings hatte sich Der Graf inzwischen dazu entschlossen, den musikalischen Weg von Unheilig alleine zu beschreiten, um keine Kompromisse mehr eingehen zu müssen.[10] Nur bei Liveauftritten arbeitet er noch mit Gastmusikern zusammen. In Zelluloid (2004) zeigte sich Unheilig noch eine Spur rockiger, jedoch ohne sich dabei von ihren Wurzeln abzukehren,[10] die er in der „schwarzen Gothic-Szene[11][12] sieht. Mit Moderne Zeiten waren Unheilig Gast bei vielen Festivals der Alternativen und Schwarzen Szene.[10] 2008 erschien das Album Puppenspiel und 2010 das Album Große Freiheit. Dieses Album erhielt 7fach-Platinstatus in Deutschland[13], 3-fach-Platin in Österreich sowie 2-fach Platin in der Schweiz. Im August 2010 löste es Herbert Grönemeyers Ö als am längsten auf Platz eins der Media-Control-Charts befindliches Album eines deutschen Künstlers ab: mit Unterbrechungen stand es 23 Wochen an erster Stelle der Charts.[14] Große Freiheit wurde schließlich zum erfolgreichsten Album des Jahres 2010 in Deutschland.[15] Es konnte sich bis heute über 2 Millionen mal verkaufen.[16] 2012 erschien das Album Lichter der Stadt. Am 5. Oktober 2014 gab der Graf in einem offenen Brief sein Karriereende bei Unheilig bekannt.[17]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 unterstützt Der Graf mit seiner Aktion Die Grafschaft den Verein Herzenswünsche e. V. (Münster) für schwer erkrankte Kinder. Dafür erhielt er 2012 den Ehren-Echo für soziales Engagement. Seit Mai 2012 ist er Botschafter der Hear the World Foundation, einer weltweiten Initiative der Sonova-Marke Phonak, die sich dem Thema Hören widmet und über Hörverlust aufklärt.[18] Am 7. Dezember 2013 wurde Der Graf mit dem KIND Award National durch den Verein Kinderlachen für seine ehrenamtliche Mitarbeit bei Herzenswünsche e. V. sowie für sein Engagement im Rahmen von Die Grafschaft ausgezeichnet.[19]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als The Graf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: Dreams and Illusions

mit Unheilig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Unheilig/Diskografie

mit anderen Bands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Sammys Abenteuer 2 – Kleine Helden auf großer Mission als Big D.[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ECHO Pop
    • 2011: in der Kategorie Produzent (National) (Unheilig)
    • 2012: in der Kategorie Sonderpreis (für die Aktion Die Grafschaft zugunsten des Vereins Herzenswünsche e. V.)
  • KIND-Award
    • 2013 (für sein ehrenamtliches Engagement für Kinder und Jugendliche)[21]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Der Graf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.aachener-zeitung.de/mobile/news/kultur/der-graf-das-hat-nichts-mit-der-hoelle-gemein-1.344263?redir=checkmobile
  2. „Der Graf“, Gründer und Sänger der Band Unheilig. In: Focus. Nr. 14, 31. März 2012, abgerufen am 22. April 2012.
  3. MUNZINGER Pop: Unheilig
  4. a b c Corinna Siebert: Unheilig. Der Graf – Geboren um zu Singen. 2011.
  5. Im Gespensterstadl brennt noch Licht. In: Die Zeit. Nr. 13, 22. März 2012. Abgerufen am 27. März 2012.
  6. Melanie Steck: Unheilig: Der Graf nach Feierabend. In: Bild.de, 6. Juni 2012, abgerufen am 8. März 2013.
  7. Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamt, 28. Dezember 2012.
  8. a b Interview mit der Zeitschrift Focus vom 19. März 2012.
  9. Offizielle Webpage der Band: Biografie „des Grafen“. Abgerufen am 15. Juni 2011.
  10. a b c laut.de-Biografie. Unheilig. laut.de, abgerufen am 16. Juli 2012.
  11. Tonia Simone Pöppler: „Ich bin ein ganz normaler Typ“: „Der Graf“ von „Unheilig“ im GZ-Interview. giessener-zeitung.de, 24. März 2010, abgerufen am 3. Juli 2012.
  12. Unheilig - Gothic-Graf findet "Kitsch gut". relevant.at, 19. April 2010, abgerufen am 13. Juli 2012.
  13. [1]
  14. www.abendblatt.de: 15 Mal Platz Eins: Unheilig stellen Rekord auf, abgerufen 20. August 2010
  15. http://www.einslive.de/musik/charts/2011/jahresalbumcharts.jsp
  16. Der Graf // Biographie
  17. unheilig.com: offener Brief des Grafen
  18. Der Graf (Unheilig) ist Botschafter für Hear the World. Hear-the-world.com, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  19. Die neunte Kinderlachen Gala. Abgerufen am 8. Dezember 2013.
  20. Der Graf als Synchronsprecher. unheilig.com, 17. September 2012, abgerufen am 29. Dezember 2012.
  21. Der Graf, Herman van Veen und Wera Röttgering erhalten KIND-Awards. Abgerufen am 14. März 2014.