Bernolákovo

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Bernolákovo
Wappen Karte
Wappen von Bernolákovo
Bernolákovo (Slowakei)
Bernolákovo
Bernolákovo
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Bratislavský kraj
Okres: Senec
Region: Bratislava
Fläche: 28,431 km²
Einwohner: 6.147 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km²
Höhe: 140 m n.m.
Postleitzahl: 900 27
Telefonvorwahl: 0 2
Geographische Lage: 48° 12′ N, 17° 18′ O48.19916666666717.300277777778140Koordinaten: 48° 11′ 57″ N, 17° 18′ 1″ O
Kfz-Kennzeichen: SC
Kód obce: 507814
Struktur
Gemeindeart: Gemeinde
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Richard Červienka
Adresse: Obecný úrad Bernolákovo
Hlavná 111
900 27 Bernolákovo
Webpräsenz: www.bernolakovo.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Bernolákovo (bis 1927 slowakisch „Čeklýs“, 1927–1948 „Čeklís“; deutsch Lanschütz, ungarisch Cseklész) ist eine Gemeinde in der Westslowakei mit 6147 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014) und ist eine der größten nichtstädtischen Gemeinden der Slowakei. Sie ist Teil des Okres Senec, einem Teil des Bratislavský kraj.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf das Schloss

Die Gemeinde befindet sich im Westteil des slowakischen Donautieflands beiderseits des Flusses Čierna voda und unweit der Kleinen Donau. Das Ortszentrum liegt auf einer Höhe von 140 m n.m. und ist acht Kilometer von Senec sowie etwa 18 Kilometer vom Stadtzentrum Bratislavas entfernt.

Nachbargemeinden sind Chorvátsky Grob im Norden, Veľký Biel im Nordosten, Nová Dedinka im Südosten, Tomášov und Malinovo im Süden sowie Ivanka pri Dunaji im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ruine der alten Burg

Die ältesten archäologischen Funde auf dem heutigen Gemeindegebiet stammen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Eine awarisch-slawische Grabstätte stammt aus dem 8. Jahrhundert.

Der heutige Ort wurde 1209 zum ersten Mal schriftlich als Ceki erwähnt, als Sebes, Sohn des Neutraer Gespans Tamás, erhielt den Ort vom Andreas II. und später zum Gründer des Geschlechts der Grafen von St. Georgen und Bösing wurde. Im 13. Jahrhundert existierte neben der Siedlung Cheki auch Siedlung Lužnica, die im Zuge der deutschen Kolonisierung zum Luensnicz (1313) und schließlich über mehrere Zwischenstufen Lanschütz wurde. 1290 werden Weingärten erwähnt, 1324 (als Castrum Chekles) dann die auf dem Hügel Várdomb stehende Burg Lanschütz, die aber im 15. Jahrhundert ihre Funktion weitgehend verlor. Aus dem 14. Jahrhundert stammt die Pfarrei und die dem Hl. Stephan geweihte Kirche. Nach dem Untergang der Burg wurde das Dorf im 16. Jahrhundert Teil des Herrschaftsgebiet von Schintau.

1532 erhielt Lanschütz die ersten Marktrechte, doch erst im 17. Jahrhundert wurde es Städtchen. Im Zuge der Türkenkriege und ungarischen Standesaufstände gegen die Habsburger wurde Landschütz am Anfang des 18. Jahrhundert zu einem großen Teil zerstört.

Das Barockschloss wurde zwischen 1714 und 1722 im Auftrag der Familie Esterházy durch Jakob Fellner erbaut. 1715 hatte das Städtchen 72 Steuerpflichtige und zwei Mühlen. 1766 wurde im Ort auf Anlass von Maria Theresia eine Leinenmanufaktur gegründet, die zur Blütezeit zwischen 100 und 150 Angestellte beschäftigte. Die letzten Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1792, danach musste die Fabrik ihren Betrieb einstellen. Ab dem 18. Jahrhundert bestand im Ort eine Station für Postkutschenverkehr zwischen Pressburg und Blatné. 1828 zählte man 267 Häuser und 1803 Einwohner, das 1817 wieder errichtete Herrschaftsgut Lanschütz betrieb einen großen Meierhof mit Schafzucht.

Bis 1918 gehörte der im Komitat Pressburg liegende Ort zum Königreich Ungarn und kam danach zur Tschechoslowakei beziehungsweise heute Slowakei. In den Jahren 1922 und 1923 erfolgte die Parzellierung der Esterházy'schen Grundstücke und der inzwischen Čeklís genannte Ort wuchs schnell, sodass er Ende 1930er Jahre ungefähr 5000 Einwohner hatte. Als Folge des Ersten Wiener Schiedsspruchs kam der Ort am 10. Oktober 1938 wieder zu Ungarn, doch am 14. März 1939, dem Tag der Entstehung des Slowakischen Staates, wurde dies im Falle von Čeklís rückgängig gemacht.

1948 erfolgte die nationalpolitisch motivierte Umbenennung des Ortes in Bernolákovo zu Ehren des slowakischen Philologen und Priesters Anton Bernolák, der von 1787 bis 1791 in der örtlichen Pfarrei wirkte. Zu einer Umbenennung in Krasnodar kam es nicht mehr.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Annakapelle im Schlosspark

Nach der Volkszählung 2011 wohnten in Bernolákovo 5385 Einwohner, davon 5092 Slowaken, 35 Tschechen, 30 Magyaren, 12 Ukrainer, 8 Bulgaren, jeweils 5 Deutsche, Mährer und Russinen, jeweils 2 Juden und Polen sowie jeweils 1 Kroate, Rom, Russe und Serbe. 31 Einwohner gaben eine andere Ethnie an und 154 Einwohner machten keine Angabe zur Ethnie.

3040 Einwohner bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 298 Einwohner zur Evangelischen Kirche A. B., 45 Einwohner zur apostolischen Kirche, 24 Einwohner zur orthodoxen Kirche, jeweils 20 Einwohner zur evangelisch-methodistischen Kirche und zur griechisch-katholischen Kirche sowie jeweils 17 Einwohner zu den Siebenten-Tags-Adventisten und zur Pfingstbewegung; insgesamt 67 Einwohner bekannten sich zu einer anderen Konfession. 1193 Einwohner waren konfessionslos und bei 487 Einwohnern wurde die Konfession nicht ermittelt.[1]

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

Anton-Bernolák-Denkmal
  • römisch-katholische Stephanskirche aus dem 14. Jahrhundert, ursprünglich gotisch, 1764 und 1773 neu gestaltet und im 20. Jahrhundert erweitert
  • Esterházy'sches Schloss im Barockstil aus den Jahren 1714–22, 1911 nach einem Brand erneuert und 1948–49 instandgesetzt
  • Annakapelle im Barockstil aus dem Jahr 1724, im Schlosspark gelegen
  • Pranger unweit der Kirche aus dem 18. Jahrhundert
  • Anton-Bernolák-Denkmal aus dem Jahr 1937

Sport[Bearbeiten]

Westlich des Ortes besteht im Areal des Schlossparks und unweit des Flusses Čierna voda ein 18-Loch-Golfplatz. Die Gemeinde betriebt ein Sportareal, der zu Ehren von Ján Popluhár auf slowakisch Športový areál Jána Popluhára heißt. Im Ort haben der Fußballclub ŠK Bernolákovo sowie der Sportclub ŠK Vatek seinen Sitz.

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde betreibt einen Kindergarten, zwei Grundschulen (jeweils eine für Klassen 1-4 bzw. 5-9) und eine Grundkunstschule. Seit 1952 besteht eine fachspezifische weiterführende Schule, die sich auf Landwirtschaft und Technik spezialisiert.

Am Rande von Bernolákovo verläuft die Straße 1. Ordnung 61 zwischen Bratislava und Senec. Darüber hinaus bestehen Verbindungen nach Chorvátsky Grob, Ivanka pri Dunaji und Nová Dedinka, jeweils über Straßen 3. Ordnung. Eine direkte Anbindung an die Autobahn D1 ist in Bau und soll 2017 fertiggestellt werden.

Die Gemeinde besitzt einen Bahnhof (Straße Staničná) an der Bahnstrecke Bratislava–Budapest und es halten mehrere Nahverkehrszugpaare täglich. Anbindungen an Schnell-, EC- und IC-Züge sind im 18 Kilometer entfernten Bahnhof Bratislava hl. st. vorhanden.

Zum Terminal des Flughafens Bratislava sind es etwa 12 Kilometer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 (slowakisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernolákovo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien