Berverath

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Berverath
Stadt Erkelenz
Koordinaten: 51° 4′ 26″ N, 6° 23′ 23″ O
Höhe: ca. 80 m
Einwohner: 74 (31. Dez. 2020)[1]
Postleitzahl: 41812
Vorwahl: 02431
Karte
Lage von Berverath im Rheinischen Braunkohlerevier
Berverath (2006)
Berverath (2006)

Berverath ist ein kleiner ländlicher Ortsteil im östlichen Stadtgebiet von Erkelenz im Kreis Heinsberg. Das Dorf liegt im Plangebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler und soll daher in Zukunft umgesiedelt werden. Berverath gehörte jahrhundertelang zur Gemeinde Keyenberg und besitzt daher auch heute noch enge Beziehungen zu diesem Ort. Berverath ist stark landwirtschaftlich geprägt. Da das Dorf abseits der überörtlichen Verkehrswege liegt, besitzt es eine ruhige Atmosphäre. Unter dem Motto „Menschenrecht vor Bergrecht“ haben Einwohner der Erkelenzer Dörfer Keyenberg, Kuckum, Berverath und Ober- und Unterwestrich juristischen Widerstand gegen ihre Enteignung durch RWE angekündigt.[2]

Seit September 2018 gehören Einwohner von Berverath dem Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ an. Dieses Bündnis hat sich dem Schutz der von Tagebauen bedrohten Dörfern verschrieben.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berverath liegt in der Erkelenzer Börde in 80 m Höhe über NN auf der Hauptterrasse. Im Norden und Osten fällt das Gelände zur Niers hin ab.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Dörfer liegen im Uhrzeigersinn um den Ort: Kuckum, Unterwestrich, Obwerwestrich, Keyenberg, Lützerath, Holzweiler, Kückhoven, Wockerath, Terheeg und Kaulhausen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Untergrund liegen tertiäre Braunkohleflöze.

Siedlungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berverath ist ein Straßendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde nach dem Hof Berveldroide benannt. Dieser lag im Zentrum des Ortes.

Von 1466 bis 1802 besaß das Kölner Stift St. Maria im Kapitol einen großen Hof, ein freies und lehnsunabhängiges Rittergut, am nördlichen Dorfende.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Ortschaft zerstört. 1650 lebten hier nur noch drei Familien.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1170 wurde ein Berrelderot in der Gründungsurkunde des Kollegiatstiftes Heinsberg erwähnt. Nahm man früher an, dass es sich hierbei um Berverath handelte, wird dies in der neueren Literatur angezweifelt.

Unzweideutig ist die Erwähnung aus dem Jahr 1377 als Berveldroide. Verschiedene Schreibweisen sind überliefert: 1386 Bervelderade, 1398 Bervelroide, 1536 Bervelrait und 1566 Berverath.

Berveld ist auf den altdeutschen Personennamen Beroald (Bärwald) zurückzuführen. Der Ort ist also eine Rodung des Bärwald und gehört zur Gruppe der Rodungsnamen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle

Die Bevölkerung ist mehrheitlich römisch-katholisch und gehört seit dem Mittelalter zur Pfarre Keyenberg. 1909 errichtete Joseph Jansen auf eigenem Grundstück eine Kapelle und schenkte sie der Pfarre. Die Kapelle ist dem Hl. Josef geweiht. Seit dem 18. Mai 1913 dürfen Heilige Messen abgehalten werden.

Die evangelischen Einwohner gehören zur Gemeinde Wickrathberg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die neubarocke St. Joseph Kapelle mit einem geschnitzten Holzaltar.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AVV-Buslinien EK1 und EK3 der WestVerkehr verbinden Berverath wochentags mit Erkelenz, Keyenberg und Holzweiler. Abends und am Wochenende kann der MultiBus angefordert werden.[3]

Linie Verlauf
EK1 (Erkelenz ZOB →) Erkelenz Bf → Wockerath → Terheeg → Venrath → Kuckum → (Berverath →) Unterwestrich → Abzw. Oberwestrich → Keyenberg → Holzweiler → Kückhoven → Immerath (neu) → Bellinghoven → Erkelenz Bf (→ Erkelenz ZOB)
EK3 (Erkelenz ZOB →) Erkelenz Bf → Bellinghoven → Immerath (neu) → Kückhoven → Holzweiler → Keyenberg → Abzw. Oberwestrich → Unterwestrich → (Berverath →) Kuckum → Venrath → Terheeg → Wockerath → Erkelenz Bf (→ Erkelenz ZOB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl L. Mackes: Erkelenzer Börde und Niersquellgebiet, Schriftenreihe der Stadt Erkelenz Nr. 6, Mönchengladbach 1985
  • Barbara Karbig: Die Grundherrschaft des Aachener Marienstiftes in Erkelenz, Erkelenz 1991

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fortschreibung Bevölkerungsstand am 31.12.2020. (PDF; 230 kB) In: erkelenz.de. Stadt Erkelenz, 31. Dezember 2020, abgerufen am 20. Februar 2021.
  2. Sebastian Dalkowski: Tagebau Garzweiler: Anwohner kündigen juristischen Widerstand gegen RWE an. In: Rheinische Post, 30. September 2019. Auf RP-online.de, abgerufen am 25. November 2020.
  3. MultiBus. In: west-verkehr.de. WestVerkehr GmbH, abgerufen am 10. Februar 2021.