Golkrath

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Golkrath
Stadt Erkelenz
Koordinaten: 51° 5′ 0″ N, 6° 14′ 50″ O
Höhe: ca. 83 m
Einwohner: 982 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 41812
Vorwahl: 02431
Golkrath (Nordrhein-Westfalen)
Golkrath

Lage von Golkrath in Nordrhein-Westfalen

Golkrath ist ein Dorf im Stadtgebiet von Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Die Ortschaft liegt westlich von Erkelenz an der Grenze zur Stadt Hückelhoven. Golkrath hat 975 Einwohner (Stand 30. Juni 2006). Eng mit Golkrath verbunden ist das Nachbardorf Hoven, welches deshalb gleichfalls in diesem Artikel dargestellt wird.

Ortszentrum

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golkrath liegt in der Erkelenzer Börde. Im Osten, zwischen Golkrath und Kleingladbach (Stadt Hückelhoven) befindet sich ein kleiner Wald.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Ort liegen im Uhrzeigersinn Gerderhahn, Genhof, Hoven, Matzerath, Houverath, Houverather Heide, Kleingladbach, Brück und Gerderath.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Oberfläche steht fruchtbarer Löß an.

In 550 m Tiefe befinden sich kohleführende Schichten. Die Zeche Sophia-Jacoba wollte diese abbauen und errichtete deshalb von 1983 bis 1986 im Gefrierverfahren einen Frischwetterschacht zwischen Golkrath und Matzerath. Dieser wurde aber aufgrund der späteren Zechenschließung nicht genutzt.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Golkrather Bach beginnt mit seinem Lauf in einem Tälchen mitten im Dorf, fließt in südwestlicher Richtung nach Kleingladbach und mündet schließlich bei Millich in die Rur.

Ehrenmal an der Pfarrkirche

Dorfform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist ein Straßendorf, die Straße gabelt sich in der Mitte des Dorfes auf und folgt beidseitig dem Golkrather Bach. Auf dem heutigen Platz des Ehrenmals hinter der Kirche befand sich im 19. Jahrhundert noch ein als Maar bezeichneter Teich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1118 wird das Dorf als Gollekerothe, 1468 als Golkenrade und 1648 als Golkradt erwähnt. Die Namensendung zeigt an, dass es sich um eine Siedlung handelt, die in der hochmittelalterlichen Rodungsphase entstanden ist.

1118 gehörte Golkrath zur Herrschaft Wassenberg. 1494 gelangte dieses Territorium an das Herzogtum Jülich. Von nun an bis 1794 lag Golkrath im jülichen Gericht Kleingladbach und im Amt Wassenberg.

Während der französischen Besatzung von 1794 bis 1814 wurde Golkrath der Mairie Kleingladbach im Kanton Erkelenz zugeordnet.

Ab 1815 unter preußischer Herrschaft verblieb das Dorf in der Bürgermeisterei Kleingladbach im Landkreis Erkelenz. Von 1817 bis 1851 lag der Verwaltungssitz in Golkrath.

Am 1. Oktober 1935 wurde Golkrath Sitz der Gemeinde Golkrath, hierzu gehörten auch die Ortschaften Houverath, Houverather Heide, Hoven und Matzerath. Diese Gemeinde gehörte zum Amt Erkelenz-Land.

Amerikanische Soldaten des 335. Regiments der 84. Infanterie-Division der 9. US Armee nahmen am 26. Februar 1945 Golkrath während der Operation Grenade nach Überquerung der Rur ein.

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde aufgelöst in die Stadt Erkelenz eingegliedert.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Jahrhundertelang lag der Ort in der Pfarre Kleingladbach. Um 1705 entstand eine kleine Kapelle. 1810 wurde eine neue, größere Kapelle erbaut und schon 1826 vergrößert.

1851 wurde die eigenständige Pfarre Golkrath gegründet. 1896 wurde mit dem Bau der Kirche St. Stephanus begonnen. Am 1. Januar 1945 wurde der Chorraum von einer feindlichen Granate getroffen. Am 25. Februar 1945, ein Tag vor der Einnahme durch die amerikanische Armee, wurde die Kirche von der deutschen Wehrmacht gesprengt. 1949 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, die Einweihung erfolgte am 21. Oktober 1951. Der Kirchturm wurde ein Jahr später fertiggestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete das Ehepaar Schovenberg eine Stiftung, um im Ort ein Kloster für die Dominikanerinneninnen aus Ilanz zu gründen. Diese ließen sich 1950 in Golkrath im Kloster St. Josef nieder, errichteten zunächst einen Kindergarten und 1964 ein Altenheim. Jedoch wurden das Kloster und das Altenheim im Jahr 2006 geschlossen. Der Kindergarten besteht aber weiterhin noch.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Backes (Backhaus) wurde von der Dorfgemeinschaft neben der Mehrzweckhalle erbaut.
  • Haus Spieß aus dem Jahre 1681

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cäcilienchor St. Stephanus Golkrath
  • Dorfgemeinschaft Golkrath-Hoven
  • Karnevalsgesellschaft KG „Knallköpp“ Golkrath
  • Radsportverein „Viktoria“ Erkelenz-Hoven 1921
  • Sportverein SV 1930 Golkrath
  • St.-Stephanus-Schützenbruderschaft 1862 Golkrath
  • Tambourkorps Golkrath 1921 e. V.
  • Power - Pänz e. V. (Jugendarbeit)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Rosenmontag zieht am Vormittag ein kleiner Karnevalsumzug durch das Dorf.
  • Kirmes
  • Die Galasitzung der Karnevalsgesellschaft Knallköpp Golkrath findet traditionell am Karnevalssamstag in der Mehrzweckhalle Wiesengrund statt.
  • Um den 11.11. herum findet das alljährliche Hoppeditzerwachen statt.
  • Die große Summercall Party der St. Stephanus Schützenbruderschaft.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albertine Steinacker (* 16. Oktober 1855; † 15. April 1923) war von 1877 bis 1920 Lehrerin an der Golkrather Volksschule. Nach ihr ist die Steinackerstraße benannt.
  • Hermann Joseph Robert Hortmanns (* 9. Juni 1884; † 20. Februar 1950) war seit 1924 Pfarrer in Golkrath. 1941 wurde er gemeinsam mit zehn Priestern wegen Abhörens eines feindlichen Senders von der Gestapo verhaftet. Er wurde verurteilt, kam aber nach einer Revisionsverhandlung 1942 wieder frei.

Hoven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoven (51° 5′ N, 6° 16′ O) ist ein kleines Straßendorf und liegt nordöstlich von Golkrath. Durch die Ortschaft verläuft die Straße nach Schwanenberg. Überregional bekannt ist Hoven durch seinen Radsportverein „Viktoria“. Der Ort hat 85 Einwohner (Stand 30. Juni 2006).

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich von dem Flächenmaß Hufe ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1460 wurde das Dorf Hove und 1472 up de Hoeven genannt. Hoven lag im Amt Wassenberg des Herzogtums Jülich. Verwaltungsmäßig gehörte es immer zu Golkrath.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist zur Hälfte katholisch und zur Hälfte evangelisch. Die Katholiken gehören zur Pfarre Golkrath, die Evangelischen zur Kirchengemeinde Schwanenberg. Im 19. Jahrhundert hatte sich diese konfessionelle Zweiteilung auch an den Wohnplätzen durchgesetzt. Zu Golkrath hin wohnten die katholischen, zu Schwanenberg hin die evangelischen Ortsbewohner.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Radsportverein Viktoria Hoven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Radsportverein Viktoria Hoven wurde 1921 gegründet. Seit der Jahrhundertwende hatten sich im Erkelenzer Land zahlreiche solcher Radsportvereine gebildet. Sie betrieben Kunst- und Reigenfahren. Von all diesen Vereinen blieben nach dem Zweiten Weltkrieg nur der Verein in Hoven und Tenholt übrig. Inzwischen ist Viktoria Hoven der einzige Verein, der das Kunstradfahren noch betreibt. In den letzten Jahrzehnten hat der Verein zahlreiche Meisterschaften auf nationaler Ebene im Vierer-Kunstradfahren und im Sechser-Kunstradfahren gewonnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fortschreibung Bevölkerungstand am 31.12.2016 (PDF). In: Internetseite der Stadt Erkelenz. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfgemeinschaft Golkrath (Hrsg.), Dorfgemeinschaft Golkrath-Hoven früher und heute, Golkrath 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]