Unterwestrich

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Unterwestrich
Stadt Erkelenz
Koordinaten: 51° 4′ 49″ N, 6° 23′ 45″ O
Höhe: ca. 75 m
Einwohner: 31 (31. Mrz. 2021)[1]
Postleitzahl: 41812
Vorwahl: 02164
Karte
Lage von Unterwestrich im Abbaugebiet Garzweiler
Blick auf Unterwestrich
Blick auf Unterwestrich

Unterwestrich ist ein kleiner, ländlicher Stadtteil von Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Zu Unterwestrich zählt ebenfalls der Zourshof.[2] Unterwestrich liegt im Abbaugebiet des Tagebaus Garzweiler II, deshalb soll der Ort in naher Zukunft abgebaggert und wird daher seit 2016 nach Unterwestrich (neu) umgesiedelt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterwestrich liegt am Rande der Erkelenzer Börde. Außerdem befindet sich bei Unterwestrich das Quellgebiet der Niers.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Unterwestrich liegt Kuckum, östlich Keyenberg, süd-östlich Oberwestrich, süd-westlich Berverath und westlich Kaulhausen. Außer Kaulhausen liegen alle diese Dörfer im Abbaubereich des Tagebau Garzweiler II.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niers verläuft im Norden parallel zum Straßendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1908 errichtetes Wegkreuz in Unterwestrich

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1377 wurde ein freiadeliger Hof, der Hoyve tot Westrich erstmals genannt. Die Benediktiner Abtei Gladbach besaß von 1285 bis 1794 Zinsgüter in Westrich. Das Kreuzherrenkloster von Wickrath hatte einen Erbpachthof, dieser wurde an die Erbpächter verpachtet. Der Zourshof war im Mittelalter der Sitz der Ritter von Zours.

Unterwestrich gehörte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zum benachbarten Ort Keyenberg. Während der französischen Zeit von 1794 bis 1814 gehörte Westrich zur Mairie Kuckum und von 1816 bis 1935 zur Bürgermeisterei Keyenberg. 1935 wurde diese Bürgermeisterei aufgelöst und in das Amt Holzweiler eingegliedert. Am 1. Januar 1972 gelangte Unterwestrich zur Stadt Erkelenz.[3]

Umsiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofanlage in Unterwestrich

Unterwestrich liegt im geplanten Abbaugebiet des von RWE Power betriebenen Tagebau Garzweiler. Zusammen mit Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich und Berverath bildet Berverath die dritte Umsiedlungsphase im Plangebiet Garzweiler II. Die fünf Orte werden seit 2016 gemeinsam an einen Standort nördlich von Erkelenz, direkt angrenzend an Borschemich (neu), umgesiedelt. Der Umsiedlungsort für Berverath heißt Westrich (neu). Unter dem Motto „Menschenrecht vor Bergrecht“ haben Einwohner der Dörfer juristischen Widerstand gegen ihre Enteignung durch RWE angekündigt.[4] Seit September 2018 gehören Einwohner von Unterwestrich dem Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ an. Dieses Bündnis hat sich dem Schutz der von Tagebauen bedrohten Dörfern verschrieben.

Eine politische Entscheidung über die Weiterführung des Tagebaus Garzweiler und die Devastierung der Ortschaft wurde in einer Leitentscheidung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen von März 2021 bis Ende 2026 ausgesetzt. Somit besteht die Möglichkeit, dass die Dörfer, die bisher dem Tagebau weichen sollten, erhalten bleiben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen der Ortschaft Unterwestrich (Einwohnerzahlenentwicklung durch die Umsiedlung)

Jahr Ew.
2016 130
2017 119
2018 97
2019 68
2020 34

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1285 wurde erstmals der Ort Westrich urkundlich erwähnt. Der Name lässt sich von den zwei althochdeutschen Wörtern westar (= westlich) und richi (=Reich, Landstrich) ableiten und bezieht sich auf den Nachbarort Kuckum.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Unterwestrich gehört schon immer als Filiale zur Pfarre Keyenberg. Eine Kapelle ist nicht vorhanden. Nach der Auflösung und Fusionierung der Pfarrgemeinde von Keyenberg zur Pfarrei St. Maria und Elisabeth Erkelenz, zählt nun auch Unterwestrich zu dieser Großpfarre.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 61 verläuft östlich von Unterwestrich und die nächste Anschlussstelle befindet sich bei Mönchengladbach-Wanlo. Durch das Dorf verläuft die L 354.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste Bahnhof befindet sich in Mönchengladbach-Herrath, circa 4 Kilometer nordwestlich von Unterwestrich.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AVV-Buslinien EK1 und EK3 der WestVerkehr verbinden Unterwestrich wochentags mit Erkelenz, Keyenberg und Holzweiler. Abends und am Wochenende kann der MultiBus angefordert werden.[5]

Linie Verlauf
EK1 (Erkelenz ZOB →) Erkelenz Bf → Wockerath → Terheeg → Venrath → Kuckum → (Berverath →) Unterwestrich → Abzw. Oberwestrich → Keyenberg → Holzweiler → Kückhoven → Immerath (neu) → Bellinghoven → Erkelenz Bf (→ Erkelenz ZOB)
EK3 (Erkelenz ZOB →) Erkelenz Bf → Bellinghoven → Immerath (neu) → Kückhoven → Holzweiler → Keyenberg → Abzw. Oberwestrich → Unterwestrich → (Berverath →) Kuckum → Venrath → Terheeg → Wockerath → Erkelenz Bf (→ Erkelenz ZOB)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegekreuz am Kuckumer Quellenweg in Unterwestrich

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl L. Mackes: Erkelenzer Börde und Niersquellgebiet, Schriftenreihe der Stadt Erkelenz Nr. 6, Mönchengladbach 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Unterwestrich – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fortschreibung Bevölkerungsstand am 31.12.2020. (PDF; 230 kB) In: erkelenz.de. Stadt Erkelenz, 31. Dezember 2020, abgerufen am 20. Februar 2021.
  2. Eintrag von Markus Westphal zu Zourshof in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts (Wasserburg bei Westrich)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  4. Sebastian Dalkowski: Tagebau Garzweiler: Anwohner kündigen juristischen Widerstand gegen RWE an. In: Rheinische Post, 30. September 2019. Auf RP-online.de, abgerufen am 25. November 2020.
  5. MultiBus. In: west-verkehr.de. WestVerkehr GmbH, abgerufen am 10. Februar 2021.