Terheeg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 51° 4′ 54″ N, 6° 20′ 41″ O

Terheeg
Stadt Erkelenz
Höhe: 93 m
Einwohner: 229 (31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 41812
Vorwahl: 02431
Terheeg (Nordrhein-Westfalen)
Terheeg

Lage von Terheeg in Nordrhein-Westfalen

Terheeg ist ein kleiner, ländlicher Ortsteil der Stadt Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terheeg liegt in der fruchtbaren Erkelenzer Börde 90 m über NN.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt direkt an der Autobahn A 46 und der Anschlussstelle Erkelenz-Ost. Jenseits der Autobahn beginnt Erkelenz, beide befinden sich im Westen von Terheeg. Im Norden liegen Neuhaus und Mennekrath, im Nordosten Etgenbusch und Venrath, im Osten Kaulhausen, im Süden Wockerath. Nördlich des Dorfes führt eine Umgehungsstraße von Erkelenz nach Kaulhausen, sie verbindet die Innenstadt mit den östlich gelegenen Dörfern.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Untergrund liegen tertiäre Braunkohleflöze. Deshalb sollte ursprünglich auch Terheeg dem Tagebau Garzweiler II weichen und umgesiedelt werden.

Siedlungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terheeg ist ein einzeiligesStraßendorf. Eine Ausweisung von Baugebieten erfolgte bisher nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft ist in der Ausbauperiode des 12. und 13. Jahrhunderts gegründet worden. Erstmals wurde das Dorf der Heghe im Jahre 1441 urkundlich erwähnt.

Terheeg lag seit seiner Gründung in der geldrischen „Herrlichkeit Erkelenz“. Es gehörte also schon immer zur Stadt Erkelenz.

Das Marienstift Aachen – der mittelalterliche Grundherr von Erkelenz − besaß Bauernhöfe, sogenannte Manngüter im Dorf.

An die benachbarte mittelalterliche Wüstung Grubusch erinnert die Straße Am Grubusch.

Am 26. Februar 1945 wurde Terheeg von amerikanischen Soldaten der 102. Infanteriedivision der 9. US-Armee im Zuge der Operation Grenade eingenommen.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsnamen setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Ter ist entweder eine Präposition und bedeutet zum, im oder ist ein Artikel (der). Heeg bedeutet Strauchwerk, Gestrüpp oder Einfriedung.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glockenturm der Kapelle

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Die Kapellengemeinde Terheeg umfasst auch die Ortschaften Mennekrath, Neuhaus und Wockerath. Sie ist seit 2015 Teil der Pfarrei Christkönig Erkelenz, früher gehörte sie zu St. Lambertus in Erkelenz.

1676 wurde an Stelle einer kleinen Votivkapelle eine neue Kapelle erbaut. 1751 wurde sie der Heiligen Lucia geweiht.

Als 1802 unter französischer Herrschaft die Klöster aufgelöst wurden, erhielt die Kapelle Inventar von zwei Kirchen. Aus der Gasthauskirche in Erkelenz einen Barockaltar und eine Kanzel, vom Kloster Hohenbusch farbige Glasfenster. Die Terheeger Kanzel steht heute in der Pfarrkirche St. Lambertus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde am 14. Februar 1945 die Kapelle durch eine Fliegerbombe zerstört. Eine Notkapelle diente von 1946 bis 1956 als Ersatz. Am 12. November 1956 wurde mit dem Bau einer neuen Kapelle begonnen. Diese wurde am 23. Juni 1957 eingeweiht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Lucia Kapelle. Das Gebäude mit seinem eigentümlich gewölbten Dach wurde von dem Aachener Architekturbüro Friedrich Wilhelm Bertram und Elmar Lang entworfen. Der Altar, Ambo und Stele für den Tabernakel wurden 1970 von dem Erkelenzer Künstler Peter Haak geschaffen.
  • Das Relief des St. Michael als Drachentöter befindet sich am Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege an der Außenmauer der Kapelle.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Ausbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Heinsberg befindet sich im Gebäude der ehemaligen Volksschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Günter, St. Lucia Terheeg, Kapellengemeinde Terheeg (Hrsg.), Terheeg 1982
  • Hans-Dieter Arntz, Joseph Emonds hilft NS-Verfolgten, in: JUDAICA – Juden in der Voreifel, Euskirchen 1983, S. 456 ff.
  • Hans-Dieter Arntz, Ein Geistlicher rettet sogar einen SS-Mann, in: Kriegsende 1944/45 zwischen Ardennen und Rhein, Euskirchen 1984, S. 486 ff.
  • Hans-Dieter Arntz Eifeldechant Emonds rettet die Jüdin H. Barz, in: Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet, Euskirchen 1990, S. 706 ff.
  • Hans-Dieter Arntz, Der Maler Otto Pankok als Lebensretter im Dritten Reich – Ein Beitrag zur Judenverfolgung in der Eifel, in: Eifeljahrbuch 2012, Düren, S. 71–81.
  • Hans-Dieter Arntz: Joseph Emonds - Judenretter und Pazifist aus Terheeg. Der Kirchheimer Dechant Joseph Emonds wird posthum von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt, in: Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes. Mit 12 Beiträgen von 10 Autoren, Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. Nr. 30, Erkelenz 2015, ISBN 9783981518283, S. 146–167
  • Projektgruppe Toni Marcus an der Europaschule Erkelenz: Toni Marcus - Eine jüdische Katholikin in Terheeg, in: Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes. Mit 12 Beiträgen von 10 Autoren, Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. Nr. 30, Erkelenz 2015, ISBN 9783981518283, S. 134–145

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Terheeg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fortschreibung Bevölkerungstand am 31.12.2016 (PDF). In: Internetseite der Stadt Erkelenz. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  2. http://www.rhein-erft-geschichte.de/totenzettel/bilder2/TS40438_a.jpg
  3. http://www.rhein-erft-geschichte.de/totenzettel/bilder2/TS40503_a.jpg