Bettemburg

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Bettemburg
Wappen Karte
Wappen von Bettemburg Lage von Bettemburg im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Mariä Himmelfahrt Kirche in Bettemburg
Mariä Himmelfahrt Kirche in Bettemburg
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 31′ N, 6° 6′ OKoordinaten: 49° 31′ 0″ N, 6° 6′ 0″ O
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 11.003 (1. Januar 2018)[1]
Fläche: 21,5 km²
Bevölkerungsdichte: 512 Einw./km²
Postleitzahl: 3201–3290
Gemeindenummer: 00010001
Website: www.bettembourg.lu
Politik
Bürgermeister: Laurent Zeimet (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl

Bettemburg (luxemburgisch Beetebuerg, französisch Bettembourg) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Esch an der Alzette. Der Ort ist ein Eisenbahnknoten mit Rangierbahnhof.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bettemburg-Hüncheringen fließt die Mierbech in die Alzette, nachdem sie den Ort durchquert hat.

Die Gemeinde Bettembourg besteht aus den Ortschaften

  • Abweiler (lux.: Obeler),
  • Bettembourg,
  • Fennange (lux.: Fenneng, dt: Fenningen)
  • Huncherange (lux.: Hënchereng, dt.: Hüncheringen),
  • Noertzange (lux.: Näerzeng, dt.: Noertzingen).

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild wird geprägt durch die neuromanische Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt, die 1887–1889 erbaut wurde. In Abweiler findet man die Kapelle St. Willibrord aus dem Jahre 1777.

Die Pfarrkirche St. Joseph im Ortsteil Hüncheringen entstand um 1902. Die historisch und kunstgeschichtlich bedeutsamsten Sakralbauten der Gemeinde sind jedoch die Filialkirchen St. Andreas in Noertzingen (Chor spätgotisch, 15. Jhdt., Schiff barock, 1758) und St. Lambertus und Blasius in Fenningen (Chor spätgotisch, Schiff barock).

In Bettemburg befinden sich neben dem Schlosspark und dem Park Jacquinot[2] der Parc Merveilleux, der einzige Märchen- und Freizeitpark des Großherzogtums, der vor allem für Tagesausflüge und für Familien mit Kindern attraktiv ist.[3]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Bettemburg sind:[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Bettembourg liegt an den Strecken Luxemburg–Bettemburg Grenze, nach Volmerange-les-Mines und nach Esch an der Alzette. Er wird von Personenzügen nach Diedenhofen, Metz, Nancy, Rodingen, Petingen, Düdelingen und Volmerange-les-Mines bedient.

Am 11. Oktober 2006 prallten ein Güterzug und ein Personenzug bei der französisch-luxemburgischen Grenze bei Zoufftgen frontal zusammen. Dabei wurden sechs Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Ursache dafür war ein menschlicher Fehler im Stellwerk Bettemburg. Vier CFL-Mitarbeiter wurden angeklagt und vor Gericht zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt.[5]

Am 14. Februar 2017 kollidierte ein Personenzug (TER Nr. 88807) nach 8:30 Uhr kurz hinter Bettemburg mit dem in Gegenrichtung kommenden Güterzug (Nr. 49800). Der Triebfahrzeugführer des TER in Richtung Thionville überlebte den Zusammenstoß nicht. Es gab mehrere Verletzte.[6]

Gemäß der luxemburgischen Bahngesellschaft CFL habe die Auswertung der Verkehrsdaten der beiden Züge ergeben, dass der Triebfahrzeugführer des Personenzuges ein Vorsignal missachtet hatte und daraufhin ein geschlossenes (rotes) Hauptsignal überfuhr.[7]

Gemäß einem am 19. Februar 2018 veröffentlichten, vorläufigen Bericht der Administration des enquêtes techniques (zu Deutsch: Verwaltung der technischen Ermittlungen) leitete das sogenannte Krokodil (Kontaktgeber), das den Lokführer auf das geschlossene Hauptsignal hätte hinweisen sollen, kein elektrisches Signal an die Kontaktempfänger des Triebwagens weiter. Es fehlte somit eine Beeinflussung, die den Lokführer hätte warnen können. Laut dem Untersuchungsbericht hatte das Krokodil im Bahnhof Bettemburg bereits zuvor in 14 Fällen kein Signal abgegeben.

Wegen der fehlenden Beeinflussung durch den Kontaktgeber im Gleis neben dem Vorsignal löste das luxemburgische Zugsicherungssystem Memor II+ nach 800 m keine Zwangsbremsung aus. Der Zug setzte seine Fahrt also ungebremst mit 123 km/h in Richtung des geschlossenen Hauptsignals fort. Laut Bericht funktionierten sämtliche optischen Signale entlang der Strecke einwandfrei, der Lokführer habe jedoch nicht auf diese Signale reagiert.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2018 (franz.)
  2. Parcs communaux.
  3. Parc Merveilleux (Memento des Originals vom 29. Juli 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parc-merveilleux.lu
  4. Bettemburg: Jumelage Abgerufen am 12. Juli 2011.
  5. Rückblick – Schwere Eisenbahnunglücke in Luxemburg, Luxemburger Wort, 14. Februar 2017.
  6. Zugunglück bei Bettemburg – Zugführer hatte Stoppsignal überfahren, Luxemburger Wort, 14. Februar 2017.
  7. Ein Toter und Verletzte bei Zugunglück in Luxemburg, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 14. Februar 2017.
  8. Jacques Ganser: Memor II+ versagte, Luxemburger Wort vom 19. Februar 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bettemburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien