Borstel (Neustadt am Rübenberge)

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Koordinaten: 52° 35′ 11″ N, 9° 23′ 18″ O

Borstel
Ortswappen
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 9,63 km²
Einwohner: 858 (16. Nov. 2012)
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05034

Borstel ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover in Niedersachsen. Der Ort liegt ca. zwölf Kilometer nördlich der Kernstadt Neustadts.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borstel liegt landschaftlich schön am Rande des Grinderwaldes, im hügeligsten Teil der Stadt Neustadt. Es wird von Süden und Westen her durch Erhöhungen eingerahmt, welche Namen von Bergen tragen: Eckberg, Hüttenberg, Lichtenberg, Rackerberg und Landratsberg.

Borstel liegt deshalb aber nicht in einem Tal, denn direkt im Ort erhebt sich der Grevelingsberg, dessen Name auf einer Zeichnung von 1774 wieder entdeckt wurde.

Die Eisenbahn trennt Borstel in zwei Teile. Die Bahntrasse ist tiefer gelegt und wird von zwei Brücken überspannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto I. setzte als seinen Stellvertreter in Sachsen den Markgrafen Hermann Billung ein. Die Sippe der Billunger war reich an Gütern und besaß die Lehnsherrschaft vieler Klöster und Kirchen. Sie stellte zwei Bischöfe im Bistum Verden und hatte als Verwandtschaft die Familie der Erps oder Erponen zur Seite. Die Billunger erwirkten, dass Markgraf Albertus Erp von Bremen im Jahre 976 n. Chr. ebenfalls Bischof in Verden wurde.

Die Familie der Erponen machte den Ort Borstel „hoffähig“. Die Erponen sind vermutlich Emporkömmlinge aus dem unteren Adel der Sachsen. Ihr Name taucht verstreut in Schenkungs- und Rechtsurkunden auf, die sie als Grafen im Leinegau und im Grindergau bestätigen. Es gibt mehrere Linien der Erps, die aber alle Berührungen mit den Billungern haben und deshalb auch mit Kirchen und Bistümern.

Das Jahr 1240 ist das Geburtsjahr des Ortsnamens Erpingeborstold. Eine Urkunde dokumentiert, das Borstel damals aus mehreren Häusern bestanden haben muss.

1974 wurde die Gemeinde Borstel, im Zuge der Gebietsreform, in die Stadt Neustadt a. Rbge. eingegliedert. Als eigenständige Vereinigungen sind noch vorhanden: Verkopplungsinteressenten, Forstgenossenschaft, Jagdgenossenschaft, Freiwillige Feuerwehr, Schützenverein, Kriegerkameradschaft, Gemischter Chor, Musikfreunde, Dorf-Gemeinschaftsverein.[1]

Militärgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1967 befand sich im Grinderwald auf dem 106 m ü. NHN hohen Hüttenberg etwa 2 km südwestlich des Ortes eine Militäranlage der niederländischen Armee mit mobilen Hawk-Flugabwehrraketen.[2] Die Zufahrt erfolgte über eine etwa 2,7 km lange Straße von der südlich verlaufenden Bundesstraße 6. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Stellung aufgegeben und die Einheit zog 1994 ab. Beim Ausbau der Bundesstraße 6 im Jahre 2006 diente das Gelände der Stellung als Ausgleichsfläche und wurde renaturiert.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Block († 1995) – Ratsherr und Hauptchronist von Borstel
  • Friedrich Hulke († 1964) – Altchronist
  • Irene Meyer († 2010) – Chronistin
  • Siegmar Neumann – Chronik-Autor, Ortsrats-Preisträger
  • Rolf Otto – Goldmedaillen-Gewinner bei den Special Olympics 2004
  • Franz Schusser († 2007) – Bürgermeister und Gemeindedirektor in einer Person, Ortsrats-Preisträger

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Buch Unser Borstel 2012 – Borstel... wer und wie man hier lebt.
  2. a b Die Hawk-FlaRak-Stellung Borstel (NL) auf relikte.com, abgerufen am 9. April 2016