Hagen (Neustadt am Rübenberge)

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Hagen
Koordinaten: 52° 34′ 33″ N, 9° 25′ 51″ O
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 9,87 km²
Einwohner: 1429 (27. Mrz. 2013)
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05034

Die Ortschaft Hagen ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagen liegt östlich vom Grinderwald etwa 8,5 km nördlich von Neustadt. Durch das Dorf fließt der kleine Hagener Bach als westlicher Zufluss der Leine. Nachbarorte sind Borstel, Nöpke, Dudensen, Mariensee, Eilvese und Schneeren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagen wird erstmals 1160 als Hachen urkundlich erwähnt.[1] Der Ort ist als frühe Rodesiedlung und damit als Vorläufer der im Stadtgebiet vertretenen Hagenhufendörfer einzustufen. Er ist als Teil eines wendischen Freiengerichts nachzuweisen. Im späten Mittelalter bis 1540 war Hagen nach Aufzeichnungen von Jakob Grimm auch Sitz eines Holzgerichts, das 14 Dörfer am Grinderwald umfasst hat. Dieses Gericht hatte alljährlich in Hagen getagt, ehe es um 1550 nach Wölpe verlegt bzw. geschlossen wurde.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges erfolgte die Zerstörung von 20 der 26 vorhandenen Höfe sowie vermutlich auch der Kirche durch Brandschatzung. In den 1850er Jahren wurde das Kirchspiel Hagen aus dem Amt Wölpe in das Amt Neustadt eingegliedert.[2] Hagen gab 1912 seine Marktrechte auf.

Altes Bahnhofsgebäude

Ein wirtschaftlich sehr bedeutsames Ereignis für den Ort war der Bau des Bahnhofes im Jahr 1847. Der Haltepunkt Hagen (Han) an der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen wurde 1997 verlegt und gleichzeitig die neue S-Bahn-Station gebaut.

Weltweite Bekanntheit erlangte 1914 die erste kabellose Telegrammübermittlung zwischen Europa und Amerika mittels Längstwellen (VLF) nach Errichtung des („Tele“)Funkenturm Eilvese im Eilveser Moor, westlich der B6. Der Antennenmast stellte zu dieser Zeit mit 260 m das höchste Bauwerk des Deutschen Reiches dar und war ein einfaches Äquivalent zum Funkdienst auf dem Pariser Eiffelturm. Funktechnisch sich gegenseitig nicht störend wurde dazu in rechtwinkliger Anordnung der Mittelwellenfunk über eine fast 5 km lange erdparallele Leitungsantenne am Hagener Berg angelegt.

Im Schulwesen erfolgte 1951 der Schulneubau der zweiklassigen Schule und 1990 der Schulneubau der zweizügigen Grundschule.

Am 1. März 1974 wurde Hagen in die Stadt Neustadt am Rübenberge eingegliedert.[3]

Ein vorläufiger Höhepunkt seiner Geschichte wurde 1981 mit der 750-Jahr-Feier begangen. Zum Ereignis wurde eine Dorfchronik herausgegeben.

Als wichtiges Instrument der Weiterentwicklung des Ortes hat Hagen 1981/86 die Dorfentwicklungsplanung Hagen erstellt. Die Dorfgemeinschaft baute 1986 in Eigenleistung ein neues Spielkreisgebäude, dem sich 1995 der Bau des Kindergartens anschloss.

Das Dorf Hagen nahm 1998 erstmals am Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ mit Erfolg teil.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zum Ortsrat der Ortschaft Mühlenfelder Land 2016[4]
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
47,9 %
43,7 %
8,4 %
UWG-NRÜ

Durch die Gebietsreform wurde Hagen 1974 ein Stadtteil von Neustadt a. Rbge. und bildet seitdem mit Borstel, Dudensen und Nöpke eine Ortschaft, die durch einen Ortsrat vertreten wird. Der Ortschaftsname lautet seit November 2011 Mühlenfelder Land.[5]

Amtierender Ortsbürgermeister ist seit 2016 Heinz-Günter Jaster (SPD). Sein Vorgänger war von 2006 bis 2016 Günther Falldorf (SPD).[6]

Sitzverteilung Ortsrat
Wahl SPD CDU Grüne UWG
2016[4] 5 Sitze 5 Sitze --- 1 Sitz
2011[7] 7 Sitze 4 Sitze --- 0 Sitze
2006[8] 5 Sitze 4 Sitze 0 Sitze ---

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Hagen zeigt im geteilten Schild, in Gold einen Zweig mit fünf grünen Blättern, in blau ein silbernes Büffelhorn.

Das Büffelhorn aus dem Wappen der Grafen von Wölpe weist auf die enge Bindung von Hagen an ihre Grafschaft hin, die etwa von 1180 bis 1300 bestanden hat und dann von den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg gekauft worden ist. Der grüne Zweig, das Symbol für Hagen, steht sowohl für den Grinderwald, die Entstehung des Dorfes, als auch den Ortsnamen selbst.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort pflegt seit 1966 die Dorfpatenschaft mit der Kompanie 2/33 der Bundeswehr in Luttmersen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakobus-Kirche

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelisch-lutherische Jakobus-Kirche befindet sich in der Ortsmitte, sie wurde 1723/24 auf den Grundmauern einer früheren Kirche von 1250 errichtet. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf und umfasst neben Hagen auch Borstel und Nöpke. Die Kirchengemeinde bildet mit der Kirchengemeinde Dudensen einen Pfarrverband.
  • Die katholische Kirche Herz Jesu befindet sich am östlichen Ortsausgang. Sie wurde 1964/65 errichtet und gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Neustadt am Rübenberge.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Grundlagen zur Förderung des Sports legte Hagen 1970 mit dem Bau der Turnhalle. Das wurde 1975 mit der Einweihung des Sportgeländes fortgesetzt, dem 1993 die Einweihung eines zweiten Sportplatzes auf der Sportanlage folgte. Die Einweihung eines neuen Schützenhauses schloss sich 1998 an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Hagen ist über die L192 mit Neustadt a.Rbg. verbunden. Der Haltepunkt Hagen (Han), der Bahnhofskategorie 6[9] an der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen wird im Stundentakt von der S-Bahn Hannover bedient.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehlich, Hans: Bauern Bürger brennende Dörfer, Oppermann Verlag, Wunstorf, S. 129
  2. Ehlich, Hans [Bearb.]: Das Erbregister des Amtes Neustadt von 1620, August Lax Verlagsbuchhandlung, Hildesheim 1984, S. 5
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  4. a b Wahlergebnisse in der Region Hannover. Abgerufen am 17. September 2016.
  5. Willkommen im Mühlenfelder Land. Abgerufen am 10. April 2016.
  6. Ortsrat der Ortschaft Mühlenfelder Land. Abgerufen am 5. April 2016.
  7. http://wahl.hannit.de/index.php, abgerufen am 17. Januar 2012
  8. http://wahl.hannit.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahl=667#index.php?site=right/ergebnis&wahl=667&anzeige=2&gebiet=344&idx=0&typ=8&stimme=0&flip=1&mode=liste&hoch=0&untertyp=0, abgerufen am 22. Januar 2012
  9. Bahnhofskategorieliste 2017. DB Station&Service AG, 16. Dezember 2016, abgerufen am 14. Februar 2017 (PDF).}