Marinha do Brasil

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Marinha do Brasil
Coat of arms of the Brazilian Navy.svg

Wappen der brasilianischen Marine
Aufstellung 1822
Land BrasilienBrasilien Brasilien
Streitkräfte Brasilianische Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft
Grobgliederung Marine, Marineflieger, Marineinfanterie
Stärke 60.000
Hauptquartier Rio de Janeiro
Kriege Zweiter Weltkrieg
Unterstellung
Jetziger
Kommandeur
Ministério da Defesa (Verteidigungsministerium Brasiliens)
Oberkommando der Marine
Luftfahrzeuge
Schlachtflugzeug 81
Das Flaggschiff der brasilianischen Marine: Der Flugzeugträger NAe São Paulo
Korvette Barroso (V-34)

Die Marinha do Brasil ist die Marine der Streitkräfte Brasiliens. Mit einer Stärke von 60.000 Soldaten[1], einschließlich der Marineflieger und den rund 15.000 Mann der brasilianischen Marineinfanterie, ist sie die größte und am besten ausgerüstete Seestreitkraft Lateinamerikas.

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die brasilianische Marine soll das Territorium Brasiliens schützen. Dazu gehört auch die 200-Meilen-Zone mit Öl- und Gasvorkommen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die brasilianische Marine war an dem Unabhängigkeitskrieg Brasiliens von der ehemaligen Kolonialmacht Portugal beteiligt. Der Großteil der portugiesischen Schiffskapazitäten wurde nach der Unabhängigkeit aus Brasilien abgezogen und das Land baute in den folgenden Jahren eine eigene, schlagkräftige Marine auf.

Die Marinha do Brasil war in den folgenden Jahrzehnten am Argentinisch-Brasilianischen Krieg (1825 bis 1828), den Tripel-Allianz-Krieg in Paraguay (1864 bis 1870) und weiteren Rebellionen in der Geschichte des Landes involviert.

Weltkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die brasilianische Marine nahm sowohl am Ersten wie am Zweiten Weltkrieg teil. Sie war am U-Boot-Krieg beteiligt und unternahm Patrouillenfahrten im Atlantik.

Internationale Missionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die brasilianische Marine übernahm am 15. Februar 2011 das Kommando der multinationalen Maritime Task Force (MTF) der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL). Das brasilianische Verteidigungsministerium entsandte im November des gleichen Jahres die Fregatte União der Niterói-Klasse mit 239 Mann Besatzung und Luftfähigkeiten, um die libanesische Küstenwache zu unterstützen.

Perspektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2009 veröffentlichte die Marine einen Beschaffungsplan, der die Grundlage für die Modernisierung der brasilianischen Marine bildet. Laut dem Plan soll die Anzahl der Kriegsschiffe bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppelt werden.[3] Das Land verfolgt eigene, maritime Rüstungsprojekte. So stellte ein brasilianisches Unternehmen 2005 das U-Boot Tikuna vor. Geplant ist, eine eigene Klasse von dieselgetriebenen U-Booten zu bauen, die später auf einen atomaren Antrieb umgerüstet werden können. Der Reaktor-Prototyp RENAP-11 (Reactor Naval de Potência (PWR) de 11 Megawatts) ist landseitig schon in Betrieb. Mittelfristig sollen insgesamt 15 dieselelektrische und sechs nuklear betriebene Boote in Betrieb genommen werden.[4]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flaggschiff der Marinha do Brasil ist der Flugzeugträger São Paulo, der insgesamt zweite Flugzeugträger in der Geschichte der brasilianischen Marine. Im Februar 2017 wurde die NAe São Paulo außer Dienst gestellt und soll im Juni 2018 durch die HMS Ocean (L12) ersetzt werden. Der rahgetakelte Dreimaster Cisne Branco (port. cisne branco: weißer Schwan; NV steht für navio veleiro: Segelschiff) ist das Segelschulschiff der brasilianischen Marine und dient in erster Linie zu Repräsentationszwecken. Bedingt durch das große und weitverzweigte Flusssystem in Brasilien verfügt die Marine über eine große Anzahl an Patrouillenbooten und leichten Kampfschiffen. Sie sollen die Binnengewässer des Landes sichern. Im Bereich der Binnengewässer unterstützt die Marine das brasilianische Heer und verfügt deshalb auch über Amphibienfahrzeuge und Kampfpanzer.

Flotten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seestreitkräfte der Marinha do Brasil sind in die 1. Flotte und die 2. Flotte aufgeteilt.

Marineflieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1960 bis 2001 hatte die Marine den Flugzeugträger Minas Gerais im Einsatz. Trotz Modernisierungen brachten seine Turbinen das Schiff auf nur etwa 20 kn und die fliegerische Komponente war dauerhaft unzureichend. Die Minas Gerais wurde durch die 2001 in Dienst gestellte São Paulo ersetzt. 1998 kaufte Brasilien eine Reihe kuwaitische A-4 Skyhawk für seine Marine und begann sie umzurüsten. Sie wurden mit Radar (EL/M-2032 von IAI/Elta), Datenlink, neuen Instrumenten und erweiterten Bewaffnungsmöglichkeiten (Luft-Luft-Lenkwaffen Derby, Piranha und Python IV, lasergelenkten Bomben) ausgestattet. Der Hauptkampfjet der Marineflieger ist seit 2013 alleinig die A-4 Skyhawk von McDonnell-Douglas, der auch von den argentinischen Nachbarn eingesetzt wird.[5]

Die fliegende Komponente der Marine wird hauptsächlich durch Helikopter aller Größen für unterschiedliche Aufgaben gestellt.

Marineinfanterie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marineinfanterie Corpo de Fuzileiros Navais, CFN hat eine Truppenstärke von 15.000 Mann und ist mit zahlreichen Waffensystemen für den amphibischen und Landeinsatz ausgerüstet. Auf dem weiten Flusssystem Brasiliens wird die Marineinfanterie ebenfalls eingesetzt. Die Truppe ist mit einer breiten Palette an Fahrzeugen und mittlerer Infanterie ausgerüstet. Sie ist für Seelandeoperationen geschult. Marineinfanteristen werden auch zur Kriminalitätsbekämpfung innerhalb Brasiliens eingesetzt.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Einsatz auf hoher See verfügt die Marine über größere Kampfschiffe verschiedener Klassen. Dies sind u. a.

Einzelschiffe

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sinopse Diária .: Complemento :. 24. Mai 2011, archiviert vom Original am 24. Mai 2011; abgerufen am 29. November 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mar.mil.br
  2. Lateinamerika – Brasilien – Flugzeugträger und Marineluftwaffe – GlobalDefence.net – Streitkräfte der Welt. Abgerufen am 30. November 2017 (deutsch).
  3. Sascha Albrecht: Seemacht Brasilien? Maritime Ambitionen einer aufstrebenden Macht im Südatlantik (= SWP-Studien. S 21, ISSN 1611-6372). Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin 2011, (online).
  4. a b Brazil Submarine Capabilities | NTI. Abgerufen am 29. November 2017.
  5. Lateinamerika – Brasilien – Flugzeugträger und Marineluftwaffe – GlobalDefence.net – Streitkräfte der Welt. Abgerufen am 30. November 2017 (deutsch).