Bredenbeck

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Bredenbeck
Gemeinde Wennigsen
Wappen von Bredenbeck
Koordinaten: 52° 15′ 15″ N, 9° 37′ 7″ O
Höhe: 84 m ü. NN
Fläche: 14,4 km²
Einwohner: 3200 (29. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1970
Postleitzahl: 30974
Vorwahl: 05109

Bredenbeck ist eine Ortschaft der Gemeinde Wennigsen in der Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bredenbeck liegt südöstlich von Wennigsen am nordöstlichen Rand des Deisters. Das Dorf wird vom Bredenbecker Bach durchflossen, der den Mühlteich der Lavesmühle speist. Die Gelbe Beeke berührt den Ort nordwestlich am Rand des Rittergutes Knigge.

Steinkrug ist eine am südöstlichen Rand des Deisters gelegene Ortslage des Ortsteils Bredenbeck.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merian-Stich um 1650
Herrenhaus des Gutes der Freiherren Knigge auf dem Adolph Knigge geboren wurde
Karte (mit Bredenbeck und Linderte) während des Siebenjährigen Krieges mit dem Lager der französischen Truppen unter Richelieu und Clermont bei Holtensen 1757 und 1758; Kupferstich von Jakobus van der Schley

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Bredenbeck geht zurück auf das Jahr 1022. In einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. bestätigte dieser die Gründung des Klosters St. Michaelis durch Bischof Bernward von Hildesheim. Unter den Gütern ist u. a. Bredenbike.[1] Im Jahre 1025 findet sich schon der Name Bredenbeke. Im Jahre 1255 dann schenkte der Mindener Bischof Otto dem Kloster Wennigsen die Zehnten in Bredenbeck und Weetzen.

Der Name des Ortsteils Steinkrug beruht vermutlich auf dortigen Steinbrüchen und einer ländlichen Gaststätte, einem Krug. In Steinkrug befand sich die von den Freiherren Knigge 1809 gegründete Glashütte Steinkrug, die 1928 geschlossen wurde und bis dahin entscheidenden Anteil am Bredenbecker Aufschwung hatte. Der auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte befindliche Glashüttenturm mit etwa 13 m Höhe ist eine der wenigen erhaltenen Anlagen dieser Art in Europa. Die noch vorhandenen Gebäude der Glashütte stehen unter Denkmalschutz.

Freiherren Knigge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1312 erhielt der Ritter Herman II. Knigge das Lehen in Bredenbeck, doch erst sein Sohn Ritter Hermann III. wurde 1338 in Bredenbeck sesshaft und baute das Schloss zur stark befestigten Wasserburg Bredenbeck aus. Auf ihr wurde 1752 Adolph Freiherr Knigge geboren. An diesen berühmten Schriftsteller der Aufklärung, der im Bremer Dom begraben liegt, erinnert eine Gedenktafel am Treppensockel des Gutshofes. Auf dem früheren Burggelände entstanden 1825 die noch heute bestehenden Gebäude des Gutsbetriebs.

Die Freiherren Knigge begannen 1804 mit dem Bergbau im Deister, wodurch der Ort einen starken Aufschwung erlebte. Hinzu kam eine eigene Brauerei auf ihrem Rittergut sowie die Einrichtung des Kalkwerks Bredenbeck. Im Jahre 1905 hatte Bredenbeck 1626 Einwohner. Zahlreiche Arbeitsplätze entfielen durch die Stilllegungen des Bergwerkes Schacht Herta 1910 und des Kalkwerkes 1928. Noch heute befindet sich der private Friedhof des freiherrlichen Hauses Knigge zwischen Bredenbeck und Steinkrug. Heute ist das Knigge'sche Rittergut Bredenbeck, Eigentum der Frhr. Knigge’schen Miteigentümergemeinschaft, das vor allem für Land- und Forstwirtschaft bekannt ist. [2]

Laves[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hannoversche Hofbaumeister Georg Laves hatte wesentlichen Anteil an der Ortsentwicklung Bredenbecks. Im 19. Jahrhundert entwarf der damals führende Architekt des Königreiches Hannover sowohl Einzelbauten in Bredenbeck als auch Konzeptionen zur Strukturentwicklung und Verkehrsplanung. Seit dem Jahr 1822 stand er im Dienste der Freiherren Knigge. Er plante für sie nicht nur die Bauten des Gutshofs, der zwischen 1846 und 1860 entstand. Durch ihn erfolgte die Anlage des Lindenplatzes 1825 als Mittelpunkt des Ortes in Form eines Halbkreises. Dort plante er den Bau eines kombinierten Kirchen- und Schulgebäudes mit einem 29 Meter hohen Turm, das jedoch nicht zur Ausführung kam. Die 1848 errichtete Dorfschule wurde nach Laves' Plänen errichtet, ebenso die Mühle am Wehr der Beeke, die bis 1969 in Betrieb war. Das im Ortsteil Steinkrug gelegene gleichnamige Hotel Steinkrug wurde durch Laves umgestaltet und erheblich erweitert.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Bredenbeck im Jahr 1970 Teil der Gemeinde Wennigsen (Deister). Grundlage war das Wennigsen-Gesetz, das der Niedersächsische Landtag im Jahr 1969 beschlossen hatte. Der damalige Bredenbecker Bürgermeister Jürgen Bauermeister (SPD) wurde später Landrat des Landkreises Hannover.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Bredenbeck hat einen Ortsrat. Aus dessen Mitte wurde nach der Kommunalwahl 2011 Hans-Heinrich Warnecke, Inhaber einer gleichnamigen Kornbrennerei im Ort, zum Ortsbürgermeister gewählt. Er verstarb 2016.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortswappen zeigt zweigeteilt oben in Rot einen goldenen Löwen, unten in Silber eine rote Waage. Der Löwe entstammt dem Hauswappen der Freiherren Knigge.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich-Bonhoeffer-Haus
  • In der ehemaligen Dorfschule befindet sich heute das Heimatstube Bredenbeck mit einer Sammlung zur Geschichte des Ortes. Ein Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des örtlichen Handwerks und der örtlichen Industrie. Des Weiteren befinden sich in dem denkmalgeschützten Gebäude ein Kindergarten und eine Kinderkrippe des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Gemeindebücherei Bredenbeck. Auf der Rückseite des Gebäudes ist die Freiwillige Feuerwehr Bredenbeck untergebracht.
  • Bennigser Burg (Ringwallanlage) im Deister bei Steinkrug
  • Schloss Bredenbeck, heute Gutshof mit Herrenhaus der Freiherren Knigge. Das Schloss entstand im 13. Jahrhundert als Wasserburg, die als mächtigste des Calenberger Landes galt. Sie lag strategisch günstig nahe einem Deisterpass. 1370 wurde sie von Herzog Magnus II. an den Hochstift Hildesheim verpfändet. 1550 brannte die Burg ab und wurde noch wehrhafter wieder aufgebaut. An Stelle der Burg entstand 1825 ein Gutshof 1825 als klassizistische Anlage nach Plänen des hannoverschen Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves. Heute sind von den Befestigungsanlagen nur geringe Reste wahrnehmbar.[3]
Das Innere des Glashüttenturms der Glashütte Steinkrug
  • In Steinkrug befand sich die 1809 gegründete Glashütte Steinkrug. Einige verbliebene Bauten zeugen davon. Der 13 m hohe Glashüttenturm aus Deistersandstein ist einer der wenigen noch vorhandenen Exemplare in Europa und der einzige in Natursteinmauerung.
  • Durch Bredenbeck fließt neben der weißen auch die „gelbe Beeke“. Dabei handelt es sich um einen kleinen Bach (mittelniederdeutsch Beke), der sich durch das ganze Dorf zieht und dessen Grund tatsächlich gelb ist. Der Bach wird teilweise aus historischen Bergwerksanlagen im Deister gespeist. Neben der abgebauten Kohle, die wie die Sandstein- und Tonschichten aus der Unteren Kreidezeit (genauer: Berrias) stammen und den Deister auffalten, enthalten die Gesteinsschichten auch Eisenanteile, die durch das Wasser in oxidierter Form ausgeschwemmt werden. Dies führt zur rost-roten bzw. gelben Farbe des Gewässers.
  • Im Jahr 2008 hat der Rat der Gemeinde Wennigsen (Deister) die Einrichtung eines Bestattungswaldes in Bredenbeck beschlossen. Dieser Ruheforst Deister liegt am Steinkrüger Weg und dient als Stätte für Urnenbestattungen. In 2011 ist aufgrund großer Nachfrage ein zweiter Abschnitt für ca. 2.500 Bestattungen freigegeben worden.
  • Im Dorf befindet sich eine Kornbrennerei, die seit 1826 im Besitz der Familie Warnecke ist. Der Hof bietet Platz für verschiedene regional bekannte Märkte und hat mit dem Kornboden eine künstlerische Galerie, die vom örtlichen Kulturverein K^3 betreut wird.
  • Mensing´scher Prachtbauernhof: Das Gebäudeensemble wurde im Jahre 1898 am damaligen Ortsrand von dem aus Degersen stammenden Unternehmer Christian Mensing († 1917) fertiggestellt. Es besteht aus einem Wohnhaus (Hausnummer 17) mit dazugehöriger Einfriedung und einer Längsscheune aus Ziegeln (Hausnummer 15). Das Anwesen steht mittlerweile im Dorfkern und gilt als Ortsbild prägend.
  • Laves-Mühle mit Mühlteich, direkt am Rittergut der Freiherrn Knigge gelegen
  • Untere Mühle Bredenbeck
  • Freibad Bredenbeck, eingetragenes Naturdenkmal

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seiner Gründung im Jahr 1826 wird in Bredenbeck die Kornbrennerei H.Warnecke betrieben. In früheren Jahren soll der "Alte Bredenbecker" fester Bestandteil im täglichen Leben der Landarbeiter und Fuhrleute gewesen sein.[4]

Die B217 durchquert den Ort zwischen den Ortsteilen Bredenbeck und Steinkrug.

Bredenbeck wird an drei Haltestellen von vier Buslinien und einer Nachtbuslinie des Großraumverkehrs Hannover bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilse Gottwald u.a.: Wennigsen 1200–2000 – Ein Lebenslauf. Wennigsen 1999.
  • Irmela Wilckens, Claudia Rump: Zeitreise durch die Region Hannover. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2005, ISBN 3-8313-1517-5, S. 60–61. (zur Glashütte in Steinkrug)
  • Ernst Andreas Friedrich: Die einstige Burg Bredenbeck in: Wenn Steine reden könnten, Band III, Landbuch-Verlag, Hannover 1995, ISBN 3-7842-0515-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bredenbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In pago Loghne: Thimerda, Lengede, item Lengede, Suechusen, Winithusen, Wilmershusen, Bredenbike, Wilmershusen, Suen, Hese, Rodolfeshusen, Waleshusen, Wosthelmeshusen, Dransvelt, Langlere, Winitthe, Redolveshusen, Bergoleshusen. (Riedel, Adolph Friedrich (Hrsg.)), Codex diplomaticus Brandenburgensis – Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten, des ersten Hauptteiles 15. Band, Dritte Abteilung: Die Altmark, Berlin, G. Reimer, 1858, S. 4.
  2. http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article491869/Die-Knigges-heute-Rueben-statt-Regeln.html am 28. Juni 2011
  3. Rekonstruktionszeichnung des Schlosses von Wolfgang Braun
  4. Kornbrennerei Warnecke