Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

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Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
BAM-Logo-2015.svg
Staatliche Ebene Bund
Stellung Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Gründung 1871
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Ulrich Panne
Bedienstete ca. 1750
Haushaltsvolumen 133,5 Mio. € + 20 Mio. € Drittmittel[1]
Website www.bam.de
Gebäude der BAM in Berlin

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde und Einrichtung der Ressortforschung der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz im Berliner Ortsteil Lichterfelde. Unter ihrer Leitlinie Sicherheit in Technik und Chemie ist sie zuständig für die öffentliche technische Sicherheit und für metrologische Aufgaben in der Chemie. In der BAM sind über 1700 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: Ende 2013).

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1871: Gründungserlass über die Mechanisch-Technische Versuchsanstalt als erste der königlich preußischen Versuchsanstalten
  • 1904–1919: Königliches Materialprüfungsamt
  • 1919–1945: Staatliches Materialprüfungsamt (MPA)
  • 1920–1945: Chemisch-Technische Reichsanstalt (CTR) als Nachfolgeeinrichtung des 1889 gegründeten Militärversuchsamtes
  • 1945: Zusammenfassung von MPA und CTR unter Betreuung durch den Magistrat von Berlin
  • 1954: Übernahme der neu eingerichteten Bundesanstalt für mechanische und chemische Materialprüfung (BAM) von der Bundesrepublik Deutschland
  • 1956: Namensänderung in Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM)
  • 1969: Bundesoberbehörde
  • 1986: Namenserweiterung zu Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben der BAM stehen im Aufgabenverbund Material–Chemie–Umwelt–Sicherheit. Die BAM hat den gesetzlichen Auftrag (Sprengstoffgesetz u. a.) für:

  • Hoheitliche Funktionen für die öffentliche technische Sicherheit
  • Mitarbeit in der Regelsetzung (Gesetze, Verordnungen, nationale und internationale Normen)
  • Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft und von Organisationen in Fragen des Aufgabenverbunds
  • Entwicklung und Bereitstellung von Referenzverfahren und Referenzmaterialien
  • Weiterentwicklung von Sicherheit und Zuverlässigkeit in Chemie- und Materialtechnik

Eine der bekanntesten Aufgaben der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung ist die Überprüfung von pyrotechnischen Erzeugnissen wie Feuerwerkskörpern. In Deutschland dürfen nur pyrotechnische Gegenstände verkauft werden, die von der BAM zugelassen bzw. im Rahmen einer Qualitäts-Sicherung geprüft sind.[2] Weitere in der Öffentlichkeit stark beachtete Tätigkeiten der BAM sind die Zulassung von Gefahrgutumschließungen für den Gefahrguttransport, die Weiterentwicklung der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung zur Früherkennung von Schädigungen und Vermeidung von Unfällen sowie die Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien für die analytische Chemie z. B. in Umweltlaboratorien.[3]

Seit 2006 ist der Erhalt des Kulturerbes in der Zielvereinbarung zwischen der BAM und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie enthalten. Mit Projekten zur Untersuchung der Qumranrollen, der Himmelsscheibe von Nebra, mittelalterlichen Silberstiftzeichnungen oder historischen Tinten hat die BAM in diesem Arbeitsbereich internationale Anerkennung gefunden.

Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden drei Tätigkeitsbereiche der BAM bilden ihre Schwerpunkte:

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Aufgabe der BAM, pyrotechnische Gegenstände zu prüfen – was stets auch eine auf dem Gegenstand aufgedruckte BAM-Nummer (BAM-Kennzeichen)[4] zur Folge hat – wird beispielsweise von Mitarbeitern der Behörde gelegentlich gern das Selbstverständnis als „Ohne BAM kein Bumm“ wiedergegeben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BAM –Zahlen und Daten
  2. Rahmenrichtlinie zum Qualitätssicherungsverfahren von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse IV (PDF; 329 kB).
  3. Rechtliche Grundlagen für die Aufgaben der BAM (Januar 2010) PDF-Datei (abgerufen am 9. September 2010).
  4. BAM-Kennzeichen (.pdf).

Koordinaten: 52° 26′ 31″ N, 13° 17′ 14″ O