Cammi Granato

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Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cammi Granato Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 25. März 1971
Geburtsort Downers Grove, Illinois, USA
Größe 170 cm
Gewicht 64 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Rechter Flügel
Nummer #21
Schusshand Rechts
Karrierestationen
1989–1993 Providence College
1994–1997 Concordia University
2001–2003 Vancouver Griffins
2004–2006 British Columbia Breakers

Catherine Michelle „Cammi“ Granato (* 25. März 1971 in Downers Grove, Illinois) ist eine ehemalige US-amerikanische Eishockeyspielerin italienischer Abstammung[1], die als Kapitänin der US-Nationalmannschaft zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen gewonnen hat. Sie ist zusammen mit Angela James die erste Frau, die im November 2010 in die Hockey Hall of Fame aufgenommen wurde. Ihr Bruder Tony war ebenfalls Eishockeyspieler.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in Downers Grove[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cammi Granato wurde in Downers Grove, Illinois, etwa 30 km westlich von Chicago, geboren. Sie hat insgesamt vier Brüder und eine Schwester, wobei alle ihre Brüder in ihrer Kindheit Eishockey spielten. Cammi, das jüngste Geschwisterkind der Familie, entschied sich ebenfalls für diesen Sport. Ihre Brüder versuchten sie zunächst zu überreden, Torhüterin zu werden, doch Cammi wollte – so wie ihre Brüder – selbst Tore erzielen.[2] Im Alter von fünf Jahren meldeten ihre Eltern Cammi beim lokalen Eishockeyclub an, nachdem sie zuvor Eislaufunterricht genommen hatte. In den folgenden Jahren entwickelte sie sich zu einem der besten Nachwuchstalente der Region, wobei sie bis zu ihrem 16. Lebensjahr ausschließlich in Jungenmannschaften aktiv war. Ihr Traum war damals, „eines Tages für die Chicago Blackhawks in der National Hockey League zu spielen“.[2]

In den letzten beiden Jahren ihrer Highschool-Zeit hörte Granato vorübergehend mit dem Eishockeysport auf, da Körperkontakt ab diesem Zeitpunkt für männliche Eishockeyspieler erlaubt war, sie sich „als Zielscheibe solcher Attacken fühlte und sich vor daraus folgenden Verletzungen fürchtete“. In diesen zwei Jahren spielte sie stattdessen Basketball, Fußball, Handball, Tennis und Baseball.[3]

College-Eishockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 bekam Granato vom Providence College, welches als eine der wenigen Universitäten im Lande Fraueneishockey betrieb, ein Stipendium. Sie studierte in der Folge Sozialwissenschaften und spielte für das Eishockeyteam des College, die Providence Friars, in der ECAC, einer Collegeliga der NCAA. Sie etablierte sich schnell in dieser neuen Umgebung und wurde in ihrem ersten Jahr am College als ECAC Rookie des Jahres ausgezeichnet. Als Assistenzkapitänin der Friars führte sie ihr Team 1992 und 1993 zum Meistertitel. Zudem wurde sie zwischen 1991 und 1993 dreimal in Folge als ECAC Spieler des Jahres ausgezeichnet. In insgesamt 93 ECAC-Spielen für Providence erzielte sie 135 Tore und 110 Assists. Sie beendete ihr Studium 1993 mit einem Abschluss in Sozialwissenschaften.

Nach ihrem Studienabschluss durfte sie nicht mehr in der NCAA spielen und entschied sich daher 1994 für einen Wechsel nach Kanada, um an der Concordia University den Master in Sportmanagement abzulegen. Parallel spielte sie für das Eishockeyteam der Universität, die Concordia Stingers in der Quebec-Conference (QSSF) der CIS. Mit den Stingers gewann sie dreimal in Folge die Meisterschaft der Conference [3] und sammelte in insgesamt 125 Spielen 179 Tore und 151 Assists.[4] Zudem wurde sie 1996 als Wertvollste Spielerin ausgezeichnet sowie 1996 und 1997 ins All-Star-Team der Conference berufen.[4]

Im Juni 1997 erhielt sie von Mike Milbury, dem damaligen Manager der New York Islanders, eine Einladung für das Trainingslager der Islanders[5], doch Granato lehnte letztlich ab.

NWHL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granato spielte zwischen 2001 und 2003 für die Vancouver Griffins in der National Women’s Hockey League (NWHL) und führte das Team im zweiten Spieljahr als Kapitänin aufs Eis. In der Saison 2004/05 und zu Beginn der Saison 2005/06 war sie für die British Columbia Breakers (B.C. Breakers) in der Western Women’s Hockey League aktiv, ehe sie an der Olympiavorbereitung mit der Nationalmannschaft teilnahm.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cammi Granato gehörte zur ersten Generation US-amerikanischer Frauen, die ihr Land bei internationalen Eishockeyturnieren vertrat. Im Laufe ihrer Karriere absolvierte sie insgesamt neun Weltmeisterschaften, zwei Olympische Winterspiele, zwei Pazifik-Meisterschaften sowie eine Vielzahl weiterer Turniere für Nationalmannschaften. Dabei gewann sie jeweils eine olympische Gold- und Silbermedaille sowie 8 Silber- und eine Goldmedaille bei Weltmeisterschaften.

Bei den Olympischen Winterspielen 1998, dem ersten olympischen Eishockeyturnier der Frauen, führte sie das Team USA als Kapitän aufs Eis und gewann die Goldmedaille. Im Laufe des Turniers erzielte Granato das erste Tor für das Frauen-Team der USA bei Olympischen Spielen.[6]

Kurz vor den Olympischen Winterspielen 2006 wurde Granato aus dem US-Kader gestrichen und beendete daraufhin ihre Nationalmannschaftskarriere.

Nach dem Karriereende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beendigung ihres Studiums war Granato vorübergehend Kommentatorin der NHL-Spiele der Los Angeles Kings. Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere knüpfte sie an diese Tätigkeit an und arbeitete als Sportjournalistin für die NHL-Übertragungen von NBC. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 kommentierte sie die Spiele des Eishockeyturniers der Frauen für NBC.

Sie ist zudem Gründerin der Stiftung Golden Dreams for Children, die sich um benachteiligte Kinder kümmert, führt jährlich ein Trainingslager für Mädchen in Chicago durch und ist Mitbesitzerin von BelaHockey, einer Firma, die Eishockeyartikel für Mädchen und Frauen herstellt.

2007 erhielt sie den Lester Patrick Trophy für ihre Verdienste um den Eishockeysport in den Vereinigten Staaten. Im Mai 2008 wurde sie zusammen mit Geraldine Heaney und Angela James als erste Frauen in die IIHF Hall of Fame aufgenommen.[7] Wenige Monate später wurde Granato zudem als erste Frau in die United States Hockey Hall of Fame aufgenommen.[8]

Am 8. November 2010 wurde Granato schließlich zusammen mit Angela James als erste Frauen in die Hockey Hall of Fame aufgenommen.[9]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

College[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 ECAC Rookie of the Year
  • 1991 ECAC Player of the Year
  • 1992 Gewinn der ECAC-Meisterschaft mit den Providence Friars
  • 1992 ECAC Player of the Year
  • 1993 Gewinn der ECAC-Meisterschaft mit den Providence Friars
  • 1993 ECAC Player of the Year
  • 1995 Gewinn der QSSF-Conference mit den Concordia Stingers
  • 1996 Gewinn der QSSF-Conference mit den Concordia Stingers
  • 1996 Wertvollste Spielerin der QSSF
  • 1996 All-Star-Team der QSSF
  • 1997 Gewinn der QSSF-Conference mit den Concordia Stingers
  • 1996 All-Star-Team der QSSF

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Liga Sp T V Pkt SM
1989/90 Providence College ECAC 24 24 22 46
1990/91 Providence College ECAC 22 26 20 46
1991/92 Providence College ECAC 25 48 32 80
1992/93 Providence College ECAC 28 41 43 84
1995/96 Concordia Stingers CIS
1996/97 Concordia Stingers CIS
1997/98 Team USA Saisonvorb. 33 14 19 33
1999/00 Team USA Saisonvorb. 20 17 25 42
2000/01 Team USA Saisonvorb. 33 36 32 68
2001/02 Team USA Saisonvorb. 25 27 21 48
2002/03 Vancouver Griffins NWHL 17 18 15 33 6
2004/05 B.C. Breakers[11] WWHL 21 8 11 19 30
2005/06 B.C. Breakers WWHL 3 0 0 0 0

Internationale Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
1990 USA WM 5 9 5 14 4
1992 USA WM 5 8 2 10 2
1994 USA WM 5 5 7 12 6
1995 USA Pazifik 5 4 7 11 4
1996 USA Pazifik 5 5 3 8 0
1997 USA WM 5 5 3 8 4
1998 USA Olympia 6 4 4 8 0
1999 USA WM 5 3 5 8 0
2000 USA WM 5 6 1 7 0
2001 USA WM 5 7 6 13 0
2002 USA Olympia 5 6 4 10 0
2004 USA WM 3 0 2 2 0
2005 USA WM 5 1 3 4 2
Gesamt 64 63 52 115 22

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granato lebt heute in Vancouver mit ihrem Ehemann Ray Ferraro, der ebenfalls Eishockeyspieler war.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. niashf.org, Cammi Granato
  2. a b legendsofhockey.net, The Legends - Cammi Granato - Biography
  3. a b Joe Pelletier: Greatest Hockey Legends, Cammi Granato, 26. Juli 2008
  4. a b athletics.concordia.ca, Stinger Granato selected for Hockey Hall of Fame, 25. Juni 2010
  5. Michael Farber: The Ice Queen. Sports Illustrated, archiviert vom Original am 5. März 2012; abgerufen am 6. Juni 2013.
  6. Steve Rosenbloom: Granato makes history again. The Chicago Tribune, 9. Februar 1998, abgerufen am 6. Juni 2013.
  7. Women pioneers highlight IIHF class of 2008. IIHF, abgerufen am 6. Juni 2013.
  8. Candace Horgan: Granato, Leetch, Hull and Richter Inducted into U.S. Hockey Hall of Fame. uscho.com, 16. Oktober 2008, abgerufen am 6. Juni 2013.
  9. Ciccarelli, Granato and James Elected to Hall of Game. The Sports Network, 22. Juni 2010, abgerufen am 6. Juni 2013.
  10. USA Hockey, Annual Awards - Through the Years
  11. westernwomenshockeyleague.com, Statistik für Cammi Granato

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]