Claudia López Hernández

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Claudia López Hernández, 2019

Claudia Nayibe López Hernández (* 9. März 1970 in Bogotá) ist eine kolumbianische Politikwissenschaftlerin und Politikerin, seit dem 1. Januar 2020 ist sie Bürgermeisterin von Bogotá. Sie war Senatorin der Republik Kolumbien und Vizepräsidentschaftskandidatin bei den Präsidentschaftswahlen 2018 für die Partei Alianza Verde („Grüne Allianz“). Sie war als Beraterin für die Vereinten Nationen tätig und hat als Kolumnistin für verschiedene Medien gearbeitet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist die älteste Tochter von Reyes Elias Lopez Ruizes und Maria del Carmen Hernandez mit sechs weiteren Geschwistern. Sie ging auf eine öffentliche Grundschule in Engativá und besuchte anschließend das Gymnasium Colegio Policarpa Salavarrieta in Santa Fe.[1] Sie hat einen Abschluss in Finanzwirtschaft, Politikwissenschaft und internationalen Beziehungen der privaten Universidad Externado de Colombia[1], einen Master in öffentlicher Verwaltung und Stadtentwicklung der Columbia University in New York[1] und einen Doktortitel in Politikwissenschaft der Northwestern University in Chicago[1].

Am 17. Dezember 2019 heiratete sie ihre Freundin Angélica Lozano.[2]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr öffentliches Auftreten begann sie in der Studentenbewegung Séptima papeleta, die zwischen 1989 und 1990 die Kolumbianische Verfassungsgebende Nationalversammlung von 1991 förderte.

Sie war Sekretärin der Acción Comunal von Bogotá und während der ersten Amtszeit von Enrique Peñalosa als Bürgermeisterin für Santa Fe zuständig.

Sie arbeitete als Forscherin für die Organisation Arcoiris und zeigte während ihrer Wahlbeobachtungen atypische Stimmabgaben auf. Diese waren ihr Ausgangspunkt für die Aufdeckung des Parapolitik-Skandals im Jahr 2006. Ihre Ermittlungen haben Verurteilungen von mehr als 40 öffentlichen Vertretern wegen Verbindungen zur Parapolitik geführt; sie erzeugte weiterhin Kontroversen wegen ihrer regimekritischen Meinungen über den ehemaligen Präsidenten und nun auch über Senator Álvaro Uribe Vélez und seine politischen Verbündeten.

Im Jahr 2008 verfügte das kolumbianische Rechnungsprüfungsamt die Nichtigkeit eines 2006 eingeleiteten Verfahrens wegen angeblicher Vermögensschädigung,[3] nachdem ein Jahr zuvor das Verfassungsgericht wegen „Verletzung eines ordnungsgemäßen Verfahrens und des Rechts auf Verteidigung durch unzulässige Benachrichtigung“ zu ihren Gunsten entschieden hatte.[4]

Im Oktober 2009 wurde sie von der Zeitung El Tiempo entlassen, da sie sich in einer Kolumne kritisch zum Agro Ingreso Seguro, AIS („Gesichertes Agro-Einkommen“) geäußert hatte. Das AIS ist eine Kreditlinie von FINAGRO bzw. der kolumbianischen Regierung zur Bereitstellung zinsgünstiger Kredite für die landwirtschaftliche Entwicklung der kolumbianischen Bauern, die nach dem Ausbruch eines Korruptionsskandals um AIS durch ein neues Konzept, Desarrollo Rural con Equidad (DRE) ersetzt wurde.[5] Laut López gehört die Zeitung der kolumbianischen Familie Santos (ehemalige Eigentümer und heutige Aktionäre der Zeitung), sie soll versucht haben, die Kandidatur des ehemaligen Ministers Juan Manuel Santos zum Amt des Präsidenten zu begünstigen. López verwies auch auf das Interesse der Zeitung, sich den dritten privaten Fernsehsender des Landes einzuverleiben. Der Vorstand von El Tiempo, Roberto Pombo bezeichnete die Aussagen als „falsch, böswillig und verleumderisch“.[6]

Im Jahr 2011 wurde ein Strafverfahren zu ihren Gunsten entschieden, nachdem der ehemalige kolumbianische Präsident Ernesto Samper sie wegen Verleumdung und übler Nachrede angeklagt hatte, López hatte ihn in einer Kolumne im El Tiempo mit der Mafia in Verbindung gebracht.[7]

Am 27. Oktober 2019 wurde sie mit 35 Prozent der Stimmen als erste Frau zur Bürgermeisterin von Bogotá gewählt.

López hat sich in Kolumbien als Anti-Korruptions-Kämpferin einen Namen gemacht. Ihre Karriere begann die Mitte-Links-Politikerin eigentlich als Journalistin. Ihr neuer Posten als Bürgermeisterin der Hauptstadt Bogotá gilt als zweitwichtigstes politisches Amt im Land nach der Präsidentschaft. „Wir haben nicht nur gewonnen, sondern wir verändern auch die Geschichte“, schreibt die Wahlsiegerin auf Twitter. Sie gewann die Wahlen übrigens mit 35 Prozent nur knapp gegen den liberalen Politiker Carlos Fernando Galán, der auf rund 32 Prozent kam.[8]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 wurden sie von einer Anwältin verklagt, um ihre Einsetzung als Senatorin zu annullieren, da sie eine Beziehung zur Abgeordneten Angélica Lozano hatte, und es zwei Personen, die de facto eine eheliche Verbindung haben, gesetzlich verboten sei, Abgeordnete derselben politischen Partei zu sein. López argumentierte, dass dieses Verbot sie nicht betreffe, da sie in einer Beziehung und nicht in einer faktischen ehelichen Verbindung lebe. Der Staatsrat lehnte die Klage gegen Claudia López und ihre Partnerin ab und hielt die Amtseinführung beider aufrecht.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Sergio Fajardo: ¿Quién es Claudia López? In: Fajardo. 28. Februar 2018, abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).
  2. Anna-Lena Abbott/Reuters: Bogotás erste Bürgermeisterin heiratet ihre Freundin. In: Spiegel Online. 18. Dezember 2019, abgerufen am 3. Januar 2020.
  3. FALLO CON O SIN RESPONSABILIDAD FISCAL. (PDF) In: Google Docs. Abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).
  4. Sentencia T-752/09. In: www.corteconstitucional.gov.co. Abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).
  5. Claudia López: Reflexiones sobre un escándalo. In: El Tiempo. 13. Oktober 2009, abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).
  6. Hernando Salazar: Colombia: polémica por despido de columnista de El Tiempo. In: BBC Mundo, Colombia. 14. Oktober 2009, abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).
  7. Columnista e investigadora Claudia López fue absuelta. In: Semana. 24. Februar 2011, abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).
  8. Tweets von Claudia Lopez auf Twitter twitter.com, abgerufen am 2. November 2019 (spanisch)
  9. Alianza Verde rechaza ataque homofóbico a Claudia López y Angélica Lozano. In: Caracol Radio. 2. September 2014, abgerufen am 3. Januar 2020 (spanisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Claudia López Hernández – Sammlung von Bildern