Cornelius Weiss

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Cornelius Weiss auf der Leipziger Buchmesse 2012

Cornelius Weiss (* 14. März 1933 in Berlin) ist ein deutscher Wissenschaftler (Chemiker) und Politiker (SPD). Von 1991 bis 1997 war er Rektor der Universität Leipzig, von 1999 bis 2009 Abgeordneter und zuletzt Alterspräsident des Sächsischen Landtages.

Wissenschaftliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cornelius Weiss ist der älteste Sohn des Atomphysikers Carl Friedrich Weiss und dessen Ehefrau Hildegard. Er besuchte Schulen in Berlin, Rittersgrün (woher sein Großvater stammte) und Ronneburg. Sein Vater musste von 1945 bis 1955 in der UdSSR unter Lagerbedingungen am Aufbau von Kernkraftanlagen mitarbeiten. Ab 1946 war Weiss nebst seiner Eltern und zwei Geschwistern ebenfalls dort interniert. Er legte 1952 sein Abitur an der Lagerschule Obninsk ab. Anschließend studierte Weiss ab 1953 Chemie in Minsk und Rostow am Don und schloss das Studium 1960 in Leipzig ab. Nach der Promotion 1964 war er zunächst als Lehrkraft für Theoretische Chemie tätig. 1970 wurde er zum Dozenten berufen. 1973 erwarb er den Dr. sc. nat. (im Ostblock äquivalent zur Habilitation) mit einer Arbeit zur Quantenchemie. Weiss weigerte sich, der SED oder einer anderen Blockpartei beizutreten.

Erst 1989 erhielt er – noch in der DDR – eine außerordentliche Professur in Leipzig.

1990 wurde Weiss Direktor der Sektion Chemie, 1991–1997 gewählter Rektor der Universität Leipzig. In dieser Funktion hatte er die Mitarbeiterzahl der Universität, nicht nur Funktionäre, sondern auch Fachkräfte, um Tausende zu reduzieren. Von 1993 bis 1997 war Weiss Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Sachsen und seit 1996 Vizepräsident der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz sowie ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Im Jahre 1990 war Weiss Mitbegründer der „Initiativgruppe zur demokratischen Erneuerung der Universität“. Weiss hatte „fassungslos“ die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli 1968 miterlebt, war allerdings Gegner eines „originalen“ Wiederaufbaus. 1999 wurde Weiss das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Im März 2012 erschien seine Autobiografie Risse in der Zeit.[1]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cornelius Weiss ist seit Ende 1997 Mitglied der SPD und war von September 1999 bis September 2009 Abgeordneter im Sächsischen Landtag. In der 3. Wahlperiode (1999 bis 2004) wurde er stellvertretender Vorsitzender und Sprecher für Wissenschafts- und Hochschulpolitik der SPD-Fraktion. Im November 2004 wurde er dann Vorsitzender seiner Fraktion, 2007 trat er von dieser Funktion zurück. Zuletzt saß er als Mitglied im Ausschuss für Schule und Sport, im Petitionsausschuss sowie im Sonderausschuss „Demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Lebensbereiche der Menschen im Freistaat Sachsen sowie ihre Folgen für die politischen Handlungsfelder“.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiss ist verheiratet und hat drei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Georg Bartel: Weiss, Cornelius. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Cornelius Weiss: Risse in der Zeit. Ein Leben zwischen Ost und West. (Autobiografie). Rowohlt-Verlag, 2012
  • Stefan Locke: Doch, es war schlimm (Lebenslauf von Cornelius Weiss auf der Grundlage eines Interviews und seiner Autobiografie), Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. März 2013, S. 3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cornelius Weiss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cornelius Weiss: Risse in der Zeit. Ein Leben zwischen Ost und West. Rowohlt, Hamburg 2012, ISBN 9783498073749.