Craft brewing

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Als Craft brewery (Handwerksbrauerei) bezeichnet man Brauereien mit hochwertigen Bieren, die unter besonderen Qualitätsmaßstäben und Produktionsmethoden handwerklich erzeugt werden.

Craft Brewing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa seit den 1970er Jahren hat sich in Nordamerika der florierende von Hobbybrauern ausgehende Trend entwickelt. Als dazugehörige Begriffe werden craft brewing und craft beer gebräuchlich.[1] Diese Wortwahl geht auf englisch craft, deutsch ‚Handwerk, handwerklich arbeiten‘ zurück.

Es handelt sich um Brauereien, die von großen Brauereigruppierungen unabhängig sind. Ihre Produkte bewerben sie in Konkurrenz zu den konventionellen Brauereien als besonders hochwertig und die Herstellung als sorgsam und traditionell. Die Preise sind in der Regel deutlich höher. Dennoch haben so hergestellte Biere in den USA mittlerweile einen Marktanteil von rund 8 % (Stand 2011). Es ist zudem seit Jahren eine stark ansteigende Zahl an Brauereien und Biermarken zu verzeichnen.[2] Der US-Brauerverband unterscheidet dabei zwischen Brewpubs, Microbreweries und Regional Craft Breweries.[3] 2015 gab es mehr als 4000 Brauereien in den USA.

Auch in Großbritannien entwickelt sich ein entsprechender Markt als Folge der Kampagne für traditionelle Ales. Die Anzahl der Brauereien in Großbritannien hat so 2015 bereits die Anzahl von 1350 Brauereien in Deutschland überstiegen.

In den USA, Großbritannien, Deutschland und Italien gibt es Brauereianlagenhersteller, die einfache und kostengünstige Anlagen für Craft-Brauereien herstellen.[4]

Craft Bier in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Craft Beer-Stand auf der Biermeile in Berlin 2013

In Deutschland zeichnet sich ein solcher Trend ebenfalls in einigen Regionen ab,[5] allerdings sind kleine Brauereien traditionell schon weiter verbreitet als in den meisten anderen Erdteilen. Viele der kleinen lokalen Bierbrauereien fallen unter die Definition der Mikrobrauereien. Bei einer Jahreserzeugung von weniger als 200.000 Hektolitern werden sie in Deutschland durch eine geringere Biersteuer begünstigt.[6] Einige Kommentatoren argumentieren, dass der Mikrobrauereitrend mit durch Jean Pützs Hobbythek Hausbrau-Sendung Nr. 80 von 1982 ausgelöst wurde, viele der durch die Sendung motivierten initialen Haus- und Hobbybrauer verselbstständigten sich später als lokale, kommerzielle Mikrobrauer.[7][8][9] Dabei besteht das Angebot nicht in einem einzelnen Bier, sondern wird durch die Angebotspalette zum Craft-Bier.

Solche Spezialbrauereien in Deutschland haben sich in den 2000er Jahren in den Großstädten Berlin und Hamburg entwickelt. Für das Ruhrgebiet besteht in Bochum seit 2013 die „Trinkhalle“ als Kneipe mit Craft-Bieren. Gleichzeitig wurde der Markt der Craft-Biere von den großen Brauereien erkannt. Die Düsseldorfer Schlüsselbrauerei wirbt mit der Herstellung von Craft-Bier seit 1640, Bitburger hat sich die Marke „Craft-Werk“ geschaffen und die Radeberger Gruppe hat „Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH“ gegründet.[4] Letztere bietet 14 Eigenkreationen und 25 Produkte von Partnern an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Craft Brewer Defined. Informationen zum craft-Brauereiwesen bei der Brewers Association, Boulder CO (englisch); abgerufen am 23. Mai 2014.
  2. Garrett Oliver: The Oxford Companion to Beer. Oxford University Press, New York 2011, ISBN 978-0-19-536713-3, S. 270–271: Eintrag zu Craft brewing (englisch).
  3. Number of Breweries. Daten und Zahlen zu Brauereien in den USA bei der Brewers Association, Boulder CO (englisch); abgerufen am 23. Mai 2014.
  4. a b Konkurrenz in der Bier-Szene belebt den Geschmack. In: VDI nachrichten, 6. November 2015, Nr. 45, S. 12 f.
  5. Mikro-Brauereien machen den „Großen“ Konkurrenz. NDR, 16. März 2015
  6. Höhe der Biersteuer auf zoll.de „Ermäßigte Steuersätze – Kleinere Brauereien, deren Gesamtjahreserzeugung weniger als 200.000 Hektoliter beträgt, können ermäßigte Biersteuersätze in Anspruch nehmen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie rechtlich und wirtschaftlich von anderen Brauereien unabhängig sind. Der durch diese Ermäßigung ausgestaltete Schutz kleinerer Brauereien dient als strukturförderndes Element.“
  7. Lukas Bay: „Wir wollten unbedingt die ersten sein“. Handelsblatt.de, 27. Juli 2014
  8. aus-hobbythek-idee-wurde-erfolgsgeschichte in derwesten.de
  9. Sandra Milden: Grundsatz: Das muss kesseln! Kölnische Rundschau, 8. Oktober 2013. „Eine Gruppe Bierliebhaber lässt den Traum der Bierbrauerei wahr werden“