DR-Baureihe 83.10

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DR-Baureihe 83.10
Nummerierung: DR 83 1001–1027
Anzahl: 27
Hersteller: LKM Babelsberg
Baujahr(e): 1955–1956
Ausmusterung: 1974
Bauart: 1’D2’ h2
Gattung: Gt 47.15
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 15.000 mm
Höhe: 4.250 mm
Fester Radstand: 4.500 mm
Gesamtradstand: 11.000 mm
Leermasse: 70,9 t
Dienstmasse: 99,75 t
Reibungsmasse: 59,5 t
Radsatzfahrmasse: 15,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Indizierte Leistung: 794 kW / 1080 PSi
Anfahrzugkraft: ~ 146 kN
Treibraddurchmesser: 1.250 mm
Laufraddurchmesser vorn: 850 mm
Laufraddurchmesser hinten: 850 mm
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 500 mm
Kolbenhub: 660 mm
Kesselüberdruck: 14 bar
Anzahl der Heizrohre: 124
Anzahl der Rauchrohre: 24
Heizrohrlänge: 3800 mm
Rostfläche: 2,50 m²
Strahlungsheizfläche: 12,16 m²
Rohrheizfläche: 94,02 m²
Überhitzerfläche: 39,25 m²
Verdampfungsheizfläche: 106,18 m²
Wasservorrat: 14 m³
Brennstoffvorrat: 8 t Kohle
Zugheizung: Dampf

Die Baureihe 83.10 war eine Neubaulok der Deutschen Reichsbahn und wurde 1955 und 1956 in Dienst gestellt. Vorgesehen war der Einsatz auf Nebenstrecken, wofür 60 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Treibraddurchmesser von 1.250 mm ausreichend waren. Laufradsatz und erste Kuppelachse waren zu einem Krauss-Helmholtz-Lenkgestell zusammengefasst. Die Konstruktion der Baureihe 83.10 entstand zusammen mit der Baureihe 65.10. Die Loks erhielten Heißdampfregler, Mischvorwärmer, dezentrale Sandkästen und Blechrahmen. Die Maschinen konnten in der Ebene bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h eine Last von 1.000 t befördern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Auslieferung der ersten Lok im Jahre 1955 wurde die Maschine umgehend in der VES-M Halle erprobt. Bei diversen Tests ergaben sich zahlreiche Mängel, die bei der laufenden Serienlieferung allerdings nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Einige Probleme konnten im Zuge von diversen Nachbesserungsarbeiten beseitigt werden. Die Baureihe konnte nie überzeugen und wurde wegen der sich abzeichnenden Umstellung auf Dieselbetrieb auch nur in 27 Exemplaren gebaut. Auf den Erzgebirgsstrecken bewährte sie sich dagegen im Reisezugverkehr gut. auch die großen Vorräte wurden als günstig beurteilt.[1] Von August 1969 bis August 1970 waren fünf Maschinen im BW Aue beheimatet, die auf der Strecke Zwickau–Johanngeorgenstadt eingesetzt wurden.[2]

1974 wurden mit der 83 1008, 1012, 1024 und 1025 die letzten Maschinen ausgemustert. Von der Baureihe 83.10 ist kein Exemplar erhalten geblieben.

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vollständig geschweißten Lokomotiven verfügten einen Blechrahmen. Sie hatten einen kastenförmigen Mischvorwärmer. Die Umsteuerung erfolgte mit Druckluft, diese Form der Umsteuerung bewährte sich nicht und wurde wieder ausgebaut. Auch der anfänglich vorhandene Heißdampfregler wurden aufgrund von Problemen durch einen Nassdampfregler ersetzt.[3]

Die erste Treibachse hatte 10 mm Seitenspiel, bei der dritten Treibachse war der Spurkranz geschwächt. Die beiden Nachlaufachsen unter dem Kohlebehälter waren in einem Außenrahmendrehgestell gelagert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Müller, Andreas Stangel, Jörg Wenkel: Die ersten Neubaudampflokomotiven der Deutschen Reichsbahn – Die Baureihe 25, 6510 und 8310, EK Verlag, Freiburg 2007, ISBN 978-3-88255-165-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Meyer: Zwickau – Johanngeorgenstadt. Eine Zeitreise mit Günter Meyer. Hrsg.: Thomas Frister. EK, Freiburg 2016, ISBN 978-3-8446-6218-4, S. 69 (beruhend auf einem Manuskript Meyers aus dem Jahre 1983).
  2. Günter Meyer: Zwickau – Johanngeorgenstadt. Eine Zeitreise mit Günter Meyer. Hrsg.: Thomas Frister. EK, Freiburg 2016, ISBN 978-3-8446-6218-4, S. 88, 89 (beruhend auf einem Manuskript Meyers aus dem Jahre 1983).
  3. Rudolf Heym: Die „Moderne“" für die DDR-Nebenbahn. In: eisenbahn-magazin. Nr. 5, 2018, ISSN 0342-1902, S. 42–45.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]