Daniel Ryser

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Daniel Ryser (* 1979 in Chur) ist ein Schweizer Journalist, Buchautor und Rapper.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryser wuchs in Steckborn auf.[1] Er ist gelernter Zigarrenverkäufer und war ab 2001 Volontär beim Mittelthurgauer Tagblatt und später Stadtredaktor beim St. Galler Tagblatt. Ab 2005 arbeitete er als Inlandredaktor bei der Wochenzeitung.[2] 2008 erhielt er für ein Interview mit dem Fussballer Ivan Ergić den Zürcher Journalistenpreis in der Kategorie Nachwuchs.[1] Er war Mitbegründer des Polit-Blogs «Nation of Swine».[3] Ab April 2011 war er Reporter des Magazins,[1] seit Juli 2014 schreibt er wieder für die Wochenzeitung.[4] Ryser hat Bücher zum Hooliganismus in der Schweiz[5] und zur Musikgruppe Yello[6] geschrieben sowie zur Hamburger Punkband Slime. Das Künstlerkollektiv !Mediengruppe Bitnik bezeichnet Ryser als «Komplizen». Als solcher verfasste er im Stil eines eingebetteten Reporters den Bericht «Delivery for Mr. Assange. Ein Paket für Herrn Assange». Von 2001 bis 2003 beschäftigte sich Ryser mit Poetry-Slam. Er wurde u. a. Zweiter beim German International Poetry Slam 2002. Im Jahr 2016 wurde er von den Lesenden des Magazins Schweizer Journalist in der Rubrik Rechercheur zum «Rechercheur des Jahres» und schliesslich zum «Schweizer Journalisten des Jahres 2016» für seine 25-seitige Reportage über Qaasim Illi vom Islamischen Zentralrat gewählt, die unter dem Titel Die Dschihadisten von Bümpliz in einem Sonderdruck der Wochenzeitung erschien.[7][8] In Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollektiv Bitnik tritt er auch als Musiker auf.[9]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feld–Wald–Wiese: Hooligans in Zürich (2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2010 wurde Rysers erstes Buch publiziert, eine Reportage über die Zürcher Hooliganszene. Es wurde in der Schweiz ein Sachbuch-Bestseller und breit besprochen. Constantin Seibt nannte das Werk «ein Buch wie ein Faustschlag». Florian Leu schrieb im Tages-Anzeiger: «Wenn die Unterwelt des Fussballs einen Soundtrack hat, dann klingt er wie Rysers Sprache: ohne Schnörkel, Firlefanz und Adjektive. Ryser fügt die Zitate so geschickt zusammen, dass ein Film entsteht, wenn auch ein ruckliger und grobkörniger.»

Yello: Boris Blank und Dieter Meier (2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls als grosse Reportage angelegt, erschien von Ryser 2011 die offizielle Biografie der Techno-Pioniere Yello. Ex-Spex-Chefredaktor Max Dax lobte das Buch als ein Werk, «das die Geschichte von Yello in grossartigen Miniaturen erzählt».

Slime: Deutschland muss sterben (2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2012 teilte der Münchner Verlag Heyne Hardcore mit, dass von Ryser im März 2013 das Buch Deutschland muss sterben erscheine, «die offizielle und ungeschönte Biografie der legendären Hamburger Punkband Slime». Im März 2013 stellte ZDF-Redaktorin Luzia Braun im Rahmen des Blauen Sofas auf der Leipziger Buchmesse Deutschland muss sterben als ein Buch vor, «das ich jedem empfehlen kann, der sich für Musik und Zeitgeschichte interessiert». Die Frankfurter Rundschau schrieb, entstanden sei keine Bandbiografie, «viel mehr ist es eine Reportage über deutsche Popkultur der letzten dreissig Jahre». Rolling Stone schrieb: «Ryser beschreibt den Krawall, das Chaos, die Frustration so, als wäre er dabei gewesen.» Christoph Dallach bezeichnete auf Spiegel Online die Sprache des Buches als «angemessen rotzig» und das Buch selbst als «erstaunlich kurzweilig»: «Gelungen ist das Buch aber auch, weil es kein Punk-Nerd-Spezialisten-Werk wurde, sondern locker und zugänglich von den Rebellions-Möglichkeiten in der BRD erzählt.» Die Toten Hosen lobten in ihrem «Tipp des Monats» das Werk «als eines der besten Bücher über Punk in Deutschland». Der Buchveröffentlichung folgte eine mehrwöchige Lesetour des Autors zusammen mit Mitgliedern der Band durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Delivery for Mr. Assange. Ein Paket für Herrn Assange (2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teil des Zürcher/Londoner Kunstkollektivs !Mediengruppe Bitnik verfasste Ryser «den Bericht einer aussergewöhnlichen Postlieferung und eines daraus folgenden Internet-Aufruhrs», schrieb der Echtzeit Verlag in einer Mitteilung. Das Buch erschien am 8. März 2014 auf Deutsch und auf Englisch.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Daniel Ryser geht zum «Magazin» (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive). In: Thurgaukultur.ch. 12. Januar 2011, abgerufen am 28. Januar 2012.
  2. Feld–Wald–Wiese. Website des Echtzeit Verlags, abgerufen am 28. Januar 2012.
  3. Yello. Website des Echtzeit Verlags, abgerufen am 28. Januar 2012.
  4. Rysers Rückkehr. In: WOZ Die Wochenzeitung. 3. Juli 2014 (Hausmitteilung).
  5. Feld–Wald–Wiese. Hooligans in Zürich. Daniel Ryser aus dem Inneren der Szene (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive). Echtzeit Verlag, 1. Februar 2010 (Pressemitteilung; PDF; 3 kB).
  6. Yello: Daniel Ryser über Blank und Meier. Mit exklusivem Track zum Buch (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive). Echtzeit Verlag, 22. September 2011 (Pressemitteilung; PDF; 3 kB).
  7. Daniel Ryser wird «Journalist des Jahres». In: persoenlich.com. 28. November 2016.
  8. Daniel Ryser: Die Dschihadisten von Bümpliz. In: WOZ. 25. August 2016.
  9. Website von Bitnik.
  10. Jean-Martin Büttner: Die Verhärtungen des Roger Köppel. In: Tages-Anzeiger. 13. September 2018.