Darjeeling (Distrikt)

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Distrikt Darjeeling
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Westbengalen
Division: Jalpaiguri
Verwaltungssitz: Darjeeling
Fläche: 3149 km²
Einwohner: 1.846.823 (2011)
Bevölkerungsdichte: 586 Ew./km²
Website: darjeeling.gov.in
Klimadiagramm Darjeeling
Landschaft in Darjeeling

Der Distrikt Darjeeling (auch: Darjiling; Bengalisch: দার্জিলিং জেলা, Dārjiliṃ jelā) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaats Westbengalen. Die Distriktshauptstadt ist Darjeeling.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Darjeeling grenzt im Norden an den indischen Bundesstaat Sikkim, im Nordosten an Bhutan, im Osten an den Distrikt Kalimpong, im Osten und Südosten an den Distrikt Jalpaiguri, im Südosten an Bangladesch, im Süden an den Distrikt Uttar Dinajpur, im Südwesten an den Bundesstaat Bihar sowie im Westen an Nepal. Die bedeutendsten Gewässer sind die Flüsse Tista, Rangit, Mahananda, Mechi, Balason und Rammam. Der Distrikt hat eine Fläche von 3149 km². Im Tiefland und in Höhen bis 2000 Meter über Meereshöhe gibt es nur noch kleinere Waldgebiete, da die Wälder für Ackerbau und die Teeplantagen gerodet wurde. Im Hochgebirge dagegen gibt es bis hinauf zur Baumgrenze noch weitflächige Waldgebiete.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum und Mittelalter gehörte es nacheinander zu verschieden buddhistischen und hinduistischen Reichen. Der heutige Distrikt war bis 1865 wechselhaft mal Teil von Bhutan, mal Teil von Sikkim. Zwischen 1865 und 1948 war der heutige Distrikt unter britischer Herrschaft. Von 1865 bis 1869 als Teil der Western Duars und danach bis 1948 als Teil des Distrikts Darjeeling in der Präsidentschaft Bengalen. Am 14. Februar 2017 trennte sich die östliche Hälfte des bisherigen Distrikts Darjeeling, die Subdivision Kalimpong, ab und wurde zum Distrikt Kalimpong.

Im Distrikt Darjeeling befindet sich der Ort Naxalbari, wo sich 1967 ein maoistisch inspirierter Bauernaufstand ereignete, der als Ausgangspunkt der Bewegung der Naxaliten gilt. Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus nepalesischstämmigen Gurkha. Im Distrikt sind seit Jahrzehnten mehrere miteinander konkurrierende Separatistenbewegungen aktiv, die insbesondere in den 1980er Jahren für ein autonomes Gorkhaland eintraten. Politische Slogans, die die Unabhängigkeit des Gurkhalandes von Westbengalen fordern, sowie die grün-weiß-gelbe Trikolore der Separatisten bestimmen das Bild der meisten Orte der Region, seit die Bewegung Ende der 2000er Jahre wieder aufgeflammt ist.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkung: der Distrikt wurde zwar in seinem heutigen Umfang erst 2017 geschaffen, doch gab es den Distrikt Darjeeling bereits im 19. Jahrhundert. Die Ergebnisse von 1901 bis 1961 sind im District Census Hand Book des Distrikts Darjeeling aus dem Jahr 1967 aufgeführt.[1] Die Ergebnisse ab 1971 sind die Ergebnisse der indischen Volkszählungen für die Subdivisionen im Distrikt Darjeeling und entsprechen dem alten Distrikt Darjeeling ohne die subdivision Kalimpong (=heutiger Distrikt Kalimpong).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung bereits stark. Trotz Seuchen, Krankheiten und Hungersnöten. Seit der Unabhängigkeit Indiens hält die starke Bevölkerungszunahme weiterhin an. Während die Bevölkerung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts um rund 63 % zunahm, betrug das Wachstum in den fünfzig Jahren zwischen 1961 und 2011 216 %. Die Bevölkerungszunahme zwischen 2001 und 2011 lag bei 15,26 % oder rund 211.000 Menschen. Offizielle Bevölkerungsstatistiken der heutigen Gebiete sind seit 1901 bekannt und veröffentlicht.

Jahr 1901 1911 1921 1931 1941 1951 1961 1971 1981 1991
Einwohner 224.269 230.379 234.144 263.858 311.857 366.176 504.114 647.239 865.543 1.109.653

Bedeutende Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Städte sind Kalimpong, Kurseong und Shiliguri, wobei Shiliguri (294.546 Einwohner im Distrikt Darjeeling) die mit Abstand größte ist. Allerdings liegen etliche Quartiere von Shiliguri (insgesamt 513.264 Einwohner) im Distrikt Jalpaiguri. Der Ort Mirik ist touristisch am bedeutsamsten. Im Distrikt gibt es 27 Orte, die als Städte (towns und census towns) gelten. Deshalb ist der Anteil der städtischen Bevölkerung im Distrikt relativ hoch. Denn 671.771 der 1.595.181 Einwohner oder 42,11 % leben in städtischen Gebieten.[2] Die vier Städte mit mehr als 25.000 Einwohnern sind:

Weitere Städte mit einer Einwohnerschaft von mehr als 10.000 Personen sind (Einwohnerzahl in Klammern): Bara Mohansingh (15.616), Tari (14.558), Cart Road (14.444), Dumriguri (13.416), Sonada Khasmahal (11.635), Mathapari (11.529), Mirik (11.513) und Bhimram (11.058).

Volksgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Indien teilt man die Bevölkerung in die drei Kategorien general population, scheduled castes und scheduled tribes ein. Die scheduled castes (anerkannte Kasten) mit (2011) 300.843 Menschen (18,86 Prozent der Bevölkerung) werden heutzutage Dalit genannt (früher auch abschätzig Unberührbare betitelt). Die scheduled tribes sind die anerkannten Stammesgemeinschaften mit (2011) 322.414 Menschen (20,21 Prozent der Bevölkerung), die sich selber als Adivasi bezeichnen. Zu ihnen gehören in Westbengalen 40 Volksgruppen. Da der heutige Distrikt Kalimpong 2011 noch zum Distrikt Darjeeling gehörte, ist eine Aufgliederung nach Volksgruppen nicht möglich (da die Zahlen nur bis Distriktshöhe aufgegliedert sind)[3].

Die anerkannten Stammesgemeinschaften sind in allen Blocks und allen Städten mit Ausnahme der Stadt Siliguri stark vertreten. Sie haben ihre Hochburgen in der Stadt Mirik (33,96 %) sowie den Blocks Rangli Rangliot (33,07 %), Kurseong (30,98 %), Mirik (30,79 %), Phansidewa (30,61 %) und Jorebunglow Sukiapokhri (30,03 %).

Der Distrikt innerhalb von Westbengalen

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt unteilt sich in die vier Subdivisionen Darjeeling (Sadar), Kurseong, Mirik und Siliguri und diese wiederum in die neun C.D. Blocks (etwa Landkreise) und die vier Stadtkreise Darjeeling, Kurseong, Mirik und Siliguri. Die tiefste Verwaltungsebene bilden die vier Municipalities (Stadtkreise) und die 92 Gram Panchayat (Dorfverwaltungen)[4].

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Darjeeling ist immer noch in hohem Maße landwirtschaftlich geprägt; in den größeren Städten gibt es Geschäfte, Handwerksbetriebe und Kleinindustrie sowie Banken, Hospitäler und weiterführende Schulen. In wenigen Städten gibt es zudem Industriegebiete.

Weltbekannt ist der Name des Distrikts vor allem wegen des Tees. Weite Gebiete im Hochland des Distrikts wurden für die Anlage von Teeplantagen gerodet. Im Tiefland herrscht dagegen die traditionelle Landwirtschaft mit dem Anbau von Getreide, Gemüse, Beeren und Obst vor. Die Hauptwirtschaftszweige sind der Tourismus, der Teeanbau sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Distrikt Darjeeling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. District Census Hand Book des Distrikts Darjeeling, Seite 29 (engl.; pdf)
  2. Einwohnerzahlen der Städte bei citypopulation
  3. Individual Scheduled Tribe Primary Census Abstract Data and its Appendix', Distrikt Darjeeling in den Grenzen von 2011 = heutige Distrikte Darjeeling und Kalimpong, Zeilen 131 bis 253 (engl.; excel)
  4. Info auf der Webseite des Distrikts