Purulia (Distrikt)

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Distrikt Purulia
পুরুলিয়া জেলা
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Westbengalen
Division: Burdwan
Verwaltungssitz: Purulia
Fläche: 6.259 km²
Einwohner: 2.930.515 (Zensus 2011)
Website: Distrikt Purulia

Der Distrikt Purulia oder Puruliya (Bengali: পুরুলিয়া জেলা) ist Teil des indischen Bundesstaats Westbengalen. Die Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Purulia.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vom Kangsabati-River und weiteren kleinen Flüssen durchflossene Distrikt Purulia grenzt im Süden, Westen und Nordwesten an den Bundesstaat Jharkhand, im Nordosten an den Distrikt Bardhaman sowie im Osten und Südosten an die Distrikte Bankura bzw. Pashchim Medinipur.[1] Die durchschnittliche Höhe liegt bei ca. 250 m ü. d. M.; die felsige Hügelkette der Ayodhya-Hills ragt jedoch bis über 650 m in die Höhe.[2]; das Klima ist meist schwül und vor allem in den Monsunmonaten Juni bis Oktober auch regenreich.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1991 geführt und veröffentlicht.[4]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 2.224.577 2.536.516 2.930.515

Hindus dominieren hauptsächlich in den Dörfern auf dem Lande (insgesamt ca. 81 % der Gesamtbevölkerung); in den Städten ist der Anteil von Moslems (insgesamt nur ca. 8 % der Gesamtbevölkerung) ebenfalls bedeutsam. Wie bei Volkszählungen im Norden Indiens üblich, übersteigt der männliche Bevölkerungsanteil den weiblichen um ca. 5 %. Etwa 87,5 % der Menschen leben in Dörfern auf dem Land und nur rund 12,5 % leben in Städten.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt ist immer noch in hohem Maße landwirtschaftlich orientiert; wobei jedoch wegen der relativen Höhenlage der Distrikt trockener und damit weniger ertragreich ist als das übrige Westbengalen. Es gibt jedoch eine wirtschaftlich bedeutende Seidenverarbeitung sowie mehrere Zementwerke. Die Hügelketten (hills) des Distrikts ziehen Ausflügler aus dem ansonsten flachen Süden Westbengalens an, die sich auch mit hier gefertigten Souvenirs (v. a. Lackarbeiten) eindecken.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joychandi-Rocks

Das fruchtbare Schwemmland im Gangesdelta hat die Menschen bereits früh zur Sesshaftigkeit veranlasst, doch finden sich die ältesten Zeugnisse menschlicher Existenz eher in den höher gelegenen Gebieten Westbengalens. Seit dem Mittelalter existieren vereinzelte Quellen, doch auch nach der Ankunft des Islam im 13. und 14. Jahrhundert blieb die vergleichsweise dünn besiedelte und nur wenig fruchtbare Landschaft weitestgehend außerhalb der Interessensphäre der Eroberer – es gibt zwar einige ältere Hindu- oder Jain-Tempel, doch keine historischen Moscheen. Im Jahr 1576 geriet Bengalen unter die Kontrolle des Mogulreichs, dessen Einfluss im 18. Jahrhundert sukzessive durch die Marathen und später durch die Briten abgelöst wurde.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsehenswürdigkeiten des Distrikts sind die Deul-Tempel von Banda, Pakbirra und Deulghata; diese stammen allesamt aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit und sind in hohem Maße von der Architektur Odishas beeinflusst. Das ehemalige Fort Garh Panchakot liegt im äußersten Norden des Distrikts; hier befinden sich mehrere Bengalische Tempel aus dem 17. und 18. Jahrhundert.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Purulia (Distrikt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Distrikt Purulia – Karte + Infos
  2. Distrikt Purulia – Karte mit Höhenangaben
  3. Distrikt Purulia – Klimatabellen
  4. Distrikt Purulia – Census 1991 bis 2011
  5. Distrikt Purulia – Census 2011
  6. Distrikt Purulia – Wirtschaft
  7. Distrikt Purulia – Geschichte
  8. Distrikt Purulia – Kultur etc.