Das andere Russland (Partei)

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Другая Россия
Das andere Russland
Logo der Partei 'Das andere Russland'
Entstehung Nationalbolschewistische Partei Russlands 1992
Gründung 10. Juli 2010
Gründungs­ort Moskau
Zeitung Totale Mobilisierung (Тотальная Мобилизация, Totalnaja Mobilisazija)
Aus­richtung Linksnationalismus
Nationalbolschewismus
Stalinismus[1]
Rechtsextremismus
Linksradikalismus
Neo-Eurasismus
Farbe(n) Rot
Website drugros.ru

Das andere Russland oder Anderes Russland (russisch Другая Россия, Transkription Drugaja Rossija; nicht zu verwechseln mit dem Parteienbündnis Das andere Russland) ist eine nicht registrierte russische Partei. Sie wurde am 10. Juli 2010 von Mitgliedern der verbotenen Nationalbolschewistischen Partei gegründet und gilt als deren Nachfolgeorganisation. Eine offizielle Registrierungs-Anfrage des Anderen Russlands wurde am 21. Januar 2011 vom russischen Justizministerium abgelehnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Juni 2010 kündigte Eduard Limonow an, dass am 10. Juli desselben Jahres der Gründungskongress seiner neuen Partei Anderes Russland stattfinden werde. Diese sei auf Grundlage des gleichnamigen Bündnisses und „mit dem Ziel der Teilnahme an den kommenden Parlamentswahlen“ entstanden.[2]

Am 10. Juli 2010 fand der Gründungskongress der Partei im Hotel Ismailowo in Moskau statt. An diesem nahmen 150 Delegierte aus 50 Regionen teil. Der Gesellschaftsvertrag und das Parteiprogramm wurden quasi einstimmig beschlossen. Zum Vorsitzenden der Partei wurde Eduard Limonow gewählt.[3][4] Am Eingang des Hotels versammelten sich einige Aktivisten der regierungstreuen Jugendorganisation Naschi, welche Plakate mit der Aufschrift „Gründungskongress einer faschistischen Partei“ in den Händen hielten.[5]

Am 20. Dezember 2010 stellten Alexander Awerin und Eduard Limonow einen Registrierungsantrag an das Justizministerium der Russischen Föderation. Nach etwa einem Monat wurde dieser mit der Begründung abgelehnt, dass der Gesellschaftsvertrag von Das andere Russland nicht mit dem föderalen Gesetz „Über politische Parteien“ übereinstimme. Eduard Limonow entgegnete daraufhin, dass der Gesellschaftsvertrag seiner Partei mit dem der registrierten Kommunistischen Partei der Russischen Föderation identisch und die Nummer auf dem Ablehnungsbescheid gefälscht sei. Das andere Russland bezeichnete die Ablehnung als „zutiefst politisch motiviert“ und gab bekannt, dass sie gegen die Entscheidung klagen wolle. Würde die Partei nicht registriert, würde man „trotzdem versuchen, an den Parlamentswahlen teilzunehmen“. Dies gelang allerdings nicht.

Im Rahmen der Krimkrise unterstützte die Partei die gegen den Euromaidan agierenden Kräfte im Osten der Ukraine. Im März 2020 starb Parteigründer Limonow.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konstantin Kaminskij: Stalin-Kult 2.0. Stalin-Kult in russischen Medien des 21. Jahrhunderts. In: Leonid Luks (Hrsg.): Der deutsch-sowjetische Krieg (= Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte. Nr. 16). 2012, ISBN 978-3-412-20881-3, ISSN 1433-4887, doi:10.7788/frm.2012.16.1.165 (uni-konstanz.de [PDF]).
  2. Limonow hat eine Partei gegründet (auf Russisch). Interfax. 10. Juli 2010. Abgerufen am 19. März 2017.
  3. Geburtstag (auf Russisch). Kasparov.ru. 10. Juli 2010. Abgerufen am 19. März 2017.
  4. Limonow ist bereit, ein glamouröser Politiker zu werden (auf Russisch). Nesawissimaja Gaseta. 12. August 2010. Abgerufen am 19. März 2017.
  5. In Moskau fand der Gründungskongress der Partei „Anderes Russland“ statt (auf Russisch). Echo Moskwy. 10. Juli 2010. Abgerufen am 19. März 2017.