Dasylirion

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Dasylirion
Dasylirion miquihuanense In Tamaulipas

Dasylirion miquihuanense
In Tamaulipas

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Nolinoideae
Gattung: Dasylirion
Wissenschaftlicher Name
Dasylirion
Zucc.

Dasylirion ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) gehört. Der botanische Name leitet sich von den griechischen Worten dasys für ‚dicht‘, ‚rau‘, ‚struppig‘ und leirion für ‚Lilie‘ ab und wurde vermutlich wegen der langen, ungeordneten Blätter gewählt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Dasylirion sind niedrig bleibende, stammbildende, ausdauernde Sträucher. Am Ende der dicken, unverzweigten Stämme, stehen endständig die Laubblätter in Rosetten zusammen. Manchmal sind die Blattrosetten mehr oder weniger stammlos. Die Blätter sind linealisch, hart und faserig. Ihr Rand ist fein gesägt oder stachelig oder unbewehrt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der verlängerte Blütenstand ist rispig, hat auffällige Brakteen und wird bis 6 Meter hoch. Der Blütenstiel ist an der Blütenbasis gegliedert. Die kleine, ausdauernde Blütenhülle ist weißlich. Die sechs Staubblätter sind bei weiblichen Blüten verkümmert. Der Fruchtknoten trägt zwei bis drei Samenanlagen. Der sehr kurze Griffel ist aufrecht. Die dünnwandigen Früchte sind kleine Kapseln, die nur einen Samen enthalten.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Dasylirion ist in Mexiko und im Süden der Vereinigten Staaten von Meereshöhe bis in Höhenlagen von 3000 Metern verbreitet. Die meisten Arten sind in Mexiko heimisch. Sie wachsen in den Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila, Nuevo León, Tamaulipas, San Luis Potosí, Durango, Sonora, Hidalgo, Puebla, Querétaro, Oaxaca, Aguascalientes, Zacatecas, Guanajuato, Jalisco, Guerrero und México. Im Süden der Vereinigten Staaten umfasst das Verbreitungsgebiet die Bundesstaaten New Mexico, Arizona und Texas.

Standorte sind trockene Waldgebiete und Buschformationen, Steppengebiete, im Grasland ebenso wie an steinigen, flachen oder steilen Hängen, mit kalkhaltigem oder vulkanischem Untergrund und auf Gipsdünen.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dasylirion gehört zur Tribus Nolineae aus der Unterfamilie der Nolinoideae in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen). Phylogenetische Untersuchungen bestätigten die bereits von William Trelease vermutete nahe Verwandtschaft mit den Gattungen Beaucarnea, Calibanus und Nolina[1]:

 Nolineae Klade 


Dasylirion


   

Beaucarnea


   

Calibanus




   

Nolina




Vorlage:Klade/Wartung/Breite

Alle vier Gattungen besitzen schmale, faserige Laubblätter, kleine, eingeschlechtige Blüten und trockene, kapselähnliche Früchte, die ein bis drei Samen enthalten. Sie unterscheiden sich vor allem in der Morphologie der Früchte. Nolina hat Früchte mit drei gut ausgebildeten Kammern und meist drei Samen. Calibanus hat ebenfalls dreikammerige Früchte, aber nur eine der drei Samenanlagen reift zu einem Samen heran und zerdrückt dabei die beiden anderen Kammern. Beaucarnea und Dasylirion bilden dreiflügelige Früchte mit nur einer Kammer und einem Samen. Dasylirion lässt sich leicht durch die spitzen Stacheln an den Blatträndern unterscheiden.[2]

Innere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dasylirion
Ausschnitt aus dem Blütenstand von Dasylirion serratifolium

Die Erstbeschreibung der Gattung erfolgte 1838 durch Joseph Gerhard Zuccarini.[3] William Trelease gliederte die Gattung 1911 in die beiden Sektionen Dasylirion und Quadrangulatae[4]. Fritz Hochstätter fügte 2011 die Sektion Glaucophylla hinzu.

Die Gattung Dasylirion ist nur unzureichend bekannt. Nach Fritz Hochstätter (2011) gehören zu ihr die folgenden Arten:[5]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David J. Bogler: Ph. D. Dissertation: Taxonomy and Phylogeny of Dasylirion (Nolinaceae). In: The University of Texas and Austin. 1994, S. 1–584
  • David J. Bogler: Systematics of Dasylirion: taxonomy and molecular phylogeny. In: Boletin de la Sociedad Botanica de Mexico. Band 56, 1995, S. 69–76
  • David J. Bogler, B. B. Simpson: Phylogeny of Agavaceae based on ITS rDNA sequence variation. In: American Journal of Botany. Band 83, 1996, S. 1225–1235, doi:10.2307/2446206.
  • David J. Bogler: Three new species of Dasylirion (Nolinaceae) from Mexico and a clarification of the D. longissimum complex. In: Brittonia. Band 50, Nummer 1, 1998, S. 71–86, doi:10.2307/2807720.
  • David J. Bogler: Dasylirion. In: Flora of North America. Band 26, 2003, S. 422, (online)
  • Fritz Hochstätter: Dasylirion Zucc. (Nolinaceae) Revisione del genere/Revision of the genus. Part 1. In: Piante Grasse. Band 31, Nr. 1, 2011, S. 21–26.
  • Fritz Hochstätter: Dasylirion Zucc. (Nolinaceae) Revisione del genere/Revision of the genus. Part 2. In: Piante Grasse. Band 31, Nr. 3, 2011, S. 106–122.
  • Fritz Hochstätter: Dasylirion Zucc. (Nolinaceae) Revisione del genere/Revision of the genus. Part 3. In: Piante Grasse. Band 31, Nr. 4, 2011, S. 147, 162–181.
  • Gary Irish: Agaves, yuccas, and related plants: A gardener’s guide. Timber Press, 2000, ISBN 0881924423. S. 44.
  • Paul S. Martin, David A. Yetman, Mark E. Fishbein, Philip D. Jenkins, Thomas R. Van Devender: Gentry´s Rio Mayo Plants. The University of Arizona Press, 1998, ISBN 0816517266, S. 48, S. 54, S. 172 und S. 491.
  • Joachim Thiede: Nomenclatural status of unranked names published by Trelease (1911) in Beaucarnea, Dasylirion, and Nolina (Asparagaceae-Nolinoideae). In: Phytoneuron. Nummer 2012-77, 13. August 2012, S. 1–4 (PDF).
  • William Trelease: The desert group Nolineae. Dasylirion. In: Proceedings, American Philosophical Society. Band 50, 1911, S. 431–441, (online).
  • C. C. Walker: Dasylirion. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Einkeimblättrige Pflanzen (Monocotyledonen). Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3662-7, S. 302–304.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. D. J. Bogler, B. B. Simpson: Phylogeny of Agavaceae based on ITS rDNA sequence variation. 1996, S. 1231.
  2. D. J. Bogler, B. B. Simpson: Phylogeny of Agavaceae based on ITS rDNA sequence variation. 1996, S. 1233–1234.
  3. Prof. Dr. Zuccarini: Ueber eine neue Gattung aus der Familie der Bromeliaceae nebst Anmerkungen über einige mexikanische Agaven. In: Allgemeine Gartenzeitung. Band 6, Nummer 33, 1838, S. 258, (online).
  4. William Trelease: The desert group Nolineae. Dasylirion. In: Proceedings, American Philosophical Society. Band 50, 1911, S. 440, (online).
  5. Fritz Hochstätter: Dasylirion Zucc. (Nolinaceae). Revision of the genus. Part 1. In: Piante Grasse. Band 31, Nummer 1, 2011, S. 21–26.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dasylirion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien