Dave Mustaine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dave Mustaine

David Scott „Dave“ Mustaine (* 13. September 1961 in La Mesa, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Sänger und Gitarrist. Er ist der Haupt-Songwriter der Band Megadeth.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mustaine, der über deutsche und französische Wurzeln verfügt, wuchs in verschiedenen Vororten in Süd-Kalifornien auf. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er ein Kind war.

Mustaine spielte als Jugendlicher Gitarre und war Mitglied der Band Panic. Diese verließ er 1981, da er ein Angebot der neu gegründeten Formation Metallica annahm, als Gitarrist an der Seite von Lars Ulrich, James Hetfield und dem Bassisten Ron McGovney zu spielen. 1983, kurz vor der Veröffentlichung des ersten Albums von Metallica, wurde ihm wegen Alkoholproblemen und persönlicher Differenzen mit seinen Band-Mitgliedern gekündigt. Er wurde zeitnah von Kirk Hammett ersetzt, der zuvor in der Gruppe Exodus spielte. Zu dieser Zeit bildete sich bei Mustaine eine größere Drogenproblematik heraus, die immer wieder seine spätere Karriere überschattete.

Mustaine gründete daraufhin mit David Ellefson die Metal-Band Megadeth. Mustaine, der seine Kündigung bei Metallica als persönlichen Affront betrachtete, vermied über die nächsten Jahre den persönlichen Kontakt mit seinen Ex-Bandkollegen. Vor allem mit James Hetfield, Leadsänger von Metallica, lieferte er sich fortan in Interviews, Begegnungen und Konzerten einen „Krieg“ der Worte.

1989 bestand die Mustaine Megadeth-Besetzung aus Marty Friedman an der Gitarre, Nick Menza am Schlagzeug und Dave Ellefson am Bass; Mustaine war Gitarristen und Sänger. Mit dieser Formation erlebten Megadeth ihren Höhepunkt zwischen 1992 und 1995 mit den Alben Countdown to Extinction und Youthanasia (bzw. Hidden Treasures).

Dave Mustaine gilt generell als schwierige Persönlichkeit mit starken narzisstischen Eigenschaften, die zudem durch seinen Drogenkonsum gefördert wurden. Viele seiner Bandkonstellationen hielten auch aus diesem Grund nicht lange.[1]

Ab 1996 spielte Mustaine neben Megadeth in dem Projekt MD.45 mit Lee Ving von der LA-Punk-Band Fear mit. Der Name setzt sich zusammen aus den umgedrehten Initialen von Dave Mustaine und Lee Ving, wobei V und L aus dem römischen Zahlensystem in arabische Ziffern übersetzt wurden. Die Band veröffentlichte das Album The Craving.

Er ist seit 1990 verheiratet und hat zwei Kinder.

Im Januar 2002 verletzte sich Mustaine am Nervus radialis, woraufhin er Megadeth kurzerhand auflöste. Die Verletzung zog er sich zu, als er auf einem Stuhl einschlief und den Arm darüber hängen ließ.[2] Er war gezwungen, kurzfristig das Gitarrespielen aufzugeben. Nachdem die Verletzung auskuriert war, schien Mustaine auch seine jahrelangen Drogenprobleme in den Griff bekommen zu haben. Laut eigener Aussage fand er persönliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens im christlichen Glauben. Im Jahr 2004 wurde er zum wiedergeborenen Christen. Auch Megadeth formierten sich in diesem Jahr wieder neu. Seit Mustaine sich zum Christentum bekennt, versuchte er mehrmals, Auftritte von okkulten und satanischen Bands wie Dissection und Rotting Christ zu verhindern[3][4] und distanziert sich seither von dem Song The Conjuring, einem Lied seines Albums Peace Sells… But Who’s Buying?, das er aufgrund seiner schwarzmagischen Inhalte nicht mehr live aufführen will;[5] der Gebrauch schwarzer Magie habe sein Leben ruiniert.[5]

Im Jahr 2009 schienen sich die Streitigkeiten zwischen Metallica und Dave Mustaine beigelegt zu haben, da Metallica beschlossen hatte, Mustaine zur Party anlässlich ihrer Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame einzuladen. Mustaine schrieb daraufhin einen offenen Brief, in dem er seine Glückwünsche zu diesem Erfolg der Band bekräftigte.[6] Eine erste Annäherung zwischen Lars Ulrich und Mustaine war bereits einige Jahre zuvor erfolgt; diese wird in dem Dokumentarfilm Metallica: Some Kind of Monster dargestellt. Zudem gab es 2009 Gerüchte, wonach Megadeth zusammen mit Metallica, Slayer und Anthrax auf Tour gehen wollten.[7]

2009 wurde das Megadeth-Album Endgame auf den Markt gebracht; Mustaine fungierte hier, wie schon auf älteren Veröffentlichungen, als Haupt-Songwriter.

2010 bewahrheiteten sich die Gerüchte aus dem Vorjahr, als Megadeth im Zuge der Sonisphere Festival-Tournee am 16. Juni in Warschau erstmals gemeinsam mit Metallica, Slayer und Anthrax als „The Big Four of Thrash“ auftrat. Weitere gemeinsame Konzerte im Rahmen der Tour folgten.[8] Der Auftritt vom 22. Juni 2010 im Wassil-Lewski-Nationalstadion wurde international, teilweise live, in rund 750 Kinos übertragen und im Oktober des Jahres als Konzert-DVD mit dem Titel The Big Four Live from Sofia, Bulgaria veröffentlicht.

Im August 2010 brachte Mustaine seine Autobiografie Mustaine: A Heavy Metal Memoir auf den Markt, die deutsche Übersetzung erschien im Juni 2011 unter dem Titel Mustaine: Mein wahres Ich.

Politische Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mustaine äußerte sich bereits vor seiner Zugehörigkeit zur christlichen Erweckungsbewegung in stark ablehnender Weise gegenüber Homosexuellen. Diese würden gegen die Bibel verstoßen und als Christ lehne er eine Ehe zwischen Homosexuellen ab.[9][10][11]

Bezüglich der illegalen Einwanderung von Mexikanern sagte er:

“The beauty is gone when you see Americans sleeping on sidewalks and it makes me sick to think we have assholes in this country letting fucking Mexicans in. Who needs this shit?”

„Mit der Schönheit ist es aus, wenn man Amerikaner auf dem Bürgersteig schlafen sieht, und mir wird übel, wenn ich mir vorstelle, dass wir Arschlöcher in diesem Land haben, die die verdammten Mexikaner reinlassen. Wer braucht diesen Scheiß?“

Dave Mustaine: Interview in Sounds

1988 verursachte Mustaine einen Tumult, als Megadeth in Nordirland ein Konzert gab und er „ungewollt“ seine Sympathie für die Irish Republican Army (IRA) bekundete.[12][13]

2004 äußerte er seine Sympathie für George W. Bush, da John Kerry das „Land ruinieren würde“.[14] 2011 nannte er Präsident Barack Obama „den Präsidenten, der die Nation am stärksten spaltete“. Obama würde seiner Auffassung nach Klassenkampf betreiben.[15] Im März 2012 äußerte er sich in der Fernseh-Show George Stroumboulopoulos Tonight dahingehend, dass Obama nicht in den USA geboren sei.[16]

Mustaine unterstützte in einem Interview Rick Santorums Präsidentschaftskandidatur 2012 und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, Santorum werde zum Präsidenten gewählt werden.[17][18][19]

Nach Amokläufen im Sommer 2012 warf er Obama vor, die Amokläufe inszeniert zu haben, um Schusswaffen zu verbieten. Obama würde Amerika so in einen „Nazi-Staat“ verwandeln.[20][21]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard Lexikon. Dortmund, 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 241 ff.
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.monstersandcritics.com( Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Dave Mustaine Biographie – Injury and breakup auf monstersandcritics.com), zugegriffen am 5. Oktober 2010.
  3. ROTTING CHRIST Mainman Feels ‘Sorry’ For MEGADETH’s DAVE MUSTAINE, 4. Februar 2007, abgerufen am 21. Februar 2013.
  4. DAN LILKER To DAVE MUSTAINE: ‘Break Up MEGADETH And Pursue Your New Love For Jesus On Your Own’. 22. Mai 2005, abgerufen am 21. Februar 2013.
  5. a b DAVE MUSTAINE: ‘I Got Into Witchcraft And Black Magic And It Ruined My Life’. 18. März 2011, abgerufen am 21. Februar 2013.
  6. Streitschlichtung zwischen Metallica und Dave Mustaine
  7. dravenstales.ch
  8. Photo Gallery From First 'Big Four' Show. In: blabbermouth.net. 17. Juni 2010, abgerufen am 5. Juli 2015.
  9. Roy Wilkinson: MegaDumb: Interview with Dave Mustaine. In: Sounds, 28. Mai 1988, S. 23.
  10. DAVE MUSTAINE Opposes Gay Marriage (Memento des Originals vom 20. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/legacy.roadrunnerrecords.com Blabbermouth.net, 17. Feb. 2012
  11. Megadeth's Dave Mustaine Is Not Necessarily Voting For Santorum, But He Does Oppose Gay Marriage, and Won’t Play Bass With Metallica (Memento des Originals vom 18. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blogs.seattleweekly.com von Chris Kornelis, Seattle Weekly. 15. Februar 2012.
  12. Dave Mustaine – Mustaine’s Terrorist Blunder ContactMusic, 12. November 2005 09:19
  13. Northern Ireland: Tim Wheeler reflects on the musical tradition of his home country The Guardian, 14. Februar 2008
  14. Dave Mustaine Says John Kerry Will ‘Ruin Our Country’. (Memento des Originals vom 9. Dezember 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com – 25. Okt. 2004, Blabbermouth.net
  15. DAVE MUSTAINE Says OBAMA Is ‘The Most Divisive President We’ve Ever Had’. Roadrunnerrecords.com. Archiviert vom Original am 27. Oktober 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com Abgerufen am 8. November 2011.
  16. Megadeth singer gives Santorum a thumbs-up, CBC.ca. 26. März 2012. 
  17. Ethan Sacks: Megadeth’s Dave Mustaine endorses Rick Santorum for President – big change for one-time GOP critic, NEW YORK DAILY NEWS. 15. Februar 2012. 
  18. Megadeath(sic!) frontman wants to see Rick Santorum in the White House, report says. In: Fox News, News Core, 15. Februar 2012. Abgerufen im 25. Februar 2012. 
  19. Interview: Megadeth’s Dave Mustaine talks guitar, politics and today’s music, MusicRadar.com, 14. Februar 2012
  20. Matt Ferner: Dave Mustaine, Megadeth Singer, Says Obama ‘Staged’ Aurora Shooting, Sikh Temple Shooting To Pass A Gun Ban, Huffington Post. 08/15/2012. 
  21. Marah Eakin: Dave Mustaine thinks Obama staged the shootings in Colorado and Wisconsin. The AV Club. Abgerufen am 16. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dave Mustaine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien