St. Anger

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Dieser Artikel behandelt das Album der Band Metallica. Für das gleichnamige Lied auf dem Album, siehe St. Anger (Lied).
St. Anger
Studioalbum von Metallica
Veröffentlichung 5. Juni 2003
Aufnahme 1. Mai 2002 – 8. April 2003
Label Elektra Records
Format CD, LP
Genre Heavy Metal, Alternative Metal[1]
Anzahl der Titel 11
Laufzeit 75:08

Besetzung

Produktion Bob Rock, Metallica
Studio Headquarters Studio, San Rafael, Kalifornien (USA)
Chronologie
S&M
(1999)
St. Anger Death Magnetic
(2008)
Singleauskopplungen
27. Mai 2003 St. Anger
15. September 2003 Frantic
12. Januar 2004 The Unnamed Feeling
13. Juli 2004 Some Kind of Monster (EP)

St. Anger (engl. für: „Sankt Zorn“) ist das neunte Studioalbum der US-amerikanischen Heavy-Metal-Band Metallica. Es sollte zunächst am 10. Juni 2003 erscheinen, wurde jedoch wegen einiger Lieder, die vorab im Internet kursierten, bereits am 5. Juni herausgegeben.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Anger wurde von Bob Rock produziert und im Headquarters Studio in San Rafael, Kalifornien aufgenommen.

Das Album entstand in einem Gefühl der inneren Zerrissenheit innerhalb des Bandgefüges. Bassist Jason Newsted war gerade ausgestiegen, um sich seinem Nebenprojekt Echobrain zu widmen. Er geriet im Vorfeld mit James Hetfield aneinander, dem das Engagement in Newsteds Zweitband nicht gefiel. Um die Band zu retten, wurde mit Phil Towle ein Psychotherapeut engagiert. Gleichzeitig begab sich Hetfield in Therapie, um seinen Alkoholmissbrauch in den Griff zu bekommen. Die Studioarbeiten konnten erst im Frühjahr 2002 beginnen. Von den Therapiesitzungen handelt der Film Some Kind of Monster, der 2004 veröffentlicht wurde.

Da die Band zur Zeit der Aufnahmen keinen festen Bassisten hatte, wurden die Bassspuren aushilfsweise von Produzent Bob Rock eingespielt. Als Nachfolger des früheren Bassisten Jason Newsted wählte man Anfang 2003 Robert Trujillo, der zwar im CD-Booklet schon als Bandmitglied aufgeführt wird, aber nicht auf St. Anger zu hören ist, sondern nur auf der dem Digipak beigefügten Zusatz-DVD mit Live-Aufnahmen verschiedener Studiosessions, die zusammengefügt die Songs des kompletten Albums wiedergeben.

Zum ersten Mal in Metallicas Karriere trugen auch Kirk Hammett und Lars Ulrich Textteile zum Album bei. Auch Bob Rock nahm Einfluss auf die Songs.

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album ist eine deutliche Abkehr von den Vorgängeralben Load und ReLoad. Das Album ist härter und simpler als die beiden Alben, jedoch schlägt die Band nicht die alte melodische Thrash-Metal-Richtung ein, die sie in den achtziger Jahren spielte. Der Sound ist roh und weniger aufwändig produziert, was durch die für Metallica außergewöhnlich tiefe Gitarrenstimmung (Drop-C) noch verstärkt wird.

Auffällig ist des Weiteren, dass keine Gitarrensoli zu hören sind, die in der Vergangenheit zu den festen Bestandteilen eines Metallica-Songs zählten. Kirk Hammett begründete dies damit, dass auf dem Album kein Bandmitglied besonders hervorstechen sollte; einige probeweise eingespielte Soli erwiesen sich zudem als unpassend, sodass man letztlich komplett darauf verzichtete. Die Lieder sind zwar lang, es finden sich jedoch viele Breaks und Tempowechsel auf dem Album. Ferner werden häufig Verse nicht- oder kaum variiert mehrfach verwendet, beispielsweise auf dem Titeltrack.

Viele Kritiker bemängelten den Schlagzeugsound, zurückzuführen auf die Snare Drum, deren Schnarrsaiten nicht gespannt sind, wodurch ein äußerst knallender, blecherner Klang entsteht. [2]

„Es war die Absicht, roh zu klingen. Für mich hört es sich sehr kraftvoll an. Wir wollten es einfach so ehrlich und pur wie möglich halten, denn so ist einfach der Sound, wie wir klingen, ohne all die großen Produktionstechniken.“

Kirk Hammett im Interview auf laut.de[3]

„Wir wollten es so klingen lassen, als wenn eine Band zum ersten Mal in der Garage zusammenkommt. Nur, dass die Band Metallica heißt.“

Bob Rock im Interview auf der Some-Kind-of-Monster-DVD

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Songs von: Hammett, Hetfield, Rock, Ulrich

  1. Frantic – 5:50
  2. St. Anger – 7:21
  3. Some Kind of Monster – 8:25
  4. Dirty Window – 5:24
  5. Invisible Kid – 8:30
  6. My World – 5:45
  7. Shoot Me Again – 7:10
  8. Sweet Amber – 5:27
  9. The Unnamed Feeling – 7:09
  10. Purify – 5:13
  11. All Within My Hands – 8:48

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Anger wurde in mehreren Editionen in Deutschland veröffentlicht:

  • Jewelcase Version
  • Jewelcase Limited Version (inklusive der DVD)
  • Digipack Limited Version (inklusive der DVD, hat 2 verschiedene Aufkleber)
  • Vinyl-2-12"-Platten.

Charterfolge und Verkaufszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[4]
St. Anger
  DE 1 16.06.2003 (21 Wo.)
  AT 1 15.06.2003 (19 Wo.)
  CH 2 15.06.2003 (20 Wo.)
  UK 3 14.06.2003 (16 Wo.)
  US 1 21.06.2003 (23 Wo.)
Singles
St. Anger
  DE 15 07.07.2003 (9 Wo.)
  AT 17 06.07.2003 (10 Wo.)
  CH 28 27.07.2003 (8 Wo.)
  UK 9 05.07.2003 (10 Wo.)
Frantic
  DE 21 29.09.2003 (6 Wo.)
  AT 30 28.09.2003 (5 Wo.)
  CH 57 12.10.2003 (5 Wo.)
  UK 16 04.10.2003 (5 Wo.)
The Unnamed Feeling
  DE 24 26.01.2004 (7 Wo.)
  AT 42 25.01.2004 (4 Wo.)
  CH 47 25.01.2004 (6 Wo.)
  UK 42 24.01.2004 (2 Wo.)
Some Kind of Monster (EP)
  DE 65 13.09.2004 (3 Wo.)
  AT 40 12.09.2004 (5 Wo.)
  CH 71 12.09.2004 (1 Wo.)
  US 37 31.07.2004 (6 Wo.)

St. Anger stieg am 16. Juni 2003 auf Platz 1 in die deutschen Charts ein, belegte sechs Wochen lang die Chartspitze und konnte sich insgesamt 21 Wochen in den Top 100 halten.[5] In Österreich, den Vereinigten Staaten, Australien, Portugal, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Neuseeland erreichte das Album ebenfalls Rang 1.[6]

St. Anger erhielt noch im Erscheinungsjahr für mehr als zwei Millionen verkaufte Einheiten in den Vereinigten Staaten eine 2-fache Platin-Schallplatte.[7]

Land Auszeichnungen Verkäufe
ArgentinienArgentinien Argentinien Gold record icon.svg Gold 20.000
AustralienAustralien Australien Double Platinum disc icon.png Doppelplatin 140.000
BelgienBelgien Belgien Gold record icon.svg Gold (25.000)
BrasilienBrasilien Brasilien Gold record icon.svg Gold 50.000
DeutschlandDeutschland Deutschland Double Platinum disc icon.png Doppelplatin (400.000)
EuropaEuropa Europa Platinum disc icon.png Platin 1.000.000
FinnlandFinnland Finnland Platinum disc icon.png Platin (35.725)
FrankreichFrankreich Frankreich Gold record icon.svg Gold (100.000)
GriechenlandGriechenland Griechenland Gold record icon.svg Gold (10.000)
KanadaKanada Kanada Double Platinum disc icon.png Doppelplatin 200.000
NeuseelandNeuseeland Neuseeland Double Platinum disc icon.png Doppelplatin 30.000
OsterreichÖsterreich Österreich Platinum disc icon.png Platin (20.000)
PolenPolen Polen Gold record icon.svg Gold (20.000)
SchwedenSchweden Schweden Platinum disc icon.png Platin (60.000)
SchweizSchweiz Schweiz Platinum disc icon.png Platin (40.000)
UngarnUngarn Ungarn Gold record icon.svg Gold (10.000)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Gold record icon.svg Gold (100.000)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Double Platinum disc icon.png Doppelplatin 2.000.000
Insgesamt Gold record icon.svg 8 × Gold
Platinum disc icon.png 15 × Platin
3.440.000

Singleauskopplungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Anger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Anger erschien am 27. Mai 2003 noch vor Veröffentlichung des Albums. Es existieren mehrere Versionen der Single mit unterschiedlicher Trackliste. Auch eine Vinyl-Version wurde gepresst. Die B-Seiten sind als Tribut an Joey Ramone zu verstehen, der während Metallica St. Anger aufnahmen, verstarb. Die Single erreichte in Deutschland Platz #15 der Single-Charts und war die erfolgreichste des Albums. In England erreichte sie die Top 10 auf Platz #9. Das Video zur Single wurde im San Quentin State Prison unter der Regie der Malloy-Brüder gedreht. Es zeigt die Band live vor den Häftlingen des Gefängnisses. Zum ersten Mal ist auch Robert Trujillo zu sehen.

CD Single 1

  1. St. Anger
  2. Commando (Ramones-Coverversion)
  3. Today Your Love, Tomorrow the World (Ramones-Coverversion)
  4. St. Anger (Radio Edit)

CD Single 2

  1. St. Anger
  2. Now I Wanna Sniff Some Glue (Ramones-Coverversion)
  3. Cretin Hop (Ramones-Coverversion)
  4. St. Anger - Music Video

12" Vinyl

  1. St. Anger
  2. We’re a Happy Family (Ramones-Coverversion)

Frantic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Single Frantic erschien am 15. September 2003. Die Single erschien in verschiedenen Ländern mit länderspezifischen Livetracks. In Deutschland erschienen zwei limitierte Versionen, die als Bonus zwei bzw. einen Livetrack vom Rock-am-Ring-Festival 2003 enthielten.

Limited Edition #1

  1. Frantic (Hetfield/Ulrich/Hammett/Rock)
  2. Harvester of Sorrow (Live) (Hetfield/Ulrich)
  3. Welcome Home (Sanitarium) (Live) (Hetfield/Ulrich/Hammett)

Limited Edition #2

  1. Frantic (Hetfield/Ulrich/Hammett/Rock)
  2. No Remorse (Live) (Hetfield/Ulrich)

The Unnamed Feeling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Unnamed Feeling erschien am 12. Januar 2004. In Deutschland ist eine 2-CD-Limited-Edition erhältlich.

CD Single 1

  1. The Unnamed Feeling
  2. The Four Horsemen (Live at le Bataclan, Paris, 2003)
  3. Damage, Inc. (Live at le Bataclan, Paris, 2003)
  4. The Unnamed Feeling (Video)

CD Single 2

  1. The Unnamed Feeling
  2. Hit the Lights (Live at le Trabendo, Paris, 2003)
  3. Ride the Lightning (Live at le Bataclan, Paris, 2003)
  4. Motorbreath (Live at le Boule Noire, Paris, 2003)

Some Kind of Monster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Some Kind of Monster wurde im Juli 2004 als Begleit-Single zum gleichnamigen Dokumentarfilm Metallica: Some Kind of Monster veröffentlicht. Sie erschien als EP. Die Live-Lieder sind identisch mit denen der amerikanischen The Unnamed Feeling-EP.

  1. Some Kind of Monster – 8:28
  2. The Four Horsemen (Live) – 5:22
  3. Damage, Inc. (Live) – 5:00
  4. Leper Messiah (Live) – 5:57
  5. Motorbreath (Live) – 3:21
  6. Ride the Lightning (Live) – 6:42
  7. Hit the Lights (Live) – 4:14
  8. Some Kind of Monster (Edit) – 4:17

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.ultimate-guitar.com/reviews/compact_discs/metallica/st_anger/index.html
  2. http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/m/metallica/st_anger/index.htm laut.de
  3. http://laut.de/vorlaut/interviews/2003/08/19/05382/index.htm
  4. Chartplatzierungen: DE AT CH UK US
  5. Chartverfolgung St. Anger auf offiziellecharts.de
  6. Internationale Chartverfolgung St. Anger
  7. US: 2x Platin