Delstern

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Delstern
Stadt Hagen
Koordinaten: 51° 20′ 38″ N, 7° 30′ 28″ O
Höhe: 130 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. April 1901
Postleitzahl: 58091
Vorwahl: 02331
Fachwerkhauszeile Delsterner Straße
Fachwerkhauszeile Delsterner Straße
Astrid-Lindgren-Grundschule

Delstern ist der Name eines Ortsteils der kreisfreien Großstadt Hagen im östlichen Ruhrgebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung durch Jäger und Ackerbauern es in der Delsterner Gemarkung schon während der Altsteinzeit vor etwa 7.000 Jahren.[1]

In Delstern auf der „Kuhweide“ förderten archäologische Ausgrabungen die Reste einer mittelalterlichen Handwerkersiedlung zutage. Neben Scherben aus dem 9. bis 13. Jahrhundert entdeckte man auch Hinweise auf eine Produktion von Messerklingen.

Urkundlich erwähnt wurde Delstern erstmals im Jahr 1296, als der Ritter Dietrich von Volmarstein den Gebrüdern Friedag einen Hof in Delsterhusen und die Fischereirechte in der Volme übertrug.[2]

1486 waren in der Delsterner Burschop (= Delsterner Bauerschaft) bereits 19 Höfe vorhanden. Handel und Handwerk hatten sich entwickelt, Hans Delsterhusen war bereits 1427 im flandrischen Brügge tätig.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde mit der Erzgewinnung begonnen. Tonnis von Lahr (Anton von Laer in Herbeck) legte 1596 einen Schacht unter dem Roten Siepen unterhalb des Struckenbergs – heute etwa am Kreuzungspunkt von Volmeabstieg und Volmestraße zur Gewinnung von Eisenerz an.

1692 errichtete Mathias Vorster aus Mülheim-Broich die erste Papiermühle. Schon 1741 wird eine zweite Papiermühle erwähnt, die ebenfalls hier entstand.

1745 betrieben Harkort und Rupe einen Stabeisenhammer (später Federnfabrik Kürschner), und Höfinghoff (1718–1795)[3] und Schmidt gründeten 1809 ein Sensenwerk in der Lücköge. Die Gebrüder Refflinghaus errichteten 1816 einen Rohstahlhammer in der Oege (später Schoeneweiss & Co.).[4]

Der 1883 gegründete Delsterner Turnverein feierte 2008 sein 125-jähriges Bestehen.

Am 1. April 1901 wurde Delstern zusammen mit Eckesey und Eppenhausen eingemeindet.[5]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist das denkmalgeschützte Eduard-Müller-Krematorium

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Delsterner Turnverein 1883 e.V.: 125 Jahre: Festschrift. 2008, S. 3–7: Die Geschichte des Stadtteils Delstern. (Online, PDF)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turnverein, Festschrift 125 Jahre, S. 3.
  2. Turnverein, Festschrift 125 Jahre, S. 4.
  3. Vermerk lt. Sippenbuch Hoefinghoff war Joh. Heinr. Hoefinghoff gt. Pottmann, Sensenschmied, Haspe - 1.8.1718Hg. (23) °°(1742) +6.7.1795 Hg (131) Sohn Kasp. Heinr. Höfinghoff Sensenschmied, Haspe Hg (16)
  4. Turnverein, Festschrift 125 Jahre, S. 6.
  5. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 226, 229 und 232.