Eilpe

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Katholische Kirche Herz Jesu in Eilpe
Sensenhammer im LWL-Freilichtmuseum
Denkmalgeschütztes Haus an der Selbecker Straße

Eilpe ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Eilpe/Dahl der kreisfreien Großstadt Hagen in Nordrhein-Westfalen. Die ehemalige eigenständige Gemeinde Eilpe wurde 1876 zusammen mit dem Stadtteil Wehringhausen eingemeindet. 2021 lebten 12.058 Einwohner in den beiden Wohnbezirken Eilpe-Nord und Eilpe-Süd/Selbecke.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt südöstlich des Stadtzentrums von Hagen überwiegend am linken Ufer der Volme. Östlich angrenzend liegt der Stadtteil Delstern, südwestlich der Stadtteil Selbecke und nordöstlich der Stadtteil Emst. Durch Eilpe führt die Bundesstraße 54 und die Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen. Über eine das Volmetal überquerende Zubringerstraße ist der Stadtteil mittels der Autobahnanschlussstelle Hagen-Süd an die Bundesautobahn 45 angeschlossen. Südwestlich liegt das Landschaftsschutzgebiet Selbecke und südlich das Landschaftsschutzgebiet Eilper Berg/Langenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eilpe zählt zu den alten Siedlungsstätten im Raum Hagen. Auf dem Bergrücken am „Riegerbusch“ wurden Spuren eines mittelsteinzeitlichen Siedlungsplatzes von vor rund 10.000 Jahren gefunden.

Urkundlich erstmals erwähnt ist ein Eilper Hof im Jahr 1019 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs II. an den Erzbischof von Köln, Abt des Klosters zu Deutz, wahrscheinlich ein Unterhof des Oberhofes Hagen. Um diesen Deutzer Hof an der Mündung des Eilper Baches in die Volme entstanden nach und nach weitere Höfe und Kotten, die entweder zu einem Haupthof gehörten oder sich selbständig machten.[2]

Die Bauerschaft Eilpe gehörte im Kirchspiel und Gericht Hagen zur Grafschaft Mark. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 werden in der Eylper Burschop 16 steuerpflichtige Hofbesitzer mit einer Abgabe zwischen 1 oirt (¼ Gg) und 8 Goldgulden genannt.[3]

Noch vor 1827 wurde der Nachbarort Selbecke nach Eilpe eingemeindet.

In Eilpe standen einige der ersten Rohstahlhämmer in der Grafschaft Mark.[4] Aufgrund der Bevölkerungszunahme, der gleichzeitigen Industrialisierung und der immer stärkeren Verflechtung mit der Stadt Hagen stimmte der Gemeindevorstand von Eilpe am 28. Mai 1875 einer Eingemeindung in die Stadt Hagen zu. Die Eingemeindung von Eilpe trat am 1. Januar 1876 in Kraft.[5]

Seit 1920 gibt es den Friedhof der Jüdischen Gemeinde Hagen an der Hohle Straße.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2021 lebten 12.058 Einwohner in Eilpe.[6]

Strukturdaten der Bevölkerung in Eilpe (2021):

  • Bevölkerungsanteil der unter 20-Jährigen: 19,8 % (Hagener Durchschnitt: 19,9 %)[7]
  • Bevölkerungsanteil der mindestens 60-Jährigen: 28,6 % (Hagener Durchschnitt: 28,7 %)[8]
  • Ausländeranteil: 21,9 % (Hagener Durchschnitt: 21,6 %)[9]

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eilpe befindet sich das Historische Centrum Hagen mit dem Stadtmuseum, dem Stadtarchiv und dem Westfälischen Musik- und Literaturarchiv. Ferner die Galerie Hagenring und im Stadtteil Selbecke das LWL-Freilichtmuseum Hagen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für einen wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes sorgte 1661 die Ansiedlung von Klingenschmieden aus Solingen in Eilpe, deren 1665 errichteten Wohnhäuser als Lange Riege zum Teil heute noch erhalten sind. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden hier Messer- und Schwertklingen produziert. Demgegenüber entstand mit der Papierherstellung in den 1696 von Matthias Vorster begründeten Papiermühlen bei Delstern ein Gewerbezweig mit Exportbeziehungen nach Russland und in viele europäische Länder, sowie während des 18. Jahrhunderts auch nach Nordamerika. Südlich von Eilpe wird noch heute im Steinbruch bei Ambrock Grauwacke abgebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eilpe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eilpe im Kulturatlas Westfalen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen der Stadtteile
  2. Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Solbach: Hagen – Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Klartext Verlag, Essen 2008, S. 88
  3. Aloys Meister (Hrsg.): Die Grafschaft Mark, Dortmund 1909, S. 51.
  4. Walter Vollmer: Westfälische Städtebilder. Berichte und Betrachtungen. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1963, S. 207.
  5. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 230.
  6. Bevölkerungszahlen der Stadtteile
  7. Anteil der Bevölkerung unter 20 Jahren
  8. Anteil der Bevölkerung von 60 Jahren und älter
  9. Ausländeranteil in den Stadtteilen

Koordinaten: 51° 21′ N, 7° 30′ O