Priorei (Hagen)

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Die 1000-jährige Priorlinde

Priorei ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Eilpe/Dahl der kreisfreien Stadt Hagen in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Priorei liegt im Volmetal südlich vom Stadtteil Dahl und nördlich vom Stadtteil Rummenohl. In Priorei mündet der Epscheider Bach in die Volme. Durch den Ort führt die Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen und die Bundesstraße 54. Umgeben im Osten vom Landschaftsschutzgebiet Brantenberg, Stapelberg und im Westen vom Landschaftsschutzgebiet westlich Priorei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Priorei ist erst sehr spät nachzuweisen. Im Jahre 1687 im Dahler Taufregister erstmals erwähnt mit Jacob an der priori, dem ein Sohn geboren wurde. Später wurde 1696 und 1743 noch ein Peter an der priorey erwähnt. Danach erst wieder 1775 mit einem Hammerwerk an der Volme.[1] In diesen Zeiten gehörte Priorei im Kirchspiel Dahl und Gericht Hagen zur Grafschaft Mark.

Der Schulunterricht wurde zuerst in einem gemieteten Zimmer auf der Rehbecke gehalten. Ein erstes Gebäude der evangelischen Volksschule 1839 in der Kluse errichtet. 1885 wurde das Schulhaus von der Gemeinde Breckerfeld gekauft um es als Stationsgebäude für den beabsichtigten Bahnhof Breckerfeld zu nutzen. Ein neues Schulgebäude wurde dann an der Landstraße auf der linken Volmeseite erbaut und 1886 eingeweiht. Die Schule hatte um 1900 drei Klassen, zwei Lehrer und 150 Schüler.[2]

Von 1872 bis 1897 gab es in Priorei die Breitwarenfabrik Griesenbeck & Heuser. Ab 1897 die Werkzeugfabrik Carl Kretschmar und die Firma Carl Halverscheidt, Gesenkschmiede und Stanzwerk, gegründet 1874 in Voerde.[3] Außerdem gab es die Maschinenfabrik Gebr. Vitte und von 1932 bis 1998 die Schraubenfabrik Walter Rüggeberg (heute in Breckerfeld).

Bekannt ist Priorei vor allem durch die Priorlinde, eine Kandelaberlinde mit einem geschätzten Alter von 1000 Jahren.[4] Sie wurde 1947 unter Naturschutz (ED 10) gestellt. Ihr Stammumfang beträgt 750 cm, ihre Höhe betrug etwa 25 m, ihr Kronendurchmesser 30 m, wovon aber nur noch ein „bemitleidenswerter Torso“[5] übrig geblieben ist.

Der Ortsname Priorei deutet auf ein Kloster hin, das dort jedoch niemals existiert hat. Die Ableitung des Namens aus dem Althochdeutschen deutet auf einen uralten Gerichts- und Thingplatz hin, der eben von einer Linde beherrscht wurde.

Am 1. Januar 1970 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Dahl, bestehend aus den Ortsteilen Dahl, Priorei und Rummenohl in die Stadt Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Kreis eingemeindet.[6] Bereits mit Wirkung vom 1. Januar 1975 beschloss der Landtag Nordrhein-Westfalen die Umgemeindung dieses Gebiets in die Stadt Hagen.[7]

Bis 1979 gab es im Ort einen Haltepunkt an der Volmetalbahn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Priorei (Hagen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Böhm: Geschichten um Dahl, in: hagen-dahl.de, Kategorie: Rummenohl, Priorei, Ambrock, pdf [1]
  2. Anton Meier: Geschichte und Urkundenbuch des Amtes Breckerfeld im Landkreise Hagen (Westfalen), 2. Band, Hagen 1908, Seite 44/45
  3. Andreas Berger: Die Industrialisierung im Hagener Raum zwischen 1815 und 1914, in: Untersuchungen zur Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte, Band 27, Dortmund/Münster 2009
  4. „Priorlinde in Hagen-Priorei“ im Baumregister bei www.baumkunde.de
  5. Tafelinschrift vor der Linde
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329.

Koordinaten: 51° 17′ N, 7° 31′ O