Deutsche Krankenhausgesellschaft

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Deutsche Krankenhausgesellschaft
(DKG)
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Zweck: Bundesweite Interessenvertretung und Zusammenschluss von Spitzen- und Landesverbänden der Krankenhausträger. Sie unterstützt ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und auf dem Gebiet des Krankenhauswesens in Deutschland
Präsident: Thomas Reumann
Gründungsdatum: 1949
Mitgliederzahl: 28 Mitgliedsverbände
Sitz: Berlin
Website: dkgev.de

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG) ist ein gemeinnütziger Interessen- und Dachverband von Spitzen- und Landesverbänden der Krankenhausträger. Sitz der DKG ist in Berlin, zuvor bis 2004 in Düsseldorf.

Gegründet wurde die DKG 1949 auf Initiative des damaligen Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städtetages und der damaligen Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände, Peter van Aubel.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptaufgabe des Vereins ist, ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer gesetzlich aufgetragenen Aufgaben auf dem Gebiet des Krankenhauswesens zu unterstützen. Die DKG kümmert sich dabei vor allem um grundsätzliche Fragen, die nicht nur einzelne Träger oder Verbände betreffen.

In nationaler und internationaler Zusammenarbeit mit anderen Institutionen des Gesundheitswesens setzt sie sich für die Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser ein und unterstützt bzw. berät staatliche Körperschaften sowie Behörden bei der Umsetzung von Gesetzen. Als Dachverband der Träger der Krankenhäuser setzt sich die DKG auch in der Politik (vgl. Lobbyismus) für deren Interessen ein.

In der Deutschen Demokratischen Republik erfolgte am 31. August 1990 vor der Wiedervereinigung Deutschlands die Gründung der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (KGSAN), indem 60 von 80 Krankenhausträger aus den DDR-Bezirken Halle und Magdeburg zustimmten. Die KGSAN wurde als erstes Mitglied aus den neuen Bundesländern am 18. September 1990 in der DKG aufgenommen.

Der Verein vertritt Deutschland seit 1995 bei HOPE - European Hospital and Healthcare Federation und übernimmt hierbei unter anderem die nationale Koordination für den HOPE-Austausch in Europa.

Im Jahr 2000 war die DKG mit der Bundesärztekammer, den GKV-Spitzenverband sowie dem Verband der Privaten Krankenversicherung Gründungsmitglied des Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH (BQS).

2001 war die DKG zusammen mit dem GKV-Spitzenverband und dem Verband der Privaten Krankenversicherung Gründungsmitglied des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), dass die Deutschen Kodierrichtlinien festlegt.

Seit 2004 stellt sie als Verhandlungs- und Vertragspartner der deutschen Sozialversicherungsträger zwei stimmberechtigte Mitglieder im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dem Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands nach § 91 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V).

Der Verein vergibt in Zusammenarbeit mit dem GKV-Spitzenverband auch größere Evaluations- und Forschungs-Aufträge, zum Beispiel den vom Dezember 2008 zur Auswirkung der DRG-Fallpauschalen in den deutschen Krankenhäusern. [1]

Der Verein veröffentlicht eine eigene Fachzeitschrift ("das Krankenhaus").

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vereinigung sind 28 Mitgliedsverbände, bestehend aus 12 Spitzenverbänden von Krankenhausträgern und 16 Landesverbänden von Krankenhausträgern (Landeskrankenhausgesellschaften) organisiert.

Spitzenverband Sitz
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V. (AWO) Berlin
Bundesverband Deutscher Privatkliniken e. V. (BDPK) Berlin
Deutscher Caritasverband e. V. Freiburg im Breisgau
Deutscher Landkreistag Berlin
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband e. V. Berlin
Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB) Berlin
Deutscher Städtetag (DST) Köln und Berlin
Deutsches Rotes Kreuz e. V. (DRK) Berlin
Deutsche Rentenversicherung Bund Berlin
Diakonie Deutschland e.V. Berlin
Verband der Universitätsklinika Deutschlands e. V. (VUD) Berlin
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. (ZWST) Frankfurt am Main

Landeskrankenhausgesellschaften (ebenfalls Mitglieder der DKG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landeskrankenhausgesellschaft Leitung Sitz Gründungsdatum und Ort
Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e. V. Matthias Einwag Stuttgart 11. Februar 1953
Bayerische Krankenhausgesellschaft e. V. Siegfried Hasenbein München November 1950
Berliner Krankenhausgesellschaft e. V. Uwe Slama Berlin
Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg e.V. Jens-Uwe Schreck Potsdam 25. Oktober 1990 in Cottbus
Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen e.V. Uwe Zimmer Bremen
Hamburgische Krankenhausgesellschaft e.V. Claudia Brase Hamburg
Hessische Krankenhausgesellschaft e.V. Rainer Greunke Eschborn 1948
Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. Wolfgang Gagzow Schwerin 12. Oktober 1990 in Ludwigslust
Niedersächsische Krankenhausgesellschaft e.V. Helge Engelke Hannover
Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. Matthias Blum Düsseldorf
Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. Friedrich W. Mohr Mainz
Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V. Günter Möcks Saarbrücken 27. Oktober 1950
Krankenhausgesellschaft Sachsen e.V. Stephan Helm Leipzig 6. Oktober 1990 in Dresden
Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. Gösta Heelemann Halle (Saale) 31. August 1990 in Halle
Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. Bernd Krämer Kiel 1947
Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen e. V. Michael Lorenz Erfurt 28. November 1990 in Weimar

Liste der Präsidenten der DKG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Präsident
2015– Thomas Reumann
2012–2014 Alfred Dänzer
2006–2011 Rudolf Kösters (Wiederwahl 2008)
2004–2005 Wolfgang Pföhler (2. Amtszeit)
2002–2003 Burghard Rocke
2000–2001 Volker Odenbach
1998–1999 Wolfgang Pföhler
1996–1997 Jürgen Gohde
1994–1995 Konrad Regler (2. Amtszeit)
1992–1993 Roland Ries
1990–1991 Rolf Thieringer
1988–1989 Karl Heinz Neukamm
1986–1987 Konrad Regler
1984–1985 Peter Buchholz
1982–1983 Hans Lorenser
1980–1981 Theodor Schober
1978–1979 Johannes zum Felde
1976–1977 Werner Mühlenbrock (2. Amtszeit)
1974–1975 Walter Bauer
1972–1973 Helmut Hochstetter
1970–1971 August Fischer
1966–1969 Werner Mühlenbrock
1962–1965 Walther Hensel
1961 Hans Schmiljan
1956–1960 Otto Ohl
1949–1955 Peter van Aubel

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DKG ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinsame Pressemitteilung der DKG und des GKV-Spitzenverbands vom 18. Dezember 2008: Begleitforschung zu den Auswirkungen der Einführung der Fallpauschalen (Diagnoses Related Groups = DRG) im Krankenhaus (PDF)
  2. Mitgliedseite im EBD. Abgerufen am 6. Oktober 2010.